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Ich liebe dieses Wetter! Soooooo schöner blauer Himmel, sooooooo schön warm, sooooooooo schöne Sonne und ich zwinge mich dazu, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn mein Vater renoviert und nicht will, dass ich helfe oder wenn ich es tun würde auch Stress machen würde und ich das „Bau Putzen“ lieber auf später verlege damit ich es in Ruhe machen kann. Dafür nehm ich mir n Buch und setz mich raus.

Gut, dass ne Bekannte, deren Namen ich hier nicht schreiben sollte, (wer genaueres wissen will: Fragen kostet nichts) mir neulich ein Sonnenspray geschenkt hat, das sie nicht verträgt. Macht mir die Tatsache, dass sie es, wie sie sagt, in Sünde erworben hat auch wenig, dadurch verliert es ja nicht seine Wirkung.

Irgendwie hab ich im letzten Jahr einige interessante Leute kennen gelernt…

Also das Sternchen, von der ich schon geschrieben hab (ihr geht’s glaub ich allgemein etwas besser, keine Selbstmordgefahr mehr), ein paar sehr interessante Leute im Straßencafe, die Mädchen beim Mädchenklub ❤ und jetzt diese Person. Und die ist wirklich von allen die interessanteste… aber ich glaub, auf dem Blog sollte ich nicht so viel über sie schreiben. Wer mag kann aber sehr gerne für sie und ihre Gesundheit beten und für mich, dass ich mit ihr richtig umgehe.    

Auf vielfachen Wunsch von einer Person einen kurzen Bericht von dem, was ich am Sonntag abend gemacht hab:
Was mir sehr fehlt ist eine feste Gruppe, wo es keinen frontalen „Bibelunterricht“ gibt wie im Gottesdienst sondern man sich austauscht und für einander betet und schonmal etwas zusammen unternimmt.
Dann hat ne Freundin im Internet von einem JEK gelesen in der Urchristlichen Gemeinde. Da war ich vor ein paar Jahren schon, bevor ich nach Marburg gezogen bin. Ich war da in einem Kurs über Kommunikation und Gottesbeziehung – hach Bithja, sprichs doch einfach aus, es ging um Prophetie. Fasziniert mich total.
Egal, zurück zum JEK. Sandra hat kurz vorher doch abgesagt, leider. Dabei traue ich mich sowas eigentlich nicht alleine, also irgendwo hin zu gehen wo ich nicht weiß, was mich erwartet und wo ich keinen kenne. Aber die Alternative wäre Business as usual, und ich wollte unbedingt mal was anderes, raus aus dem immer gleichen Trott. Also bin ich doch alleine hin. War ziemlich nervös und hab mich noch 10 Meter vor dem Ziel gefragt ob ich nicht lieber umdrehen soll. Aber dann hab ich gedacht, die Entscheidung ist doch schon längst gefallen, das hätte ich mir vorher überlegen sollen, jetzt bin ich schonmal hier.
Also bin ich rein. Und hab den ersten, den ich gesehen hab (Gott sei dank direkt im Flur) nach dem JEK gefragt, der war wohl eine Art Leiter des Vereins und hat sich gefreut, dass ich einfach mal so gekommen bin. Hat sich als Emmi vorgestellt. Hat mich gefragt, wie es kommt, dass ich da bin und ich hab ihn ein bisschen was nach dem JEK gefragt (Sie nennen ihn den Stützpunkt…) und nach und nach kamen die anderen. Auch so in meinem Alter, vielleicht ein bisschen jünger, aber nicht viel. Und einfach WAHNSINNIG! Es wurde drinnen Federball gespielt und man hat sich gegenseitig mit Tischtennisbällen beworfen und nur Quatsch gemacht… wobei, später haben wir noch Lobpreis gemacht und ganz spontan Abendmahl, und da kein Brot und Wein da war mussten Wasser und Kuchen herhalten. (Jetzt, in diesem Moment würde ich gern dein Gesicht sehen, lieber Leser :-D)
Also auf gut deutsch, ich glaub, die sind so blöd wie ich. Passt.
Nächste Woche ist ne Veranstaltung von der Gemeinde, also kein Stützpunkt-JEK, aber ich freu mich schon auf übernächste Woche.

