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Ist schon ein paar Wochen her, aber ich schreibs trotzdem. Ich meine, ich schreibe ja öfter mit ein paar Wochen Verzug…

Vor fast einem Monat konnten sich an einem der Mittwoch-Abend-Gebetstreffen von meiner Gemeinde die melden, die sich speziell Gebet für (körperliche) Heilung wünschen. Ich hatte da immer nachts und besonders morgens nach dem Aufstehen bis in den Mittag rein, Rückenschmerzen. Deswegen wollte ich schon gerne aufstehen. Aber dann sind schon so viele vor mir aufgestanden, da hab ich gedacht, so wichtig sind meine popeligen Rückenschmerzen doch nicht und wenn ich jetzt auch noch aufstehe… irgendwann stehen mehr als sitzen. Also bin ich sitzen geblieben.

Wir Sitzer sollten uns dann zu den Stehenden stellen, ihnen vielleicht die Hände auflegen und für sie beten. Hab ich dann auch gemacht. Hab gehofft, wir könnten später noch für mich beten, hat sich aber dann doch nicht mehr ergeben.

Stattdessen hab ich auf dem Weg zum Parkplatz den anderen von meinem Psychostress im Moment erzählt und da stellte sich heraus, dass andere ganz ähnliche Erfahrungen haben. Ich weiß nicht, ob das was damit zu tun hat, aber wär möglich… eben pschosomatisch.

Auf jeden Fall, ohne dass da jemand speziell für gebetet hätte, ab dem nächsten Morgen waren die Rückenschmerzen komplett weg.

Toll, ne???

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Ich habe vor einer Weile schon einmal davon berichtet, dass ich mir sehr gut vorstellen könnte, in den Bereich Entwicklungszusammenarbeit/Internationale Arbeit zu gehen. Sehr konkret waren diese Pläne bis jetzt noch nicht. Letztens traf ich bei uns in der FeG im Gottestdienst eine Chinesin, die auch Japanisch lernt. Sie möchte dieses Jahr in die Region Touhoku gehen, wo 2011 der Tsunami war, und dort helfen. Die sind ja immer noch nicht fertig mit dem Wiederaufbau und das wird auch noch eine Weile dauern. Naja, dachte ich, wär ja cool. Nach Japan kommen und was Gutes tun, aber die Kosten und überhaupt, wie und wann…

Dieses Semester dürfen wir, die Masterstudenten, den Übersetzungswettbewerb Japanisch mitorganisieren. OK, dürfen ist das falsche Wort, wir müssen. Poster machen, E-Mails schreiben und vor allem: Spenden für die Preise sammeln. Also mussten wir uns japanische Geschäftsleute in der Umgebung suchen und die Anschreiben. Bei der Suche fiel mir ein, dass es ja in Köln eine japanische christliche Gemeinde gab und ich schrieb sie auf, weil… naja, wir mussten halt fünf Adressen haben. Wir haben auch alle fünf Adressen angeschrieben und die Lehrerin fragte noch „Was denkst du denn, was für einen Preis eine Kirche geben könnte?“ Keine Ahnung, vielleicht bieten sie ja an, für den Gewinner ein tolles Essen zu kochen?

Ich hätte nicht gedacht, dass der Pastor überhaupt antwortet auf den Brief. Aber er hat es. Und er hat uns eingeladen. Heute mittag also saßen wir im Gottesdienst – ich mit meiner deutschen Bibel, meine Gruppenpartnerin mit offen kundgetaner Unlust darüber, schon zum zweiten Mal innert zwei Monaten in eine Kirche gehen zu müssen. Die Predigt war richtig gut – zumindest das, was ich davon verstanden habe. Es ging um den Teil, ich weiß grad nichtmehr wo, dass wir Gefäße für Gott sind. Was ich verstanden habe, ist dass er erzählt hat, dass es hier um Tongefäße geht und die waren damals für die einfachen Leute, der Adel in Rom benutzte Glas. Also scheinen wir zwar äußerlich „nichts besonderes“ zu sein, nur die dummen kleinen Tonkrüge die jeder arme Bauer im Schrank hat, und doch sind dies die Gefäße, in die Gott seinen Geist geben will. Dann hat er davon geredet, dass Tonkrüge auch mal brechen und es dann Sache des Töpfers ist, sie zu flicken. In Japan früher waren Tonwaren sehr beliebt und weit verbreitet. Und wenn so ein Krug brach, dann brachte man ihn zum Töpfer und ließ ihn flicken. Und womit flickte er ihn zusammen? Mit flüssigem Gold oder Silber. Im Ergebnis war der Krug hinterher wertvoller als vorher. Ist das nicht ein cooles Bild?
Nach der Predigt hat uns der Pastor dann eingeladen mit ihm Tee zu trinken. Er war sehr nett und freundschaftlich, garnicht steif. Er sagte, die Gemeinde wolle uns eine Bibel auf Japanisch spenden, die könnten wir als Preis verwenden. Dann meinte er, er würde sie per Post schicken, weil sie so schwer sei, dann müssten wir nicht schleppen. Scheint also nicht gerade eine Taschenbuchausgabe zu sein.

