Ich habe es tatsächlich getan: Ich habe meinem Bruder ein Buch mit kleinen „Weisheitsgeschichten“ geschenkt, aber aus der christlichen Buchhandlung. Das heißt, da werden auch Sachen über Gott drin vorkommen. Ich bin mal gespannt.

Und ich habe meinem Vater einen Kalender geschenkt, mit Bildern von Bergen und christlichen Sprüchen, also Bibelzitate. Da sind dann natürlich auch „allgemeine“ Sachen dabei wie

Bei allem, was ihr tut, lasst euch von der Liebe  leiten.

1.Korinther  16,14

Aber auch (April)

Das ist die rettende Botschaft: Jesus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben – unvergänglich und ewig – ans Licht gebracht.

2. Thimotheus 1,1o

Beide haben sich sehr gefreut. Zugegebenermaßen, mein Vater hat den Kalender garnicht von innen angeschaut, sondern nur gesehen, dass es Bergmotive sind und fand das gleich toll.

Ein bisschen habe ich dieses Geschenk auch gemacht, weil ich Gott irgendwie daran erinnern wollte, dass er gesagt hat, er rettet meine Eltern. Zumindest sehe ich das Bild so, dass ich seit dem Freakstock sehe. Davor habe ich immer, wenn ich für meine Familie gebetet habe, sie vor mir knien sehen und Jesus stand hinter mir und hat von hinten seine Hände über meine gelegt und sie durch mich gesegnet. Seitdem sehe ich ein anderes Bild, nämlich, dass meine Eltern und mein Bruder vor Jesus knien und ich knie hinter ihnen und lege ihnen von Hinten die Hände auf und Jesus hält seine Hände über uns alle. Vielleicht wollte ich Gott ein bisschen „auf die Sprünge helfen“ und habe deshalb mal ganz offensiv diese Sachen verschenkt.

Heute morgen habe ich dann dafür gebetet, dass mein Vater und mein Bruder beim Lesen der Kalendersrpüche/des Buches nicht genervt sind davon, sondern dass sie es sich irgendwie zu Herzen nehmen. Und da zeigte Jesus mir das Bild von einem Samen in der Erde. So eins:

Ich sah den Samen vor meinem inneren Auge wachsen und da fiel mir auf: Erstmal passierte ganz viel im Samenkorn selber, bevor überhaupt ein kleines Stück Spross die Hülle aufbrach. Dann kam der Spross langsam aus der Hülle, war aber noch tief unter der Erde. Er musste erstmal durch die ganze Erde durch, immer höher wachsen, bis er endlich an der Oberfläche hervorbrach. Wenn er das getan hatte, war er aber immer noch nur ein kleiner Stippel, bei dem wirklich nur ein Fachmann sagen konnte, dass das eine Pflanze ist und nicht etwa ein kleiner grüner Stein. Dann wächst die Pflanze langsam mehr und sieht aber immer noch nur aus wie ein komischer Stengel, weil sich die Blätter noch nicht entfaltet haben. Dann entfalten sich die Blätter und man kann endlich, nach langer Zeit, sehen, dass es eine Pflanze ist, aber immer noch nicht, was für eine. Das dauert dann noch viel viel länger.

Ob Gott wohl schon in ihnen arbeitet? Ob  sie schon etwas spüren, vielleicht schon ein bisschen mit dem Spross aus der Samenhülle hinausgestoßen sind, man sieht es nur nicht?

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Seit dem 7. Dezember bin ich es endlich! Deeskalationstrainerin der Gewaltakademie! Ich war mir bis zum letzten Moment total unsicher, ob ich das Zertifikat wirklich bekomme, weil so wenige Leute beim Training dabei waren. Ich war unsicher, ob es mir anerkannt würde. Aber ich hab getan was ich konnte und das hat auch der Hartmut (Lehrtrainer) gesagt. Er meinte, als ich ihm das gesagt hab, das wäre jetzt eben so und ich hätte das ja sicher in meinem Bericht erklärt. Das hab ich auch, aber ich war mir unsicher, ob das reichen würde.

Umso erleichteter war ich, als ich tatsächlich aufgerufen wurde und mein Zertifikat in Empfang nehmen konnte. Danach haben wir noch (mit der Ausbildungegruppe) gefeiert, war echt lustig. Auch, wenn ich mit dem ganzen Trinken und so nichts anfangen konnte (war froh, dass wir eine Muslimin in der Gruppe hatten, die auch nicht getrunken hatte, da hab ich mich nicht so allein gefühlt.) Die anderen waren ziemlich zu und völlig verrückt. Ich hab teilweise so gelacht, weil es einfach so blöd war und manchmal hab ich gedacht, Erde an Leute, jemand da? Aber war echt lustig.

Aber irgendwie konnte ich mich doch nicht so freuen, wie ich gedacht hab. Seltsam. Ich meine, ich bin echt froh, dass ich bestanden hab. Aber nicht so, wie ich dachte. und das war nicht das einzige mal. Ich hab schon länger gemerkt, dass ich mich kaum freuen kann, nur schlecht schlafen konnte und trotzdem immerzu müde war, dass ich mich nur wenig konzentrieren konnte, mich zu nichts aufraffen konnte (und sei es auch nur, aufzuwaschen oder einen Brief wegzubringen), hatte verrückte Angst, dass sich nie was ändern würde, dass ich keine Freunde hätte, dass Gott mich verstoßen hätte, dass ich völlig verarme und ich weiß net was… dann kam noch RICHTIG schlechte Laune dazu… na, erinnert das an irgend etwas?