Beruflich:

Vorgestern habe ich eine SMS gekriegt, die Leiterin von einem Nachhilfeinstitut, bei dem ich vor ich weiß nicht wann mal gefragt hab, ob sie noch Mitarbeiter brauchen. Habs eigentlich schon längst vergessen. Abgekackt. Aber jetzt hat sie mich gefragt, ob ich als freie Mitarbeiterin einsteigen will. Gestern war ich das erste mal da, hab erst eine Gruppe und eine als Vertretung, aber eine andere von ihnen will diesen Sommer wahrscheinlich aufhören und sie brauchen Leute, die die Gruppen weiter führen. Also werde ich wahrscheinlich mehr bekommen. Also, Nachhilfe habe ich schon oft gegeben und das kann ich mit Sicherheit. Also, auch wenn es jetzt noch nicht reicht ist es ein guter Anfang.

In der Familie:

Ich hab schon vor ein paar Wochen gemerkt, dass die Zeit, wo ich jeden Kontakt zu Mama soweit es geht vermieden habe vorbei ist. Ich hatte Zeit, mir über meine Grenzen klar zu werden und was ich mir von Mama sagen lassen will und was nicht. Und dass ich diese Grenzen verteidigen werde. Und ich glaube, so langsam ist wieder die Zeit, es nochmal zu versuchen. Sie hat neulich das erste mal seit ich weiß nicht wann über fb mir (wenn auch verschlüsselt) mitgeteilt, dass sie mich liebt. Ich saß eine halbe Stunde vor dem PC und hab geheult. Ich hab nur gedacht, meine Mama liebt mich! Aber meine Grenzen trotzdem zu akseptieren wird sie lernen müssen. Wenn ich nein sage heißt das schließlich nicht, dass ich sie als Person ablehne.

Geistlich:

Da hab ich auch endlich wieder ne Möglichkeit gefunden, wieder etwas Regelmäßigkeit reinzubekommen. Mir ist es in den letzten bestimmt mindestens 5 Jahren so auf den Wecker gegangen, dass ich mich tagelang kaum um Jesus geschert habe. Teilweise bin ich darüber halb wahnsinnig geworden, hab so gedacht, ich wär gar kein Christ mehr und so. Kann gar nicht so genau sagen, ob es einen Punkt gegeben hat, wo Gott geredet hat oder gewirkt oder so. Ich weiß nur, dass ich in den letzten Wochen immer wieder Gedanken hatte, was ich ändern sollte, damit das besser wird. Zum Bespiel habe ich ganz früher immer vor dem Schlafen gehen Bibel gelesen und das irgendwann aufgegeben, ich weiß nicht warum. Aber daran hab ich jetzt gedacht und dass es gut geklappt hat. Deswegen hab ich damit jetzt wieder angefangen und es klappt wirklich gut. Vielleicht weil es so zum „Einschlafritual“ gehört und ich es deswegen nicht vergesse. Oder dass ich mir die eine oder andere Angewohnheit angewöhnt habe, mit der Gott wohl nicht so glücklich ist und ich mehr als vorher das reflektiere, was ich sage und denke. Und noch das Eine oder Andere mehr, aber auf jeden Fall läuft das jetzt auch wieder besser.

Wohnlich:

Opa ist vor einem Monat gestorben. War abzusehen, deswegen gehts mir glaub ich auch wieder ganz gut. Klar war ich traurig, aber nicht so lang wie es bei Oma war. Seine Pflegerin ist also auch wieder weg. Im Moment wohne ich alleine hier im Haus, aber das wird sich auch bald ändern. Mein Bruder will mit einziehen, wir haben uns geeinigt, dass er in meine Noch-Wohnung zieht und ich runter ziehe. 1. weil es mich nicht so stört wie ihn, wenn über mir jemand wohnt (höhöhö, das klingt vielleicht: Er will nicht, dass jemand über ihm ist xD) und 2. weil ich die Wohnung unten schöner finde. Sie ist zwar kleiner, aber so hab ich weniger zu putzen :-D. Übrigennds besteht mein Papa darauf, dass alles grunderneuert wird. Ich wollte das eigentlich erst gar nicht, aber er hat so darauf bestanden, also ok… bitte, wenn er SOOOO darauf besteht xDDDD