Schließlich kamen die obligatorischen Fragen nach „Warum studiert ihr Japanisch.“ und „Was wollt ihr später machen.“ Ich erzählte also ein bisschen davon, dass ich in den Bereich Entwicklungshilfe oder internationale Zusammenarbeit im Allgemeinen gehen wolle. Von der Chinesin, die nach Tohoku geht, und dass ich sowas auch gerne machen würde.
Und jetzt haltet euch fest: Da sagt der Pastor, dass er bis vor einem Jahr in Japan in der Katastrophenhilfe gearbeitet habe. Und zwar nicht irgendwo, sondern er war bis dahin Hauptverantwortlicher für die Koordination der Freiwilligenarbeit direkt nach dem Erdbeben 2011 gewesen. Er kam sogar ursprünglich direkt aus Fukushima. Mir ist echt die Kinnlade runtergeklappt! Ich habe gebetet, dass ich vielleicht mal irgendwann irgendwie so in die grobe Richtung….. Und was macht Gott? Stellt mir mal eben so ein ehemals hohen Typen auf den Weg, an einem Ort, wo ich NIE mit gerechnet hätte, der dann auch noch super freundlich ist und fröhlich erklärt, wenn ich dahin wolle, kein Problem, er kenne die Leute alle, er könne da was machen. Ich antwortete natürlich erstmal ganz geflasht „JAAAA BITTTEEEE!!!! ICH WILL DAHIN!!!!!!!!“ (oder so), im zweiten Moment fiel mir dann ein, dass freiwillige Helfer Flug und Unterbringung selbst finanzieren müssen, also schob ich ein „….wenn mein Geld reicht.“ nach. Da meinte er nur „Ach, mach dir darum kein Problem, ich kenne da die Organisationen, das geht schon mit der Finanzierung. Notfalls können wir dich auch offiziell von der Kirche aus unterstützen. Das ist das geringste Problem!“

Ich kann’s noch gar nicht richtig glauben. Wenn das klappt, das wäre so dermaßen genial!!! Und wie Gott das mal wieder hingekriegt hat, ich meine, ich fang so nichtsahnend ein Gespräch mit einem Pastor an und es stellt sich raus, dass der mal eben überall Kontakte hat genau in dem Bereich, wo ich reinwill!

Gott ist einfach nur TOLL!

Heute war wieder Hauskreisabend von der FeG. Es war…. ich weiß auch nicht. Ich geb euch mal  die Fakten:

  • A. wieder schwanger, mit Zwillingen. Noch nicht offiziell, weil es noch erst so 2 Monate sind. Sie hat mit ihrem Mann schon eine dreijährige Tochter.
  • K. hat ihr Kind verloren, vor zwei Wochen. Wir hatten garnicht gewusst, dass sie schwanger gewesen war, aber sie hatte es halt erst sagen wollen, wenn es mehr als 3 Monate gewesen wären. Man sagt ja, ab dem 3. Monaten ist es relativ sicher, dass das Kind bleibt. Deshalb ist es ja bei A. auch noch nicht offiziell.
  • Ich hab von der Situation in der SMD berichtet. Siehe Betbetrieb. Und davon, dass vielleicht nächstes Semester die SMD bei uns so nicht mehr existieren wird. Und davon, ob es nicht besser ist, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen, anstatt uns noch ein Jahr abzukämpfen, bis die Leiterin, die im 3. Mastersemester ist, dann ihr Studium beendet und wir nurnoch zu zweit dastehen und aufhören müssen. Und dann hätte ich fast geheult, weil ich in den drei Jahren immer wieder die Hoffnung gehabt hatte, dass neue Mitarbeiter dazukommen und wir eine aktive Gruppe werden können, in der sich alle einbringen – und nicht nur wir drei.

Und dann haben wir in der Bibel gelesen und in Jesaja 54 gelesen.

Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gehabt hat! Denn die Söhne der Einsamen sind zahlreicher als die Söhne der Verheirateten, spricht der HERR. Mache weit den Raum deines Zeltes, und deine Zeltdecken spanne aus! Spare nicht! Mache deine Seile lang, und deine Pflöcke stecke fest! Denn du wirst dich nach rechts und links ausbreiten, und deine Nachkommen werden Nationen beerben und verödete Städte besiedeln.

Und irgendwie war es, als habe Gott zu jedem von uns gesprochen. Und ich musste die ganze Zeit auf den Vers 2 schauen und dachte: Gott verspricht uns, dass wir so eine große Gemeinschaft werden, dass wir unsere Räume noch erweitern müssen.

Ob er damit die SMD gemeint hat?

Bei Menschen mit Persönlichkeitsstörung kommt es schonmal vor, dass sie andere verletzen, scheinbar aus keinem anderen Grund als aus Spaß an der Freude. Aber was würde wohl passieren, denk ich jetzt, wenn dieses verletzende Verhalten gute Auswirkungen hat? Wenn man andere aus Spaß an der Freude verletzt und die Person mit der Situation umgeht und zeigt, dass sie ihr gar nichts ausmacht und scheinbar gut damit zurecht kommt?