Nur gut, dass ich mich wegen Sternchen schon ein bisschen mit Depressionen beschäftigt hab. Und daher wusste, was man auch selber machen kann. Nicht, dass es schon schlimme sind, aber man merkt es doch. Also versuche ich, mich nicht in diese Stimmung zu ergeben, ich zwinge mich, mich tagsüber nicht hinzulegen, sondern rauszugehen, ich hab mich nach Aerobic- und Zumbakursen erkundigt (und bin tatsächlich hier in der Nähe fündig geworden), also Sport soll gut sein, dann auch Kleinigkeiten als Erfolg sehen und mich zu praktischer Tätigkeit aufraffen (ich muss sowieso putzen, am Wochenende kommt Fil 🙂 ) Ich achte auf meine Gedanken und Gefühle, ich pass auf, dass sie nicht so schnell in eine Abwärtsspirale kommen, ich achte darauf, was ich mir ansehe, wenn es ein zu trauriger oder emotionaler Film ist, bin ich vorsichtiger und mache im Zweifelsfall aus. (Bei einem Teil davon hab ich übrigends selbst nicht gewusst, dass es hilft, es war eher ein Einduck und es hat funktioniert. Na, wer ist wohl der beste Arzt?) Und im Moment gehts mir wieder relativ gut. Werde mir wahrscheinlich trotzdem psychologische Hilfe holen, nur zur Sicherheit. Ob ich auch noch zum Hausarzt gehe und mir was verschreiben lasse weiß ich noch nicht.

Sternchen gehts übrigends besser. Hat sie mir neulich geschrieben. Freu mich für sie.

Dann noch was von heute. War lustig. Und ich glaub, so sah ich auch aus. Bin puderrot geworden. Ich war in der Gebetsstunde und da machen wir das oft auch so, dass wir einige Minuten uns einfach auf Gott konzentrieren und hören, ob er was sagt. Meistens kommen mehrere Sachen. Ich freu mich immer, wenn ich etwas bekomme, was ich weiter geben kann. Aber dieses mal hab ich nicht damit gerechnet, weil ich mit meinen Gedanken eigentlich ganz woanders war. Aber dann hab ich die Augen aufgemacht und mein Blick ist auf eine Lichterkette gefallen. Ich hab gedacht, hm, Licht. Aha. Und? Nachdem ich die Augen wieder geschlossen hab, habe ich vor meinem inneren Auge einen Bruchteil einer Sekunde eine Orange gesehen. Aha, Licht und Orange. Ich hab gedacht, Gott, du erwartest doch nicht etwa von mir, dass ich einfach sage „Licht und Orange“?!?!?! Das hab ich absolut nicht verstanden, ich dachte, was hat Licht mit einer Orange zu tun? Das musst du mir nochmal genauer erklären. Dann, irgendwie, ich weiß nicht wie, hat sich das zu einem Bild von einem Stromkreis vervollständigt, den wir mal in der Schule im Physikunterricht gebaut hatten: Ein einfacher Stromkreis mit Stromquelle, Kabeln, einer Lampe. Nur, dass eine Orange dazwischen war. Und die hat tatsächlich Strom geleitet, und zwar aus dem einfachen Grund, weil die Wassermoleküle in der Orange sich nach dem Strom ausrichten. Deswegen konnte die Lampe leuchten. Und wenn wir uns nach Gott ausrichten können wir auch ein Licht in der Welt sein. Ich hab gedacht, na, so wird schon eher n Schuh draus. Hab mich aber immernoch nicht so wirklich getraut, es zu sagen, weil ich immernoch gedacht hab ist ziemlich weit her geholt. Aber dann hat jemand anderer einen ähnlichen Eindruck weiter gegeben, da hab ich gedacht, jetz aber! Ich hab gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob der Eindruck von Gott ist, aber ihn trotzdem gesagt. Und eine Person hat sofort darauf reagiert, indem sie was Ähnliches gesagt hat. Und der Lobpreisleiter hat hinterher auch gesagt, dass er glaubt, dass in diesem Bild sehr viel drin ist, weil es wirklich davon abhängt, wie sich die Wassermoleküle verhalten, nur wenn wir uns nach Jesus ausrichten, kann das Licht leuchten. Ich hab mich hinter den anderen versteckt, damit keiner mein rotes Gesicht sieht *lol*

Ich hoffe, ich hab das jetzt nicht zu irre geschrieben, das ist es nämlich nicht.

So, dann schönen Weltuntergang am Freitag, vielleicht könnte man ja den Film 2012 gucken und sich schrottlachen, weil gar nichts in der Richtung passiert?

 

Nein, meine stehen noch nicht. Ich hab mir hier und da mal ein paar Gedanken gemacht, überlegt, ob nicht internationale Zusammenarbeit ein Bereich wäre, der mich interessiert, aber im Großen und Ganzen habe ich noch nichts geplant. Irgendwie was mit übersetzen halt.