Klingt doch eigentlich im Großen und Ganzen ganz gut. Ach ja, was vergessen:

Ehrenamtlich:

Ungefär 20 Minuten von hier ist ein sozialer Brennpunkt, wo meine Gemeinde ein Mädchenklub (Jungschar) betreibt, die haben nach ner neuen Mitarbeiterin gesucht und ich hab mich gemeldet. Ich muss dazu sagen, wegen den blöden Erfahrungen in den letzten Jahren bin ich sehr vorsichtig geworden was Sympatie und so angeht. Ich wollte einfach nicht, dass mich wieder jemand verletzt. Deswegen hab ich auch keinen wirklich emotional an mich rangelassen und hatte eigentlich dasselbe mit diesen Mädchen vor. Ich wollte da mitarbeiten, Gruppenstunden mit durchführen, aber wollte nicht, dass mir jemand zu nahe kommt. Hehehe, Fehlanzeige! Weil die Mädchen mich einfach im Sturm erobert haben! Ich wurde vorgewarnt, dass es sehr komplizierte Mädchen sind, zum Teil aus völlig zerrüttelten Familien, vernachlässigt, keine Grenzen und so, oder aus muslimischem Hintergrund, die eigentlich keine christlichen Geschichten hören dürfen. (Wir machen es natürlich trotzdem, die Mädchen und ihre Eltern wissen das und sie sind trotzdem jede Woche da!) Ich wusste zwar, dass ich etwas schwierige Kinder mag, aber die sind soooooooooooooooooooo toll! Also nichts mehr mit emotionalem Panzer. Na, wenn das mal gut geht. Aber hier glaub ich schon.

Ist schon ein paar Wochen her, aber ich schreibs trotzdem. Ich meine, ich schreibe ja öfter mit ein paar Wochen Verzug…

Vor fast einem Monat konnten sich an einem der Mittwoch-Abend-Gebetstreffen von meiner Gemeinde die melden, die sich speziell Gebet für (körperliche) Heilung wünschen. Ich hatte da immer nachts und besonders morgens nach dem Aufstehen bis in den Mittag rein, Rückenschmerzen. Deswegen wollte ich schon gerne aufstehen. Aber dann sind schon so viele vor mir aufgestanden, da hab ich gedacht, so wichtig sind meine popeligen Rückenschmerzen doch nicht und wenn ich jetzt auch noch aufstehe… irgendwann stehen mehr als sitzen. Also bin ich sitzen geblieben.

Wir Sitzer sollten uns dann zu den Stehenden stellen, ihnen vielleicht die Hände auflegen und für sie beten. Hab ich dann auch gemacht. Hab gehofft, wir könnten später noch für mich beten, hat sich aber dann doch nicht mehr ergeben.

Stattdessen hab ich auf dem Weg zum Parkplatz den anderen von meinem Psychostress im Moment erzählt und da stellte sich heraus, dass andere ganz ähnliche Erfahrungen haben. Ich weiß nicht, ob das was damit zu tun hat, aber wär möglich… eben pschosomatisch.

Auf jeden Fall, ohne dass da jemand speziell für gebetet hätte, ab dem nächsten Morgen waren die Rückenschmerzen komplett weg.

Toll, ne???

„Wut hilft uns, zu erkennen, wo persönliche Grenzen überschritten werden. Die wichtige Frage dahinter lautet: ‚Welcher Wert, der mir wichtig ist, wird hier missachtet?‘ (…) Wenn man respektlos mit uns umgeht, wenn wir in einer Beziehung zu viele Zugeständnisse machen müssen, wenn man mehr von uns verlangt, als wir zu geben bereit sind oder wenn wir zu Dingen ja sagen, zu denen wir lieber nein sagen würden – in all diesen Situationen werden unsere Werte und Überzeugungen missachtet und verletzt. Dann ist es an der Zeit, mal in Ruhe nachzudenken.