Als ich erfahren habe, dass ich eine polnische Mitbewohnerin bekommen soll, in einer Nachtschicht auf einmal ein Zimmer frei machen musste und weder gefragt wurde, was ich dazu sage noch wie es mir dabei geht (von um Erlaubnis fragen will ich gar nicht erst anfangen) war ich erstmal total fertig. Ich wollte diese Person weder kennen lernen noch irgend etwas mit ihr zu tun haben. Obwohl sie überhaupt nichts dafür kann. Hab geheult wie sonstwas. (Und nein, ich will deswegen nicht in ein Frauenhaus xD) Aber ich denke, man kann sich vorstellen, dass es mir dabei erstmal so scheiße ging. Und fast alle außerhalb meiner Familie, mit denen ich darüber geredet habe, fanden es verständlich. (Bis auf die Frau, die diese Person an meine Eltern vermittelt hat. Es ist eine Freundin von ihr.)

Aber ich habe gemerkt, dass, wenn ich zeige, wie mies es mir geht, ist das für eine bestimmte Person in meiner Familie eher ein Erfolgserlebnis und es wird genau in dieser Richtung weiter gemacht. Ich glaube, früher oder später werde ich in eine Wohnung ziehen, von der sie nicht weiß, wo es ist, aber das sehen wir, wenn es so weit ist. (Und nein, es wird kein Frauenhaus xD) Jedenfalls hat sich dann irgendwann die Idee in meinen Kopf geschlichen, was denn wäre, wenn ich die Frau ganz lieb aufnehmen würde und wir uns vielleicht sehr gut verstehen? Der Wind würde einer bestimmten Person völlig aus den Segeln genommen werden. Erst hab ich mich gegen den Gedanken gesträubt aber hey, schon alleine um die dummen Gesichter zu sehen! Außerdem, auch wenn ich immernoch stinkwütend und enttäuscht bin, vielleicht ist es ja ein beeindruckenderes Zeugnis als wenn ich verbissen um meine Rechte kämpfe und das Ganze vielleicht in der totalen Eskalation enden würde.

Bis jetzt ist die Person noch nicht da. Erst hieß es, sie solle schon letztes Wochenende eingezogen sein, dann hieß es, mitte dieser Woche und aktuell ist jetzt der Freitag. Meine Eltern haben das Zimmer notdürftig vorbereitet und als ich gestern reingeschaut habe, dachte ich, das könnte man, so, wie es jetz ist, jemandem grade mal für ein oder zwei Übernachtungen zumuten. Hab ich mich dann eben drum gekümmert und versucht, es ein bisschen einladendet aussehen zu lassen. Und ein kleines Willkommensgeschenk, ich finde, das gehört sich einfach so. Wenn die gute Frau schon diesen miesen Job zu diesen miesen Bedingungen annimmt kann wenigstens so freundlich sein, wie es geht. Sie kann ja wirklich nichts dafür.

Davon abgesehen, meine Güte, ich steh schon genug unter Druck im Moment, dann muss ich ihn mir doch nicht noch größer machen, indem ich unbedingt ein schlechtes Verhältnis zu meiner neuen Mitbewohnerin haben muss, nur weil meine Mutter das so will. Also bitte! Ich entscheide doch, worüber ich mich aufrege, wer zwingt mich dazu, sauer zu sein? Und wie war das nochmal mit der Frucht des Geistes? Gehörte da nicht sowas zu wie Liebe und Freude? Na also! Dann schreib ich in diesem miesen Schauspiel mein eigenes Drehbuch.

Ich denke, das sollte ich mal sammeln, um mich daran zu erinnern.

 

  1. Ich habe eine 1,7 in der BA-Arbeit, und das bestimmt nicht, weil ich so toll bin.
  2. Die Frage, was mit meiner Note  ist, hat sich schnell und einfach klären können.
  3. Der Nebenfachkurs (Geschichte Ostasien) wurde verlegt, sodass ich diesen Kurs nehmen kann! Vorher hat er sich mit meinem Hauptfachkurs zeitlich überschnitten. Mittwoch abend noch dafür gebetet, komme nachts nach Hause und ein Freund erzählt mir, dass der Kurs verlegt wird.
  4. Mir ein schönes Zimmer geschenkt, in einer netten WG, und auch noch nicht zu teuer! Und das bei der Wohnungsmarktsituation in Bonn!
  5. Mir ein Schlafsofa für mein Zimmer wortwörtlich geschenkt! Und es passt perfekt hinein ins Zimmer!
  6. Mir ein tolles, intensives Gespräch mit Selina geschenkt, in dem ich ein bisschen über Gott reden konnte und sie nicht gleich abgeblockt hat.
  7. Genau als ich eine Fahrradabedeckung brauchte, also wirklich genau in der Woche, gab es bei Aldi eine im Angebot (3 € statt beim Fahrradladen 10€)

 

Ach, und bestimmt noch tausend Kleinigkeiten wie glückliche Momente, Freude,Frieden…..