Was ich mich aber gestern gefragt habe, ist, welche Zukunftspläne denn meine Kommilitonen so haben. Der Grund war Folgender:
Bis jetzt hat noch kein Text, den unser Professor mit uns angefangen hat, den Leuten gepasst. Und noch jeder wurde unbeendet abgebrochen, weil es so viel Protest dagegen gab. Arbeitsmarktpolitik? Laaaangweilig. (Ich fand den Text richtig interessant, zumal es auch darum ging, was da in den politischen Gremien besprochen wurde und mit welchen Gründen da Gesetze zur Lockerung des Kündigungsschutzes durchgesetzt wurden – das betrifft letztendlich uns alle, wenn man wegen nichts rausgeworfen werden kann.) Aber es war ja zu langweilig, also kam eine Reportage über einen berühmten japanischen Politiker, der im zweiten Weltkrieg eine große Rolle gespielt hat. Zu Übersetzen waren die Dialoge mit japanischen Historikern, von denen es in der Reportage Untertitel geben sollte – genau die Art von Auftrag, die man später im Beruf tatsächlich kriegen könnte. Das war den Leuten dann aber auch erstens zu langweilig und zweitens zu schwer, weil es eben gesprochene Sprache war und sich die Leute auch mal versprochen haben, was man als Sprachlerner nicht immer so mitkriegt und dann an einem scheinbar sinnlosen Satz verzweifelt. Also haben wir einen neuen Text gekriegt, bei dem es um die Arbeitsmarktreformen ging. Ich fand ihn richtig interessant, denn es wurde beschrieben, wie das ganze in den verschiedenen Ausschüssen diskutiert wurde und mit welchen (fadenscheinigen) Gründe da eine Lockerung des Kündigungsschutzes oder eine Senkung des Mindestlohnes durchgedrückt werden sollte. Das war mal ein guter Einblick in die Abläufe in der japanischen Politik. Sowas ist sicher hilfreich im späteren Berufsleben. Das hat den anderen aber auch nicht gepasst, weil ja laaaangweilig.
Also wieder einen Text nach der Hälfte abgebrochen und einen neuen Text angefangen: Vertrag zwischen zwei Firmen. Genau das, was uns später in der Berufspraxis erwartet! Verträge, Geschäftskorrespondenz, Patente.
Und, was passiert? Natürlich zu langweilig. Professor fragt entnervt, was denn Recht sei. Klar: Romane, Manga.

In dem Moment habe ich mich ernsthaft gefragt, was denn die Leute später machen wollen. Die Chancen, dass du als Übersetzer schön Romane etc übersetzt sind gleich null, Mangas werden in Deutschland meist aus dem Englischen übersetzt, und sowieso verdient man an Romanen eigentlich nicht genug, damit sie der Mühe wert wären. Wenn man so viel verdienen würde, wie man Übersetzungsarbeit reinsteckt, würden die nicht bloß 20€ kosten.

Ich glaube ernsthaft, das wird noch ein paar unschöne Begegnungen mit der Realität geben.