Man sagt, Wut sei ein Sekundärgefühl. Häufig geht sie einher mit Empfindungen wie Schmerz, Trauer, Angst, Enttäuschung und Scham. Will man also Wut richtig verarbeiten, muss man sich sehr genau mit diesen tieferen, heiklen Emotionen auseinandersetzen. Wenn Sie wütend sind, sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Wovor hab ich Angst? Bin ich verletzt? traurig? enttäuscht? Was steckt tatsächlich hinter dieser Wut? Ich werde wütend, wenn mich jemand kritisiert. Instinktiv gehe ich in die Defensive. Bei genauerer Betrachtung der Wut merke ich aber, dass dahinter die Angst vor Unzulänglichkeit steckt. Ich fürchte, nicht gut genug zu sein. (…) Die meisten Menschen denken, sie seien weniger verletzlich, wenn sie ihre Wut zum Ausdruck bringen als wenn sie Angst oder Verletztsein eingestehen. Ich kann mich darüber ärgern, dass meine Freundin meinen Geburtstag vergessen hat, aber eigentlich bin ich eher verletzt als wütend. Ich kann mich darüber aufregen, dass meine Gemeinde nicht genug für Singels über 30 anbietet, nur um dann zu entdecken, dass hinter meiner Wut die Angst vor dem Alleinsein steht.

Wenn Sie das nächste mal wütend werden, fragen Sie sich auch: Was hatte ich erwartet? Unerfüllte und unklare Erwartungen in Beziehungen, ob in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, in Freundschaften, Partnerschaften oder auch in der Gemeinde, sind häufig Auslöser für Wut. Wir erwarten von anderen, dass sie wissen, was wir wollen, bevor wir es wissen oder es ausgesprochen haben. Wie fühlen Sie sich, wenn jemand aufgrund unerfüllter Erwartungen wütend auf Sie ist, diese Erwartungen aber nie ausgesprochen hat? Der andere ist einfach davon ausgegangen, dass Sie sie kennen. Das Problem ist, häufig sind unsere Erwartungen

  • uns nicht bewusst (wir wissen gar nicht, dass wir sie haben)
  • unrealistisch (wir geben uns einer Illusion hin)
  • unausgesprochen (wir behalten sie für uns) oder
  • nicht abgestimmt ( der oder die andere hat nie ja dazu gesagt.)

Vielleicht sind Sie wütend darüber, dass Ihr Hauskreis sich außerhalb der Gruppentreffen nie privat trifft. Sie hatten eine Erwartung, mit der Sie aber nie mit den anderen gesprochen haben. Sie sind wütend darüber, dass Ihr Mann Sie nicht täglich von der Arbeit aus anruft. Diesen Wunsch müsste er doch ‚erspüren‘. Offen ausgesprochen haben Sie ihn aber nie. (…) Wenn Sie verstehen, dass viele Erwartungen unerfüllt bleiben werden, weil sie weder ausgesprochen noch abgestimmt wurden, werden Sie feststellen, dass Sie viel seltener wütend werden.

Hinter Wut kann auch Kleinlichkeit stehen, Arroganz, Hass, Neid oder der Wunsch, einen anderen zu verletzen. Achten Sie mal darauf, ob Ihre Bemerkungen sarkastisch oder schnippisch sind oder ob Sie jemandem aus dem Weg gehen. Vielleicht sind Sie neidisch auf die Beförderung eines Arbeitskollegen. Ursache Ihrer Wut kann Angst oder Projektion sein. Die Wut wird zur Sünde, wenn Sie sie an jemandem auslassen, der damit überhaupt nichts zu tun hat. Gerade weil Wut eine so komplexe Emotion ist stelle ich mir – bevor ich aus der Wut heraus reagiere – folgende Fragen, die sich als sehr hilfreich erwiesen haben: Steht dahinter eine Schuld, für die ich die Verantwortung übernehmen muss? Ist meine Wut gerechtfertigt oder entspringt sie einer meiner dunklen Seiten? Habe ich jemanden in meiner Wut verletzt, den ich dafür um Vergebung bitten muss? Aristoteles hat einmal ganz richtig gesagt: ‚Wütend werden kann jeder, das ist einfach. Aber wütend sein auf den Richtigen, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.‘ Wütend zu sein, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen, ist leicht. Wut anzunehmen, um sie dann angemessen zu verarbeiten und sie nicht auf andere projizieren zeugt von großer spiritueller und emotionaler Reife.“

(Geri Scazzero in einem Buch, das ich grade lese. Ich überlege, ob ich dazu auch mal ein Training anbiete…)

Das hab ich Weihnachten jetzt tatsächlich gemacht:

Am Wochenende vor Weihnachten war Fil bei mir. War (natürlich) voll lustig, wir haben Tee gekocht und den in Siegen an Obdachlose und Bettler in der Fußgängerzone verteilt. War aber auch so ein bisschen, um Kraft zu sammeln, weil ich gar nicht wusste, was mich Weihnachten erwarten würde. Bis dahin hab ich nämlich immer Weihnachten komplett, das heißt, vom 24. bis mindestens 26. komplett bei meinen Eltern „gefeiert“.