… jedenfalls würd ichs ihr zutrauen 😀

Sie fährt ab und zu mit ihren Freundinnen, den „Turnschwestern“ für einen Tag weg. Wo sie dieses mal waren hab ich vergessen. Sie sind mit 20 Rentner-Ladys mit Bus und Bahn irgendwo hin gefahren, haben da den Tag verbracht, sind in ein Museum gegangen, sind Schiff gefahren (ich nehme an, es war irgendwo am Rhein) und wollten um 6 Uhr wieder zurück fahren. Soweit der Plan.

Aber wie das mit öffentlichen Verkehrsmitteln so ist, manchmal ist es nicht so, wie man es gerne hätte. Dieses mal war der Zug völlig überladen. War wohl Rushhour. Die alten Damen haben sich also reingequetscht, eine nach der anderen. Aaaber, da geht auf einmal keiner mehr rein, die Tür geht zu und der Zug fährt ab.

Mist.

Der nächste Zug kommt um 8 Uhr. Als sie mir die Geschichte heute mittag erzählt hat, hab ich ihr nur gesagt, da hatten sie ja noch 2 Stunden mehr Zeit, sich nen schönen Tag zu machen. Sie haben halt die 2 Stunden rumgekriegt und sind in den nächsten Zug eingestiegen. Da haben sie aber erst gemerkt, dass die Frau, die die ganzen Fahrkarten hat (warum hat nicht jeder seine Fahrkarte gehabt?) im anderen Zug saß.

Mist.

Sie saßen da und haben diskutiert, was denn jetzt zu tun war. Manche von ihnen müssen wohl ziemlich aufgebracht gewesen sein, ich nehme an, die hatten nicht mehr genug Geld, um sich im Zug neue Fahrkarten zu kaufen. Da mischen sich zwei andere Leute ein: Wenn ein Kontrolleur kommt, haben sie ein echtes Problem, weil sie dann wegen Schwarzfahren pro Person 40 Euro bezahlen dürfen.

Mist.

Aber es gibt eine Lösung! Die beiden Fahrgäste haben jeweils ein Viererticket! Und keinen, den sie grade mitnehmen. Also haben sie den netten Ladys angeboten, sie mitzunehmen. Es hat genau gepasst, es waren genau genug Plätze zum Mitnehmen frei. Und sie haben noch nicht richtig zugesagt, da kam schon der Kontrolleur. Und niemand ist shwarzgefahren.

Super!

Ich hab gesagt, da hat wohl jemand wirklich auf euch aufgepasst. Und Oma meinte, genau so muss es sein.

Super!

Da mein Mietvertrag im Studentenwohnheim ausläuft, musste ich mir ab Oktober ein neues Zimmer suchen. Irgendwann habe ich aufgegeben, bei den privaten WGs zu suchen. Die Preise sind astronomisch, unter 230€ geht da nichts, wenn man dann noch halbwegs was ohne 40 Minuten Busfahrt zur Uni haben möchte, geht man dann schon eher auf die 300€ zu.  So viel Geld habe ich nicht. Also war ich beim Studentenwerk. Die hatten sogar ein Zimmer frei, nicht so weit (etwa 10 min mit dem Bus zur Innenstadt), 190€. Ich musste nur sofort unterschreiben, sonst würden sie es im Oktober mit dem normalen Losverfahren vergeben. Also schrieb ich ungesehen einen Mietvertrag.

Als ich das erste Mal das Zimmer sah, dachte ich „Oh Gott, hier passt garnichts rein.“ So etwa 2,5×5 Meter, vielleicht etwas mehr. Und dabei noch lang und schmal, was es noch kleiner wirken lässt. Dann kam eine E-Mail von einer Ehemaligen aus der SMD, sie habe ein Schlafsofa zu verschenken. Perfekt, dachte ich, schön platzsparend, und sagte sofort zu. Ohne vorher zu schauen, ob es überhaupt ins Zimmer passen würde, oder durch die Tür, oder durch den Flur…..

Dann musste alles sehr schnell gehen, das Sofa sollte spätestens am 30. abgeholt werden. Dabei hatte ich doch noch garnicht die Schlüssel zum Zimmer, das würde ja erst ab dem 3. (Montag) gehen, und ich begann zu überlegen, wo ich denn so ein Sofa aufbewahren könnte bis zum 3. Außerdem war es zu kurzfristig, um noch einen Anhänger oder Bus zu mieten zum Transport des Sofas.