Die Wemmicks sind kleine hölzerne Leute. All die hölzernen Leute sind von einem Schreiner, namens Eli, geschnitzt worden. Seine Schreinerei liegt auf einem Hügel, von dem man die Stadt überblicken kann. Jeder Wemmick ist anders. Manche hatten lange Nasen, andere große Augen. Manche waren groß und andere waren klein. Manche trugen Hüte, andere Mäntel. Aber alle wurden von dem gleiche Schreiner gemacht und alle leben in der gleichen Stadt.
Und jeden Tag taten die Wemmicks die gleichen Dinge: Sie gaben einander Aufkleber. Jeder Wemmick hat eine Schachtel mit goldenen Stern-Aufklebern und eine Schachtel mit grauen Punkt-Aufklebern. Durch die Straßen, rauf und runter, in der ganzen Stadt, verbrachten die Wemmicks die ganzen Tage damit, sich einander Sterne oder Punkte aufzukleben. Die Schönen, aus weichem Holz und guter Farbe, bekamen immer Sterne. Aber wenn das Holz spröde war und die Farbe abblätterte, verteilten die Wemmicks Punkte. Auch die Talentierten bekamen Sterne. Manche konnten große Stöcke hoch über ihre Köpfe heben oder über große Schachteln springen. Andere kannten große Worte oder konnten schöne Lieder singen. Jeder gab ihnen Sterne. Manche Wemmicks waren überall mit Sternen beklebt! Jedes Mal wenn sie einen neuen Stern bekamen, fühlten sie sich ganz gut! Was sie dazu veranlasste, etwas Neues zu tun, um einen weiteren Stern zu bekommen. Andere konnten nur kleine Dinge tun – Sie bekamen Punkte.
Punchinello war einer von jenen. Er versuchte hoch zu springen wie die anderen, aber er fiel immer hin. Und wenn er fiel, sammelten sich die anderen um ihn herum und gaben ihm Punkte. Manchmal wenn er fiel, bekam sein Holz Kratzer; dafür gaben die Leute ihm noch mehr Punkte. Nach einer Weile hatte er so viele Punkte, dass er sich nicht mehr traute nach draußen zu gehen. Er hatte Angst, er würde etwas Dummes tun, wie zum Beispiel seinen Hut vergessen oder ins Wasser treten, und dann würden die Leute ihm einen weiteren Punkt geben. Er hatte so viel graue Punkte, dass manche Leute auf ihn zukamen und ihm grundlos einen weiteren gaben. „Er verdient viele graue Punkte“, damit waren sich die hölzernen Leute sicher, „er ist keine gute hölzerne Person.“ Nach einer Weile glaubte Punchinello ihnen. „Ich bin kein guter Wemmick“, sagte er. In der wenigen Zeit, in der er sich nach draußen wagte, traf er sich mit anderen Wemmicks, die auch viele Punkte hatten. Er fühlte sich mit ihnen besser.
Eines Tages traf er einen Wemmick, der ganz anders war als die, die er je getroffen hatte. Sie hatte keine Punkte und Sterne. Sie war einfach aus Holz. Ihr Name war Lucia. Es war nicht so, dass die Leute nicht versuchten ihr Aufkleber zu geben; die Aufkleber blieben nur einfach nicht kleben. Manche der Wemmicks bewunderten Lucia dafür, dass sie keine Punkte hatte. Sie liefen zu ihr hin und klebten ihr einen Stern auf. Aber er fiel wieder ab. Andere sahen auf sie herab, weil sie keine Sterne hatte, und wollten ihr einen Punkt aufkleben. Aber er blieb auch nicht kleben.
So möchte ich auch sein, dachte sich Punchinello. Ich möchte von niemandem benotet werden. Deshalb fragte er Lucia, wie sie das denn mache. „Es ist leicht“, antwortete Lucia. Jeden Tag gehe ich zu Eli, dem Schreiner. Ich sitze in seiner Schreinerei mit ihm. „Warum?“ wollte Punchinello wissen. „Warum findest du es nicht selbst heraus? Geh den Hügel hinauf. Er ist da.“ Und damit drehte sich der Wemmick, der keine Aufkleber hatte, um und lief weg. „Aber will er mich überhaupt sehen?“, schrie Punchinello. Lucia hörte ihn aber nicht mehr. Punchinello ging heim. Er setzte sich in die Nähe eines Fensters und beobachtete die hölzernen Leute, wie sie herumhuschten und sich gegenseitig Sterne und Punkte gaben. „Das ist nicht richtig“, murmelte er vor sich hin. Und er entschloss sich, zu Eli zu gehen.
Er lief den engen Pfad, der auf den Berg hinaufführte, entlang und trat in die riesige Schreinerei. Seine hölzernen Augen staunten über die Größe von allem. Der Hocker war so groß wie er selbst. Er musste sich auf seine Zehenspitzen stellen, um auf die Werkbank zu sehen. Ein Hammer war so lang wie sein Arm. Punchinello schluckte schwer. „Hier bleibe ich nicht!“ Er drehte sich um, um zu gehen. Dann hörte er seinen Namen. „Punchinello?“ Die Stimme war tief und stark. Punchinello blieb stehen. „Punchinello, es ist so schön dich zu sehen. Komm her und lass dich einmal ansehen.“ Punchinello drehte sich langsam um und schaute den großen bärtigen Handwerker an. „Du kennst meinen Namen?“, fragte der kleine Wemmick. „Sicherlich weiß ich ihn. Ich habe dich doch gemacht.“ Eli bückte sich nach unten, hob ihn auf und setzte ihn auf die Werkbank. „Hmm“, sagte der Erschaffer gedankenvoll, als er sich die grauen Punkte ansah. „Sieht so aus, als hättest du ein paar schlechte Bewertungen bekommen.“ „Ich wollte das nicht Eli, ich habe mich wirklich bemüht, besser zu sein.“ „Oh, du brauchst dich nicht vor mir zu verteidigen, mein Kind. Es kümmert mich nicht, was die anderen Wemmicks denken.“ „Tust du nicht?“ „Nein und das solltest du auch nicht. Wer sind sie, dass sie sich erlauben, Sterne und Punkte zu verteilen? Sie sind Wemmicks genau wie du. Was sie denken, ist nicht wichtig, Punchinello. Was wichtig ist, ist das was ich denke. Und ich denke, du bist etwas ganz Besonderes.“
Punchinello lachte. „Ich besonders? Warum? Ich kann nicht schnell laufen. Ich kann nicht springen. Meine Farbe blättert ab. Warum bin ich für dich wichtig?“ Eli sah Punchinello an, legte seine Hände auf die schmalen hölzernen Schultern und sagte ganz langsam: „Weil du mir gehörst. Darum bist du so wichtig für mich.“ Punchinello wurde noch nie von jemandem so angesehen. Er wusste nicht, was er sagen sollte. „ Jeden Tag habe ich gehofft, du würdest kommen“, erklärte Eli. „Ich kam, weil ich jemanden traf, der keine Aufkleber hat“, sagte Punchinello. „ Ich weiß, sie hat mir von dir erzählt.“ „Warum kleben die Aufkleber nicht an ihr?“ Der Erschaffer sprach sanft: „Weil sie sich entschlossen hat, dass das, was ich denke, wichtiger ist als das, was die anderen denken. Die Aufkleber bleiben nur kleben, wenn sie für dich wichtig sind. Um so mehr du meiner Liebe vertraust, um so weniger kümmerst du dich um ihre Aufkleber.“ „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das verstanden habe“, sagte Punchinello. Eli lächelte. „Du wirst es noch verstehen, aber es wird Zeit brauchen. Du hast viele Aufkleber. Von nun an kommst du einfach jeden Tag zu mir und lässt dich daran erinnern, wie sehr ich mich um dich sorge.“ Eli hob Punchinello von der Werkbank und setzte ihn auf den Boden. „Erinnere dich daran“, sagte Eli, als der Wemmick aus dem Haus lief. „Du bist etwas Besonderes, weil ich dich gemacht habe. Und ich mache keine Fehler.“ Punchinello blieb nicht stehen, aber in seinem Herzen dachte er darüber nach. „Ich denke, er meint es wirklich ernst.“
 
Und als er dies dachte, fiel ein Punkt auf den Boden.

Von meiner Brieffreundin aus Amerika:

Heute war wieder Hauskreisabend von der FeG. Es war…. ich weiß auch nicht. Ich geb euch mal  die Fakten:

  • A. wieder schwanger, mit Zwillingen. Noch nicht offiziell, weil es noch erst so 2 Monate sind. Sie hat mit ihrem Mann schon eine dreijährige Tochter.
  • K. hat ihr Kind verloren, vor zwei Wochen. Wir hatten garnicht gewusst, dass sie schwanger gewesen war, aber sie hatte es halt erst sagen wollen, wenn es mehr als 3 Monate gewesen wären. Man sagt ja, ab dem 3. Monaten ist es relativ sicher, dass das Kind bleibt. Deshalb ist es ja bei A. auch noch nicht offiziell.
  • Ich hab von der Situation in der SMD berichtet. Siehe Betbetrieb. Und davon, dass vielleicht nächstes Semester die SMD bei uns so nicht mehr existieren wird. Und davon, ob es nicht besser ist, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen, anstatt uns noch ein Jahr abzukämpfen, bis die Leiterin, die im 3. Mastersemester ist, dann ihr Studium beendet und wir nurnoch zu zweit dastehen und aufhören müssen. Und dann hätte ich fast geheult, weil ich in den drei Jahren immer wieder die Hoffnung gehabt hatte, dass neue Mitarbeiter dazukommen und wir eine aktive Gruppe werden können, in der sich alle einbringen – und nicht nur wir drei.