Aber in 2012 ist einfach einiges gewesen, was mich befähigt hat, zu sagen, dass ich das nicht mehr will und auch danach zu handeln. Ich hatte vorher mehr oder weniger vor ich hingelitten, gedacht, dass es mir nicht gut damit geht, aber ich nicht das Recht hab, zu sagen, ich wolle es anders oder dass ich undankbar sei, oder anormal oder so. Aber hey, warum eigentlich? Bei der Fortbildung hab ich gelernt, meine Grenzen wahrzunehmen und zu verteidigen, in Gesprächen mit anderen Betroffenen hab ich gelernt, wie diese Gedanken in meinem Kopf zustande kamen und wo sie ihren Ursprung haben und ich hab angefangen, das Ganze, was ich denke mal objektiv zu sehen: Was ist daran undankbar, wenn ich sage, ich möchte nicht 3 Tage bei meiner Familie leben und damit wahrscheinlich nicht nur mich quälen sondern vielleicht auch andere? Und warum bin ich deswegen anormal, immerhin ist auch Mama nicht die ganze Zeit bei Oma und davon abgesehen ist unsere Familie da wirklich nicht ein Musterbeispiel, wie es sein sollte. Viel zu eng und gleichzeitig gleichgültig und erdrückend. Eine komische Mischung. Und meine anderen Freunde sind auch nicht die ganze Zeit bei der Familie. (Eine alte Freundin hat sogar mal gesagt, dass sie nicht Muttertag feiern!)

Aber genug Emo 😀

Ich hatte ein bisschen Angst, es meiner Familie zu sagen. Gott sei Dank kam mir meine Oma zur Hilfe. Ich hab ihr mein Dilemma geschildert und sie hat mir den Rat gegeben, Heilig Abend auf Einladung zu kommen, einen Feiertag bei ihr, also Oma zu verbringen und einen Feiertag bei Opa (immerhin könnte das sein letztes Weihnachten gewesen sein). War erst unsicher, aber dann fand ich die Idee doch gut. Als Papa mich dann ich glaub am Donnerstag oder Freitag vorher gefragt hat, hab ich ihm das so gesagt. Also war ich Heilig Abend bei Mama und Papa. Allerdings war ich nicht mit Mama zusammen im Gottesdienst, sie und Oma waren in der Kirche und ich in der Gemeinde. War auch das erste mal, dass ich selber entschieden habe, in welchen Weihnachtsgottesdienst ich gehe. Klingt komisch für ne erwachsene Frau, merk ich grade 😀 Erst danach bin ich zu meiner Familie gegangen. Als ich angekommen bin, war Mama noch im Gottesdienst und ich saß ein bisschen auf Kohlen, weil ich nicht wusste, was mich erwartete: Haß? Verachtung? übertriebene Liebe? Spott? Aber ich hab mir immer wieder gesagt, dass mir gar nichts passieren kann, wenn sie mir tatsächlich zu dumm kommen würde, konnte ich einfach gehen. Und ich glaube, ich hätte es wirklich gekonnt. Ich bin nicht auf die Gnade meiner Mutter angewiesen. Ich bin mehr wert als das, was sie manchmal in mir sieht. Und das Wissen hat mir dann geholfen, ruhig zu bleiben.