Tja, Sorgen über Sorgen. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, dass Gott das schon macht. Aber ich habe es – mal wieder – vergessen.
Ich rief bei der Hausverwalterin an um für den 3. einen Termin zur Schlüsselübergabe zu bekommen. Sie sagte „Wissen Sie was, das Zimmer ist eh schon leer, kommen Sie einfach heute bis 16 Uhr vorbei.“ Also hatte ich schonmal den Schlüssel. Blieb das Transportproblem des Sofas und die Frage, ob es (und auch alle anderen Sachen) in mein Zimmer reinpassen würden. Und durch die Eingangstür. Und durch den Flur. Am Abend, während ich gerade müllsäckeweise Zeugs wegwarf (ich hab mal so richtig ausgerümpelt, das ist das gute an einem kleinen Zimmer), klingelte es. Ein Ehepaar aus der amerikanischen Kirche stand da. Sie kommen aus Florida und kannten Sally, weil die ein paarmal dort im Gottesdienst gewesen war. Als sie sich den Fuß gebrochen hatten, waren die beiden ein paarmal bei uns gewesen, um zu schaun, wie es ihr geht. Sie fragten, ob Sally da sei. Ich sagte ihnen, dass sie schon in Uganda ist und wir unterhielten uns etwas. Spontan kam mir eine Idee. „Habt ihr vielleicht morgen Zeit? Ich muss ein Sofa durch halb Bonn transportieren und hab keinen Lieferwagen. Ich könnte jede Hand gebrauchen.“

Was soll ich sagen, sie sagten es sei kein Problem und mit ihrer Hilfe und der meiner Eltern und zweier Rollbretter unter dem Sofa war es innerhalb einer halben Stunden über Bürgersteige und Straßen durch halb Bonn zur neuen Wohnung gerollt. Und – natürlich – es hat nicht nur problemlos durch die Türen gepasst, es passt auch perfekt ins neue Zimmer. So perfekt, dass es ausgeklappt genau am kleinen Schränkchen endet. Als wäre es maßgeschneidert :). Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, nicht wahr, dass Gott sowohl mein Zimmer als auch das Sofa vorher ausgemessen hat XD.

Meine Eltern luden das Ehepaar zum Dank zum Essen ein und unterhielten sich super mit ihnen. So gut sogar, dass sie die beiden nach Nümbrecht einluden. Auch wenn das jetzt vielleicht zu schnell gedacht ist, aber es macht mir irgendwie Mut, dass sie sich so gut mit zwei „Freikirchlern“ verstehen, wo sie doch am Anfang so ein Problem mit „meiner Sekte“ hatten.

Am nächsten Tag wollte ich den Rest selber rüber bringen. Noch ein paar Kleinigkeiten, Schreibsachen, Küchensachen, sowas. Einen großen Teil hatten meine Eltern mir schon mit dem Auto gefahren. Den Rest musste ich zu Fuß machen. Ich packte mein Kärrerlchen voll, dann noch eine Umhängetasche. Dann sah ich aus dem Fenster: Es regnete. Na toll, dachte ich, ich hab keine Hand frei für einen Regenschirm und hier ist Papier drin. Ich brachte alles runter. Als ich die Haustür öffnete, hatte es gerade aufgehört. Es hatte den ganzen Tag schon immer wieder Regen und Regenpausen im Wechsel gegeben. Versuchen wir’s, dachte ich, und ging los. Es regnete nicht, als ich über die Allee ging. Es regnete nicht, als ich über den Campus der Naturwissenschaftler lief. Es regnete nicht, als ich über die Autobahnbrücke lief. Als ich alles trocken im Haus hatte, seufzend den schweren Rucksack abnahm und zum Fenster sah, hatte es wieder angefangen zu regnen.

Gestern habe ich wirklich die allerletzten Sachen rübergebracht. Jetzt ist drüben alles leer. Die Poster im neuen Zimmer sind aufgehängt und ich muss sagen, ich fühle mich hier sehr wohl. Das Bettsofa ist auch superbequem.

Ach ja, ich habe auch gleich schon den Unterschied zum alten Wohnheim gemerkt. Im alten waren die ja alle so auf „Wir sind so eine tolle Gemeinschaft“ getrimmt. Dabei wurde viel hinterm Rücken gelästert und es gab auch Gruppenzwang, zu den gemeinsamen Aktivitäten zu kommen. Das ist im neuen nicht so. Es ist definitiv anonymer, aber im Moment empfinde ich es als sehr angenehm, dass nicht jeder zwanghaft ein Gespräch mit mir anfangen will und mich unbedingt „eingruppen“ will. Trotzdem habe ich mich schon nett mit meinen neuen Mitbewohnern unterhalten, aber es ist wirklich ein Unterschied, viel lockerer. Ich hab das Gefühl, hier kann ich viel freier sein.

Hier dürfen natürlich keine Fotos fehlen von meinem neuen Zimmer. Vor den Kleiderschrank soll noch eine weitere Stange, an die ich den Wandteppich hängen werden, den Sally mir geschenkt hat. Als Verdeck. Und ich werde mir wahrscheinlich Vorhänge fürs Fenster besorgen.

Im Ernst: ich hab eigentlich keine Angst davor, vor anderen Leuten zu reden. Mir hat es nie was ausgemacht, an der Uni ein Referat zu halten oder ein kurzes Zeugnis zu geben oder sowas. Aber DAS!