Und dann haben wir in der Bibel gelesen und in Jesaja 54 gelesen.

Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gehabt hat! Denn die Söhne der Einsamen sind zahlreicher als die Söhne der Verheirateten, spricht der HERR. Mache weit den Raum deines Zeltes, und deine Zeltdecken spanne aus! Spare nicht! Mache deine Seile lang, und deine Pflöcke stecke fest! Denn du wirst dich nach rechts und links ausbreiten, und deine Nachkommen werden Nationen beerben und verödete Städte besiedeln.

Und irgendwie war es, als habe Gott zu jedem von uns gesprochen. Und ich musste die ganze Zeit auf den Vers 2 schauen und dachte: Gott verspricht uns, dass wir so eine große Gemeinschaft werden, dass wir unsere Räume noch erweitern müssen.

Ob er damit die SMD gemeint hat?

Hab neulich ein Buch gefunden, das von den verschiedenen Namen Gottes handelt. Ich fands interessant, weil die Namen in biblischen Zeiten mehr waren als eine Anhäufung von Lauten, mit der man eine bestimmte Person anspricht. Sie sollte den Charakter der Person wiederspiegeln. Also kann man aus den Namen auch auf die Eigenschaften und den Charakter Gottes schließen.

Dann habe ich in einem Forum noch mehr Namen gefunden. Ich habe so gedacht, ey, is mal bald gut? (lol)

Also:

– Elohim (mächtiger Schöpfer)

– El Roi (der Gott, der mich sieht)

– El Shaddaj (Gott, der Allmächtige)

– El Olam (Der ewige Gott)

– Jahwe Jireh (Der Herr wird vorsehen)

– Jahwe

– Adonaj (Herr, Meister)

– Jahwe Ropheh (Der Herr, der heilt)

– Jahwe Nissi (Der Herr, mein Banner)

– Esch Ochlah (Verzehrendes Feuer)

– El Qannah (eifersüchtiger Gott)

– Qedosch Jisrael (Der Heilige Israels)

– Jahwe Schalom (Der Herr ist Frieden)

– Jahwe Zebaoth (Der Herr der Heerscharen)

– Jahwe Zurih (Der Herr ist mein Fels)

– Jahwe Roi (Der Herr ist mein Hirte)

– HaSchem (Der Name)

– Melech (König)

– Isch (Ehemann)

– El Chaj (Lebendiger Gott)

– Maon (Wohnort)

– Machseh (Zuflucht)

– Magen (Schild)

– Metsuda (Burg)

– Migdal-Os (starker Turm)

– Schophet (Richter)

– Miqweh Jisrael (Hoffnung Israels)

– Jahwe Zidqenu (Der Herr, unsere Gerechtigkeit)

– El Eljon (Höchster Gott)

– Jahwe Schammah (Hier ist der Herr)

– Ab, Abba, Pater (Vater)

– El (Gott: stark, mächtig, herausragend)

– Yahweh-M’Kaddesh (Gott, der heiligt: ganz macht, absondert zur Heiligung)

– Palet (Befreier)

– Yesha, Y’shua (Retter)

– Gaol (Erlöser, vom Sklavenhändler loskaufen)

– El Berith (Gott des Bundes)

– Yahweh Elohim (Gott der Herr)

– Abhir (Der Mächtige)

– Kadosh (Der Heilige) oder wird es Kaddosh geschrieben?

– Eyaluth (Stärke)

– El Gibhor (Mächtiger Gott)

– Tsaddiq (Der Gerechte)

Noch ein paar Namen Jesu:

– heller Morgenstern

– Friedefürst/König des Friedens

– mächtiger Gott

– Immanuel (Gott mit uns)

– ewiger Vater

– Messias (der von Gott Gesalbte)

– Christus (=Messias), Gottes Sohn

– König Israels

– der Weg, die Wahrheit, das Leben, die Auferstehung

– Licht der Welt, Licht des Lebens

– Brot des Lebens

– wahrer Weinstock (ein Weinstock hält die Trauben am Leben und durch ihn bekommen sie Wasser und Nahrung)

– guter Hirte

– die Tür (zu den Schafen = uns)

– Anfänger und Vollender unseres Glaubens

– Hirt unserer Seelen

– unser Fels

– Eckstein (ohne den alles zusammenbricht)

– Bräutigam

– Menschensohn

– Hohepriester

– König aller Könige, Herr aller Herren

– Wort (Logos) Gottes

– Herrscher aller Mächte und Gewalten

– Löwe aus dem Stamm Judas

– Wurzel Davids

– das Alpha und das Omega, Beginn und Ende, der Erste und der Letzte

So, das waren die, die ich bis jetzt im Buch und Forum gefunden habe. Für Übersetzung und Rechtschreibung übernehme ich keine Haftung, ich habs einfach abgeschrieben *g*. Aber meine Güte, wie viele Namen kann Gott denn  haben?! Und jede Wette, das waren längst nicht alle. (Wer noch mehr hat, ich fänds echt interessant)

Zum Vergleich: Laut Google ist der längste menschliche Name (Meiner Meinung nach unglaublich albern): „Musikstudent George Garrett fand seinen Namen zu langweilig und änderte ihn in ein 82-Buchstaben-Ungetüm: Captain Fantastic Faster Than Superman Spiderman Batman Wolverine Hulk And The Flash Combined.“