Als sie gekommen ist, war sie tatsächlich not amused. Ich weiß nicht genau, was sie hatte, aber als sie behauptet hat, es sei doch gar nichts konnte ich es tatsächlich auch dabei bewenden lassen und diese Bemerkung als „Ich will nicht darüber reden“ verstehen und nicht als „Ich will bestimmen, was du fühlst.“ Es hat mich nicht runter gezogen. Und als wir dann gegessen haben, hat sie ihre Weihnachtsmiene sehr gut aufgesetzt, so dass man kaum noch merkte, dass sie eigentlich scheiße drauf war und man konnte es gut aushalten. Ich bin glaub ich bis so sieben oder halb acht da geblieben und hab mich dann verabschiedet und ich glaube, es war soweit auch für sie ok.

Übrigends gab es den ganzen Abend soweit ich mich erinnern kann, außer dem „Es ist gar nichts“ keine weiteren verbalen Attacken. Sehr gut, Mama!

Ich glaub, den nächsten Tag war ich bei Oma, aber nicht den ganzen Tag, nur zum Mittagessen, weil nachmittags Mama zu Oma kommen wollte. War richtig schön, aber das ist es bei ihr meistens.

Die restliche Zeit war ich zu Hause. Ich war zwischendurch bei Opa, Papa und Jens waren auch mal da und wir haben zusammen Kaffee getrunken. Alina war auch dabei und ihre Tochter, die zu Besuch war, auch. Die studiert Germanistik und spricht sehr gut deutsch. War echt schön. Die war auch zwischendurch mal bei mir, wir haben Spiele gemacht und einen Film gesehen. Ich hab ihr Kalaha beigebracht, sie war echt gut. Richtig entspannt, so kannte ich Weihnachten noch gar nicht. Und ich hab immer gedacht, dass man einsam wäre, wenn man Weihnachten zu Hause wäre. Weil manche sagen, das wären alles arme Würstchen, die Weihnachten nicht bei der Familie sind. Aber das war ich doch, nur nicht die ganze Zeit. Und ich hab gemerkt, dass es einfach schön sein kann. Die Version von Weihnachten, die ich vorher kannte, die angeblich besinnliche, familiäre, das war für mich die Einsame und Traurige, weil wir zusammen waren, uns aber nicht wirklich viel zu sagen hatten. So konnte ich es endlich mal genießen und ich hab gedacht, es war unnötig, dass ich in den letzten Jahren in so eine Anti-Weihnachts-Stimmung gekommen bin.

Vor nicht mal 2 Wochen hatte Mama Geburtstag. Ich wurde am Tag vorher von Papa eingeladen, auf meine Nachfrage, was denn an Mamas Geburtstag wäre. Ich will nämlich nicht mehr einfach selbstverständlich kommen, weil ich glaube, dann wird es als selbstverständlich genommen, dass alles immer so weiter geht wie bisher. Also bin ich auf Einladung da hin Und da hab ich gemerkt, dass ich mir Mamas diskrimminierende Art tatsächlich nicht einbilde. Nicht, dass sie an dem Tag gegen mich gewettert hat oder mich beleidigt hat. Sie hatte Papa im Visier. Sie hat mich an eine frühere Klassenkameradin erinnert, die mich gemobbt hat. Derselbe Tonfall, derselbe Spott, derselbe geschickte Versuch, Anwesende auf ihre Seite zu ziehen, um gemeinsam gegen einen Schwächeren vorzugehen. Papa hat mir voll leid getan, sie hat ihn mit einem Hund verglichen, wollte ihn an die Leine nehmen, damit er sich nicht verläuft oder wenn er Sport machen wollte, hat sie ihn zum Hamster gemacht, den man in ein Laufrad setzen konnte. Dann könnte man damit wenigstens noch Strom produzieren und damit was verdienen anstatt teure Sportgeräte anzuschaffen. Klingt lustig und wenn man unreflektiert dabei wäre, wäre es das sicher auch. Aber ich hab nur gedacht, armer Papa!

Das hat mir 2 Dinge gezeigt:

1. Es war richtig von mir, anzufangen, da auszubrechen. Was in meiner Familie passiert ist wirklich nicht gesund, und wenn ich ihnen schon nicht helfen kann, muss ich mich selbst schützen. Es ist nicht böse und ich bin auch nicht undankbar deswegen oder eine Nestbeschmutzerin. Wenn es eine Nestbeschmutzerin gibt ist es die Person, die die Familie in einem schlechten Licht dastehen lässt weil sie sich schlecht verhält und nicht die Person, die es beim Namen nennt oder das nicht mehr mitmachen will. Schließlich ist auch derjenige der Umweltverschmutzer, der Giftmüll im Wald abladet und nicht derjenige, der sich daran stört und die Behörden alamiert.