Ich bin früh genug mit dem Vorbereiten fertig geworden dass ich ein paar mal Trockenübung machen konnte und ich hab echt gedacht, scheibenkleister! Das schaff ich doch nie! Das wird ein Desaster! Aber ich kann nicht mehr zurück, ich hab jetz gesagt, ich mach das und dann kann ich nicht kurz vorher noch abspringen. Augen zu und durch und so.

Ich weiß nicht, was ich am Sonntag gegessen hab. Ich hab keine Ahnung, wer alles da war, als ich bei der Kirche angekommen bin. Ich weiß noch nicht mal, was wir bei der Teambesprechung kurz vor dem Beginn besprochen haben. Außer einer oder zwei Sachen, die mich betreffen. Ich saß da wie ein Zombi. Als wir dann in den Saal gegangen sind, weil wir anfangen wollten, wollte ich nur noch verschwinden. Und als das letzte Lied vor der Predigt anfing… ich weiß nicht, warum ich nicht bewusstlos zur Seite gekippt bin. Ich dachte, ich bin sowas von die Falsche für sowas. DIE Falsche, wohlgemerkt. Hatte es doch noch irgendwo im Hinterkopf. Aber auf der anderen Seite hab ich immer wieder gedacht, hey, denk an die Talente und die Typen, die damit gewirtschaftet haben. Der Typ, der zu große Angst hatte, hat später Ärger gekriegt. Außerdem: DU KANNST NICHT MEHR ZURÜCK!

Hab den letzten Rest Willen zusammen gekratzt und bin nach vorne gegangen. Und dann MUSSTE ich. Alle haben mich angesehen und deswegen musste ich einfach anfangen. Ich hab gezittert und echt die erste Hälfte gedacht, ich vermassel es total. Hab mich verhaspelt und hab den Faden verloren und hab gezittert. Erst in der zweiten Hälfte bin ich reingekommen und es ging besser. Ich weiß auch nicht, was ich noch dazu sagen sollte, was war, als ich da vorne stand, ich weiß es nämlich nicht mehr!

Naja, ich hab zumindest von anderen nur positive Rückmeldungen bekommen, wofür auch immer. Aber scheinbar kam ich ganz anders rüber als ich mich gefühlt hab. Aber gefühlt hab ich nichts hinterher. Eigentlich hätte ich erwartet, dass ich entweder total euphorisch werde oder total im Erdboden versinke, so ist es sonst nämlich, wenn ich etwas probiere, was ich noch nie gemacht habe. Aber hier hab ich gar nichts gefühlt, ich war nur total groggy.

Inzwischen denk ich, es war für mich ok. Es hat zumindest in der Vorbereitung echt Spaß gemacht und es scheint ja angekommen zu sein. Und das garantiert nicht durch mich!

Im Ernst, ich hatte Angst davor. Ich hab es echt die erste Woche vor mir her geschoben, mich um die Predigt zu kümmern, ich weiß nicht genau, warum. Ich glaube, ich hatte Angst, etwas falsch zu machen, ich hab mich einfach unfähig und anmasend gefühlt, weil ich es versuchen wollte. Oder weil ich das Gefühl hatte, ich sollte es ruhig mal versuchen. Bis ich angefangen hatte, davon zu träumen, dass ich vor der Jugendkirche stehe und nichts vorbereitet habe. Will den Traum jetzt nicht interpretieren. Denk, das ist nicht nötig 😀

Naja, danach hab ich angefangen mit Brainstorming zu dem Thema. Hab einfach alles gesammelt, was auch nur im Entferntesten damit zu tun hatte und ich dachte, damit könnte man was anfangen. Am Freitag haben Steffi und ich zusammen gesucht, ein bisschen war dabei, zwei denken mehr als einer. In den letzten Tagen hab ich immer etwas zu schreiben dabei gehabt, weil vielleicht kommt ja zwischendurch was und das wollte ich dann nicht vergessen. Aber es sah ganz und gar nicht viel aus. Und wie ich damit was Vernünftiges zusammen stellen sollte, wusste ich echt nicht. Das Thema ist Gott als starke Burg und ich hab schon spaßeshalber gedacht, ich steh vor den Jugendlichen und sage „Der einzige Grund, warum ich bei den Vorbereitungen für heute Abend nicht den Verstand verloren habe: Gott war meine feste Burg“ 😀

Bis ich heute die zündende Idee bekam. Werde noch nicht schreiben, wie sie aussieht, das bleibt noch streng geheim 😀

Jedenfalls saß ich mit einer Freundin bei einem Kaffee und wir haben angefangen, die Idee mit ein bisschen Leben zu füllen. *g* war echt n cooles Gespräch, zwei Leute sehen echt mehr als einer. Und die letzten drei bis vier Stunden saß ich jetzt tatsächlich am Comp und hab ein gutes Stück fertig 😀

Und hey, ich hätte nicht gedacht, dass das so Spaß machen kann. Ist unglaublich, wenn Bruchstücke von Ideen plötzlich zu einem Ganzen zusammen passen. Und wenn ich das formuliere ist es so, als würde ich selbst lernen was ich den Jugendlichen rüber bringen will. Ich hoffe echt, dass Gott am Sonntag durch mich reden kann und den Jugendlichen Neues von sich zeigt.