Übrigens Fil, kannst du mir was ins verständliche Deutsche übersetzen? Auf meine Frage, ob „im“ die Pluralendung im Hebräischen ist hat man mir geantwortet: „Richtig, -im ist die maskuline Pluralendung. Der Plural von „adon“ ist „adonim“. Bei „adonai“ ist aber noch ein Suffix der 1. Perrson Singular dran und heißt also wörtlich „meine Herren“. Der Plural ist Plural majestatis und heißt dann so viel wie „mein sehr verehrter Herr“.“ Was heißt das?
Also, das heißt: „-im“ ist der Plural bei männlichen Worten (so wie „Herr“), also adon = der Herr/adonim = die Herren. Der Plural wird hier aber nicht verwendet weil es tatsächlich mehrere sind, sondern weil es sich um eine Person handelt, der man Ehrerbietung gegenüberbringt. So wie im Deutschen „Sie machen“ höflich gegenüber der Person ist (du machst), aber eigentlich ja vom Wort her Plural bedeutet (Sie (mehrere Personen) machen). Das nennt sich Pluralis majestatis: der Plural zeigt nicht mehrere Personen an, sondern die „Majestät“ einer Person
Wenn ich das richtig verstehe, ist adonai (meine Herren) zusammengesetzt aus adon- (Herr) und -ai (Plural+von mir), also „die Herren von mir“. Das ist im Deutschen etwas komisch, weil wir das Wort verändern, dem etwas gehört (mir/mein). Im Hebräisch wird aber das Wort verändert, dass den Besitz anzeigt, also „adon“ – der Herr, „adon-i“ – der Herr von [….]. „adon-im“ – die Herren, „adon-ai“ – die Herren von […] (mir, dir, uns).

War das annähernd verständlich?

Ja, ich glaub schon, danke. Wenn das sowas ist wie das Sie im deutschen hab ichs verstanden 🙂

Als ich im dritten Semester war, habe ich mit Koreanisch angefangen. In der allerersten Stunden waren viele neuen Gesichter da. Erstsemester oder Leute im dritten Semester, die aber eine andere Erstsprache hatten. Neben mir saß ein Mädchen und wir kamen so ins Gespräch. Wie das halt ist am ersten Tag. Sie war auch im 3. Semester, hatte aber Chinesisch als erste Sprache. Ich habe mich richtig gut mit ihr verstanden, sie war sehr nett und ich war froh, neben so einer netten Person das Semester verbringen zu können.

Als wir nach der Stunde aufstanden, stellte ich meine Tasche auf den Tisch. Darauf deutlich zu sehen ein Ichthysaufnäher und andere christliche Buttons. Sie fragt: „Bist du Christin?“ Ich sage ja und sie antwortet schroff: „Lass mich mit SOWAS bloß in Ruhe! Ich will davon NICHTS hören!!“ Ohne, dass ich je ein Wort über meinen Glauben verloren hätte.
Es ist jetzt nicht so, als wäre das das erste Mal gewesen, dass ich angepampt wurde wegen meinem Glauben. Als ich einmal für die SMD in der Mensa Flyer verteilt habe, wurde ich darauf angesprochen und gefragt, ob ich Christin sei. Ich bejahte das und der Studenten grinst „Nicht im Ernst, oder? Du willst mir doch nicht echt erzählen, dass du so blöd bist, an einen „Gott“ zu glauben. Weißte, Leute wie du, denen sollte man das Abi wieder abnehmen. Jemand der so zurückgeblieben ist, gehört nicht an die Uni!“
Aber gut, das war in der Mensa der Naturwissenschaftler und ich dachte mir einfach, lass den Idioten. Hier war es anders. Ich habe sie jeden Tag gesehen, aber sie hat danach nie wieder ein Wort mit mir geredet. Auf meinen Gruß hin hat sie sich immer weggedreht oder betont auffällig eine Unterhaltung mit jemand anderem angefangen. Und ich habe mich natürlich gefragt, was ich falsch gemacht habe, außer meinen Glauben zu zeigen.

Gestern abend war ich dann zu einem DVD-Abend bei Annika, einer neuen Freundin aus meinem Übersetzungskurs. (Lustigerweise habe ich schon eine Freundin, die sich genauso schreibt.) Wir verstehen uns gut, weil sie halt auch so ein bisschen verrückt ist. Solche Leute ziehe ich ja magisch an. (Ne, bithi? XD) Und wer sitzt da auf dem DVD-Abend und entpuppt sich als gute Freundin von Annika?

Richtig.

Zum Glück waren wir zu sechst – zu dritt wäre sicher etwas komisch geworden. Naja, wir haben dann angefangen den Film zu gucken (Sherlock, neue Serie aus England und in Deutschland noch garnicht raus, aber total witzig und gut gemacht.) Es wurde nebenbei gequatscht und kommentiert. Und irgendwie so mitten im Gespräch, es geht grob um Beziehungen, stellt sich raus, dass nichtnur Annika bi ist und ihre letzte Beziehung eine Frau war, sondern auch, dass ihre Freundin lesbisch ist.

Da ist mir dann eine ganze Glühbirnenfabrik aufgegangen. Zumindest konnte ich mir dann denken, warum sie so schlecht auf Christen zu sprechen ist. Entweder, sie hatte tatsächlich im Bekannten- oder Verwandtenkreis Leute, die mehr oder weniger direkt mit der Hölle gedroht haben, als sie sich geoutet hat (vll sogar eine erzkatholische Oma oder so), oder sie hat sich das einfach selber zusammengedacht.

Ich weiß nicht. Vielleicht hat es ja geholfen, dass wir uns normal über etwas anderes unterhalten haben. Oder dass ich genauso darüber lachen konnte, dass in der Serien immer alle denken, Sherlock und Watson wären schwul und ein Paar. (Ich meine: keine Frauen, leben zusammen in einem Apartement und Watson geht oft echt weit, um Sherlock vor sich selber und anderen zu schützen.)