2. Ich kann nicht mit Papas Hilfe rechnen, jedenfalls nicht mit der Hilfe meines irdischen Papas. Er ist zwar richtig lieb und in praktischen, handwerklichen Dingen auch echt hilfsbereit. Aber wenn es darum geht, sich gegen Mama durchzusetzen, Grenzen zu verteidigen und ich selbst zu sein wird er mir nicht helfen. Er ist schwach und das meine ich jetzt nicht abwertend oder so. Einfach, dass er nicht gegen Mama ankommt. Deswegen konnte er mich als Kind auch nie vor ihr schützen. Ich hab mich immer gefragt, warum ich, wenn es um Gott geht, eine tolle Beziehung zu Jesus habe und mit dem heiligen Geist auch prima klar komme, aber Gott als Vater war immer so, ja, den gibts auch noch, aber mehr auch nicht. Seit ich das hier mit Papa kapiert hab, ist auch Gott als Vater viel präsenter, also gefühlt präsenter. Hm…

Seit dem 7. Dezember bin ich es endlich! Deeskalationstrainerin der Gewaltakademie! Ich war mir bis zum letzten Moment total unsicher, ob ich das Zertifikat wirklich bekomme, weil so wenige Leute beim Training dabei waren. Ich war unsicher, ob es mir anerkannt würde. Aber ich hab getan was ich konnte und das hat auch der Hartmut (Lehrtrainer) gesagt. Er meinte, als ich ihm das gesagt hab, das wäre jetzt eben so und ich hätte das ja sicher in meinem Bericht erklärt. Das hab ich auch, aber ich war mir unsicher, ob das reichen würde.

Umso erleichteter war ich, als ich tatsächlich aufgerufen wurde und mein Zertifikat in Empfang nehmen konnte. Danach haben wir noch (mit der Ausbildungegruppe) gefeiert, war echt lustig. Auch, wenn ich mit dem ganzen Trinken und so nichts anfangen konnte (war froh, dass wir eine Muslimin in der Gruppe hatten, die auch nicht getrunken hatte, da hab ich mich nicht so allein gefühlt.) Die anderen waren ziemlich zu und völlig verrückt. Ich hab teilweise so gelacht, weil es einfach so blöd war und manchmal hab ich gedacht, Erde an Leute, jemand da? Aber war echt lustig.

Aber irgendwie konnte ich mich doch nicht so freuen, wie ich gedacht hab. Seltsam. Ich meine, ich bin echt froh, dass ich bestanden hab. Aber nicht so, wie ich dachte. und das war nicht das einzige mal. Ich hab schon länger gemerkt, dass ich mich kaum freuen kann, nur schlecht schlafen konnte und trotzdem immerzu müde war, dass ich mich nur wenig konzentrieren konnte, mich zu nichts aufraffen konnte (und sei es auch nur, aufzuwaschen oder einen Brief wegzubringen), hatte verrückte Angst, dass sich nie was ändern würde, dass ich keine Freunde hätte, dass Gott mich verstoßen hätte, dass ich völlig verarme und ich weiß net was… dann kam noch RICHTIG schlechte Laune dazu… na, erinnert das an irgend etwas?

Nur gut, dass ich mich wegen Sternchen schon ein bisschen mit Depressionen beschäftigt hab. Und daher wusste, was man auch selber machen kann. Nicht, dass es schon schlimme sind, aber man merkt es doch. Also versuche ich, mich nicht in diese Stimmung zu ergeben, ich zwinge mich, mich tagsüber nicht hinzulegen, sondern rauszugehen, ich hab mich nach Aerobic- und Zumbakursen erkundigt (und bin tatsächlich hier in der Nähe fündig geworden), also Sport soll gut sein, dann auch Kleinigkeiten als Erfolg sehen und mich zu praktischer Tätigkeit aufraffen (ich muss sowieso putzen, am Wochenende kommt Fil 🙂 ) Ich achte auf meine Gedanken und Gefühle, ich pass auf, dass sie nicht so schnell in eine Abwärtsspirale kommen, ich achte darauf, was ich mir ansehe, wenn es ein zu trauriger oder emotionaler Film ist, bin ich vorsichtiger und mache im Zweifelsfall aus. (Bei einem Teil davon hab ich übrigends selbst nicht gewusst, dass es hilft, es war eher ein Einduck und es hat funktioniert. Na, wer ist wohl der beste Arzt?) Und im Moment gehts mir wieder relativ gut. Werde mir wahrscheinlich trotzdem psychologische Hilfe holen, nur zur Sicherheit. Ob ich auch noch zum Hausarzt gehe und mir was verschreiben lasse weiß ich noch nicht.