Schreibe dann, wie es war 😀

Vor zwei Monaten hatte Sally sich den Fuß gebrochen. Heute ist die Schiene endlich hab und laut Röntgen alles OK. Es ist schön, sie wieder laufen zu sehen. Aber auch komisch. Vor allem, da sie jetzt nicht mehr unsere Hilfe braucht. Ich habe mich noch nicht so dran gewöhnt und will immer noch aufspringen, wenn sie aufsteht, und sagen „Bleib sitzen, ich hole dir, was du brauchst.“

Am ersten Sonntag, als sie mit Krücken in den englischsprachigen Gottesdienst ging, betete einer der Anwesenden für sie und sagte, nun sei sie geheilt. Als sie humpelnd aber ohne die Krücken zu benutzen zurückkam, bin ich echt böse mit ihr gewesen. Ich hab ihr gesagt, wenn Gott dich heilt, dann heilt er richtig. Dann würdest du jetzt nicht humpeln. Und Gott ist kein Automat, wo man oben das Gebet reinsteckt und unten kommt die Heilung raus. Er heilt nicht immer auf Knopfdruck. Auch wenn wir uns das manchmal wünschen würden. Ich habe sie gefragt „Hast du Schmerzen beim Laufen?“ sie sagte „Ja“ und ich sagte: „Dann hat Gott dich nicht geheilt.“

Während der Wochen, die sie die Krücken hatte, saß sie meist am Küchentisch und arbeitete. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das jetzt wird, nach Hause zu kommen und da sitzt sie nicht mehr am Tisch. Ich habe dann immer meine Sachen geholt und am Küchentisch Hausaufgaben gemacht, an der Bachelorarbeit geschrieben oder einfach mit ihr gequatscht. Wir haben uns über vieles unterhalten und irgendwann hat sie angefangen, mir zu erzählen, wie schlecht sie sich fühlt, weil sie nicht mehr immer aktiv sein kann. Weil sie gerne viele Sachen macht, in mehreren Studentengruppen hilft, manchmal bei der Bahnhofsmission ist… Ich sagte dann, genieße doch mal die Zeit mit etwas mehr Ruhe. Aber immer, wenn ich kam, war sie am Computer und organisierte Sachen per E-Mail oder war irgendwie beschäftigt.

Ich habe so viel mit ihr geredet in der Zeit. Auch über den Glauben. Sie sagte, sie glaube irgendwie an Gott, könne aber zum Beispiel nicht an die Hölle glauben, weil das doch unfair sei. Sie erzählte mir, dass ihre Mutter auch immer so aktiv gewesen sei und ihr sogar über Skype gesagt habe, dass die Verletzung nur in ihrem Kopf sei und sie sich einfach zwingen müsse, zu laufen. Es dauerte eine Weile, bis ich sie so weit hatte, dass sie sich von anderen Sachen bringen ließ und nicht immer versuchte, zu laufen. (Mittlerweile sagt sie immer im Scherz, ich sei ihre Mutter, weil ich ihr immer so typische Muttersätze gesagt habe wie „Ruh dich aus.“ „Setz dich hin.“ oder „Hast du schon was gegessen oder soll ich für dich kochen?“ Mit Krücken kochen ist ganz schwer.)

Irgendwann bekam ich mit, dass sie viel Stress hatte mit den ganzen Projekten. Und auch, dass einige der anderen Leute aus den Projekten nicht sehr rücksichtsvoll waren und ihr viel Druck machten. Ich versuchte dann immer, ihr zu sagen, dass sie lieber aufhören sollte, als sich für sowas aufzureiben.

Gestern kam wie gesagt die Schiene ab und sie kann wieder laufen. Als wir nachmittags wie immer in der Küche saßen, kam ein Skypeanruf aus England. Der Mann war von einem ihrer Projekte. Er machte ihr viel Druck, sie müsse schon viel weiter sein. Sally sagte, sie mache schon so schnell wie sie könne und habe auch noch viel für die Uni zu tun. Da sagte er (tatsächlich!), sie solle halt nicht so viel schlafen, 5 Stunden reichen auch, das sei doch kein Problem! Ich sagte zu Sally (auf Englisch, damit er das versteht): „Sag dem Kerl, wenn er dich noch einmal so unter Druck setzt, komm ich persönlich bei ihm vorbei!“ Als sie aufgelegt hatte, sagte ich, sie solle bei dem Projekt aufhören, wenn es sie so fertig macht. Und mit solchen Leuten würde ich eh nicht arbeiten. Sie sagte ja, das wisse sie eigentlich auch, aber sie fühle sich halt verantwortlich.