Naja, ob ich sieh noch öfter sehe? Ich verstehe mich wirklich gut mit Annika, wir haben den gleichen Humor. Und wir ergänzen uns perfekt beim Übersetzen: Sie kann immer alle Vokabeln, versteht aber die Satzstrukturen nie. Ich kann nicht so viele Vokabeln, verstehe aber die Sätze, wenn sie mir erstmal die Vokabeln gegeben hat.
Wir werden sehen, wie das weitergeht.

Bei Menschen mit Persönlichkeitsstörung kommt es schonmal vor, dass sie andere verletzen, scheinbar aus keinem anderen Grund als aus Spaß an der Freude. Aber was würde wohl passieren, denk ich jetzt, wenn dieses verletzende Verhalten gute Auswirkungen hat? Wenn man andere aus Spaß an der Freude verletzt und die Person mit der Situation umgeht und zeigt, dass sie ihr gar nichts ausmacht und scheinbar gut damit zurecht kommt?

Als ich erfahren habe, dass ich eine polnische Mitbewohnerin bekommen soll, in einer Nachtschicht auf einmal ein Zimmer frei machen musste und weder gefragt wurde, was ich dazu sage noch wie es mir dabei geht (von um Erlaubnis fragen will ich gar nicht erst anfangen) war ich erstmal total fertig. Ich wollte diese Person weder kennen lernen noch irgend etwas mit ihr zu tun haben. Obwohl sie überhaupt nichts dafür kann. Hab geheult wie sonstwas. (Und nein, ich will deswegen nicht in ein Frauenhaus xD) Aber ich denke, man kann sich vorstellen, dass es mir dabei erstmal so scheiße ging. Und fast alle außerhalb meiner Familie, mit denen ich darüber geredet habe, fanden es verständlich. (Bis auf die Frau, die diese Person an meine Eltern vermittelt hat. Es ist eine Freundin von ihr.)

Aber ich habe gemerkt, dass, wenn ich zeige, wie mies es mir geht, ist das für eine bestimmte Person in meiner Familie eher ein Erfolgserlebnis und es wird genau in dieser Richtung weiter gemacht. Ich glaube, früher oder später werde ich in eine Wohnung ziehen, von der sie nicht weiß, wo es ist, aber das sehen wir, wenn es so weit ist. (Und nein, es wird kein Frauenhaus xD) Jedenfalls hat sich dann irgendwann die Idee in meinen Kopf geschlichen, was denn wäre, wenn ich die Frau ganz lieb aufnehmen würde und wir uns vielleicht sehr gut verstehen? Der Wind würde einer bestimmten Person völlig aus den Segeln genommen werden. Erst hab ich mich gegen den Gedanken gesträubt aber hey, schon alleine um die dummen Gesichter zu sehen! Außerdem, auch wenn ich immernoch stinkwütend und enttäuscht bin, vielleicht ist es ja ein beeindruckenderes Zeugnis als wenn ich verbissen um meine Rechte kämpfe und das Ganze vielleicht in der totalen Eskalation enden würde.

Bis jetzt ist die Person noch nicht da. Erst hieß es, sie solle schon letztes Wochenende eingezogen sein, dann hieß es, mitte dieser Woche und aktuell ist jetzt der Freitag. Meine Eltern haben das Zimmer notdürftig vorbereitet und als ich gestern reingeschaut habe, dachte ich, das könnte man, so, wie es jetz ist, jemandem grade mal für ein oder zwei Übernachtungen zumuten. Hab ich mich dann eben drum gekümmert und versucht, es ein bisschen einladendet aussehen zu lassen. Und ein kleines Willkommensgeschenk, ich finde, das gehört sich einfach so. Wenn die gute Frau schon diesen miesen Job zu diesen miesen Bedingungen annimmt kann wenigstens so freundlich sein, wie es geht. Sie kann ja wirklich nichts dafür.

Davon abgesehen, meine Güte, ich steh schon genug unter Druck im Moment, dann muss ich ihn mir doch nicht noch größer machen, indem ich unbedingt ein schlechtes Verhältnis zu meiner neuen Mitbewohnerin haben muss, nur weil meine Mutter das so will. Also bitte! Ich entscheide doch, worüber ich mich aufrege, wer zwingt mich dazu, sauer zu sein? Und wie war das nochmal mit der Frucht des Geistes? Gehörte da nicht sowas zu wie Liebe und Freude? Na also! Dann schreib ich in diesem miesen Schauspiel mein eigenes Drehbuch.

2 Dinge, die gar nichts miteinander zu tun haben. Aber vor allem das zweite muss ich loswerden.

Aber erstmal das erste: Das Probetraining:

Hatte ich gestern und heute. Ich war vor allem gestern wahnsinnig aufgeregt und es hat auch hier ne Weile gedauert, bis ich rein gekommen bin. Ich hatte 6 Anmeldungen. Davon sind gestern um 10 Uhr (als der Startschuss fallen sollte) eine Person da gewesen. Gut, 2 waren „entschuldigt“, dass sie wegen der öffentlichen Verkehrsmittel ein paar Minuten später kommen. Ehrlich gesagt, ich war überrascht, dass grade diese Person pünktlich war, ich hatte 2 etwas „pädagogisch anspruchsvollere“ Teilnehmer und er war einer davon. Scheinbar hat er sich ziemlich darauf gefreut, obwohl er wegen der Uhrzeit etwas mürrisch war. So nach und nach trudelten die anderen ein. Ich glaube, wir haben eine halbe Stunde später als geplant angefangen, weil vorher es einfach keinen Sinn gemacht hätte. Aber dann ging es relativ gut. Es gab den einen oder anderen „kleineren“ Fehler, die eine oder andere Übung habe ich an eine ungünstige Stelle gesetzt und der rote Faden war nicht eindeutig genug. Aber es wurde angenommen. Allerdings gab es eine Kriese in der Gruppe am ersten Tag, einer der Teilnehmer hat in der Pause beim Essen von den anderen aus der Gruppe um eine Rückmeldung gebeten, konnte damit aber nicht umgehen. Es ist verbal eskaliert und damit es nicht auch auf andere Weise eskaliert habe ich geraten, das Thema erstmal auf sich beruhen zu lassen. Der betroffene Teilnehmer ist kurz danach aus dem Raum gegangen und hat telefoniert. Ich hab gedacht, er wolle gehen. Deswegen bin ich, als ich gehört hab, dass er aufgelegt hat, zu ihm und hab ihn gefragt, ob er die Sache nochmal im geschützteren Rahmen, mit Moderation, in der Gruppe ansprechen will. (Der Kollege, der mich begleitet und später ein Feedback gegeben hat, meinte, das wäre mutig von mir, weil es nicht abzusehen gewesen war, was passieren würde. Ich habe das aber deswegen gemacht, weil ich wusste, dass das schon öfter bei diesem Teilnehmer im Gespräch war und ich dachte, es WIRD irgendwann hervor brechen und dann will ich als Moderatorin lieber selbst entscheiden, wann es passiert und wie es passiert.) Er hat zugestimmt und nach dem Mittagessen hab ich ein paar Minuten eingeplant, um das nochmal anzusprechen. Ich habe einen Ball genommen und gesagt, wer den Ball hat, darf reden, die anderen schweigen. Der Betroffene hat zuerst den Ball bekommen. Hat gesagt, was er sagen will, dann hab ich ihn gefragt, ob auch andere etwas dazu sagen sollen. Er meinte, das ist ok, also hab ich den Ball weiter gegeben. Die anderen Personen haben ihm gesagt, wie sie das sehen und auch auf feundliche Weise Tips gegeben. Nach der 2. Wortmeldung ist er aufgesprungen und hat rumgebrüllt niemand würde ihn verstehen und er hätte es schon gewusst, alle wären gegen ihn und es wäre das Beste, wenn er einfach wieder in der Versenkung verschwinden würde. (Wobei ausdrücklich gesagt wurde, dass sich die anderen freuen, dass er da ist) Dann hat er sich die Jacke geschnappt und wollte verschwinden. So aufgelöst wollte ich ihn natürlich nicht gehen lassen und hab ihn an der Schulter gepackt und bin mit ihm mit einem „Komm mal mit“ in einen anderen Raum gegangen. Ich hab gesagt, dass ich sehe, dass ihn das Ganze echt aufregt und er hat zugestimmt und wieder gesagt, er fühle sich unverstanden und unerwünscht. Aber schließlich war er doch damit einverstanden, wieder in die Gruppe zu kommen. Er hat dann gesagt, dass er fürs erste nicht mehr darauf angesprochen werden will, die anderen waren einverstanden und ich hatte gehofft, damit wäre die Sache erledigt. Hab ne Runde gordischer Knoten gespielt, um ihn wieder in die Gruppe zu holen und bin zur Tagesordnung über gegangen. Leider hat er sich danach immer mehr vom Gruppengeschehen entfernt und lies sich auch nicht mehr wirklich einbinden. Er meinte, die Übungen und Aufgaben wären blödsinnig, er hätte nicht genug Informationen, um die Aufgabe zu lösen (was Unsinn ist) und auch bei den Diskussionen hat er sich nahezu ausgeklinkt. In der Nachmittagspause ist er doch gegangen. Er meinte, er würde auch den nächsten Tag nicht mehr wieder kommen, weil er noch was zu tun hätte, aber er sah auch nicht gut aus. (Während ich das geschrieben habe ist mir etwas eingefallen, was ich während dem Training ganz vergessen hatte: Die Gruppenphasen! Diese Kriese war am ersten von zwei Tagen während und nach der Mittagspause! Es hätte mich eigentlich gar nicht überraschen dürfen, dass etwa in dieser Zeit etwas passiert. Ich muss mich nochmal damit genau beschäftigen, wie ich mit sowas umgehen kann.) Jo, ansonsten ist es nicht schlecht gelaufen, ich bin nach den ersten Übungen auch sicherer geworden im Anleiten und Reflektieren und hab auch überwiegend gute Rückmeldungen von Kollegen und Teilnehmern bekommen. Jetzt muss ich mich noch an die Auswertung setzen, dafür hab ich eine Woche Zeit.

Und jetzt der Schreck. Obwohl ich mich schon wieder etwas gefangen habe. In nicht mal 2 Wochen werde ich eine 58-jährige polnische Mitbewohnerin bekommen, die ich nicht kenne, nie gesehen habe, von der ich nicht mal den Namen weiß. Das wurde mir von meiner Mutter (!) mitgeteilt, als ich nach Hause gekommen bin. Sie soll meinen Opa pflegen. Und dafür ein Zimmer bei mir bekommen. Meine Eltern werden sie bezahlen. Alles schon in trockenen Tüchern. „Du hast da kein Mitbestimmungsrecht“, „Du wirst hier nicht gefragt.“, „Du kannst froh sein, dass du noch hier wohnen darfst, wir hätten ihr auch deine ganze Wohnung gegeben, wenn sie gewollt hätte.“ Ich glaube, mehr muss ich dazu jetzt auch nicht schreiben. Jedenfalls war das ein ziemlicher Schreck. Aber ok, ich mein ich bin erwachsen und werde mich schon irgendwie mit ihr verstehen. Hoffe ich.