Um Mitternacht klopfte es dann an meiner Zimmertür. Ich war noch wach. Sally stand da und sagte mit tränenerstickter Stimme, sie brauche Hilfe. Wir habe über eine Stunde geredet. Das heißt, sie hat geweint und ich versucht, sie zu trösten. Sie erzählte mir, dass sie halt immer allen helfen wolle, auch wenn sie selber eigentlich wisse, dass das zu viel für sie ist. Dass sie irgendwann ihren Glauben an Gott verloren habe und nicht mehr wisse, was sie jetzt glauben soll. Ich habe versucht, ihr so gut es geht zu helfen. Ihr zu sagen, dass Gott sie liebt, ohne gleich wie eine Predigerin zu klingen und sie zu überrumpeln.

Heute lächelt sie wieder, was mich glücklich macht, und sitzt gerade neben mir in der Küche am Laptop. Sie schreibt E-Mails, um viele der Projekte abzusagen.

Ich habe ihr einen Zettel in den Briefkasten gelegt. Es ist ein schönes Kreuz auf der einen Seite. Auf der anderen Seite habe ich meinen Taufspruch geschrieben „I will not leave thee, nor forsake the.“ (Joshua 1,4) und den Satz „God holds you in his hand and promises you this.“ Ich hatte die Karte vor einem Jahr gekauft, als ich eine Brieffreundschaft mit einer Christin in Amerika anfangen wollte. Ich wollte sie in den ersten Brief legen, aber es hat nicht geklappt. Heute morgen bin ich aufgewacht, habe die Karte gesehen und gedacht: „Deshalb ist die Brieffreundschaft nicht zustande gekommen. Damit ich jetzt diese Karte für Sally habe.“

Ich gebe zu, am Anfang habe ich mich auch gefragt, warum Gott sie nicht einfach heilen konnte. Jetzt weiß ich es. Damit sie lernt, dass sie nicht immer überall allen Menschen helfen muss. Dass sie sich auch mal helfen lassen kann. Und wenn dies nicht passiert wäre, wären wir nie so ins Gespräch gekommen und sie hätte mir nie von ihren Problemen erzählt.

Trotzdem freue ich mich, sie jetzt wieder fröhlich ohne Krücken laufen zu sehen. 🙂

Update 13.06.:

Ich bin so so sauer. Gestern saß ich wieder mit Sally in der Küche. Da kam Myriam rein und fing an, ungefragt Sallys Schultern zu massieren. Dann meinte sie: „Boah bist du verspannt! Das ist so ungesund, dass du immer hier am Tisch sitzt. Du musst dich mal mehr bewegen!“ Sally hatte grad seit 2 Tagen die Schiene ab! Ihr tut immer noch der Fuß weh, wenn sie länger unterwegs ist. (Was ja ganz natürlich ist.) Sally sah daraufhin sehr traurig aus und sagte mit einem gequälten Blick „Ja, ich weeeeiß.“ Myriam ging dann raus und Sally sah so aus, als würde sie gleich anfangen zu heulen, also habe ich sie in den Arm genommen und getröstet. Ein paar Stunden später, wir saßen wieder zusammen am Tisch (was wir in letzter Zeit wirklich oft machen), kam Anja. Ganz ehrlich: Ich mag sie nicht. Sie ist immer unfreundlich, kurz angebunden und hat wegen dem kleinsten Problem so einen Motzeton drauf, dass du schon gleich keinen Bock mehr hast, mit ihr zu reden. Sie kam also rein, machte sich was zu essen und kam dann kurz zum Tisch. Sie sah Sally von oben bis unten an und kniff ihr in den Bauch. „Du hast aber auch ganz schön zugenommen, ne?“ (Meine Meinung: Sally hat endlich Normalgewicht. Aber Anja ist auch so eine: scharf an der Grenze zum Rippen-einzeln-zählen. Und seit zwei Wochen offiziell auf Diät…) Sally sagte traurig „Ja, ich weiß doch. Bald kann ich wieder Sport machen.“ Ich sagte schnell „Du hast eine tolle Figur, Sally.“ Darauf sah Anja mich mit so einem „Ach, halt du doch die Klappe“-Blick an und ging. Als sie weg war, fragte ich Sally: „Du weißt doch, dass das nicht stimmt? Du siehst toll aus!“ Sie sagte „Ja, du hast recht. Ich darf nicht drauf hören.“, und lächelte zum Glück wieder. Etwas später kam Anja nochmal und meinte auf ihre kurzangebundene Art „Du weißt, dass das nur Spass war, ne?“ Sally nickte. Ich wusste auch nicht, was ich sagen sollte. Beziehungsweise, da Anja auch gerne auf ihrem Standpunkt beharrt, weiß ich, dass ein „Sowas ist nicht lustig!“ in einer äußerst unfruchtbaren und heftigen Diskussion über „Man muss doch Spass verstehen können“ geendet wäre. Zumal Anjas Ansichten vom Idealmaß, gelinde gesagt, verzerrt zu sein scheinen.

Zum Glücke merke ich, dass Sally lieber mit mir zusammen ist und ihr meine Meinung auch wichtiger zu sein scheint als Anjas oder Myriams. Da bin ich Gott sehr dankbar für. In den Schokokuchen, den ich heute gebacken habe, hat sie zumindest herzhaft reingehaun. 🙂