Sternchen gehts übrigends besser. Hat sie mir neulich geschrieben. Freu mich für sie.

Dann noch was von heute. War lustig. Und ich glaub, so sah ich auch aus. Bin puderrot geworden. Ich war in der Gebetsstunde und da machen wir das oft auch so, dass wir einige Minuten uns einfach auf Gott konzentrieren und hören, ob er was sagt. Meistens kommen mehrere Sachen. Ich freu mich immer, wenn ich etwas bekomme, was ich weiter geben kann. Aber dieses mal hab ich nicht damit gerechnet, weil ich mit meinen Gedanken eigentlich ganz woanders war. Aber dann hab ich die Augen aufgemacht und mein Blick ist auf eine Lichterkette gefallen. Ich hab gedacht, hm, Licht. Aha. Und? Nachdem ich die Augen wieder geschlossen hab, habe ich vor meinem inneren Auge einen Bruchteil einer Sekunde eine Orange gesehen. Aha, Licht und Orange. Ich hab gedacht, Gott, du erwartest doch nicht etwa von mir, dass ich einfach sage „Licht und Orange“?!?!?! Das hab ich absolut nicht verstanden, ich dachte, was hat Licht mit einer Orange zu tun? Das musst du mir nochmal genauer erklären. Dann, irgendwie, ich weiß nicht wie, hat sich das zu einem Bild von einem Stromkreis vervollständigt, den wir mal in der Schule im Physikunterricht gebaut hatten: Ein einfacher Stromkreis mit Stromquelle, Kabeln, einer Lampe. Nur, dass eine Orange dazwischen war. Und die hat tatsächlich Strom geleitet, und zwar aus dem einfachen Grund, weil die Wassermoleküle in der Orange sich nach dem Strom ausrichten. Deswegen konnte die Lampe leuchten. Und wenn wir uns nach Gott ausrichten können wir auch ein Licht in der Welt sein. Ich hab gedacht, na, so wird schon eher n Schuh draus. Hab mich aber immernoch nicht so wirklich getraut, es zu sagen, weil ich immernoch gedacht hab ist ziemlich weit her geholt. Aber dann hat jemand anderer einen ähnlichen Eindruck weiter gegeben, da hab ich gedacht, jetz aber! Ich hab gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob der Eindruck von Gott ist, aber ihn trotzdem gesagt. Und eine Person hat sofort darauf reagiert, indem sie was Ähnliches gesagt hat. Und der Lobpreisleiter hat hinterher auch gesagt, dass er glaubt, dass in diesem Bild sehr viel drin ist, weil es wirklich davon abhängt, wie sich die Wassermoleküle verhalten, nur wenn wir uns nach Jesus ausrichten, kann das Licht leuchten. Ich hab mich hinter den anderen versteckt, damit keiner mein rotes Gesicht sieht *lol*

Ich hoffe, ich hab das jetzt nicht zu irre geschrieben, das ist es nämlich nicht.

So, dann schönen Weltuntergang am Freitag, vielleicht könnte man ja den Film 2012 gucken und sich schrottlachen, weil gar nichts in der Richtung passiert?

 

Die Wemmicks sind kleine hölzerne Leute. All die hölzernen Leute sind von einem Schreiner, namens Eli, geschnitzt worden. Seine Schreinerei liegt auf einem Hügel, von dem man die Stadt überblicken kann. Jeder Wemmick ist anders. Manche hatten lange Nasen, andere große Augen. Manche waren groß und andere waren klein. Manche trugen Hüte, andere Mäntel. Aber alle wurden von dem gleiche Schreiner gemacht und alle leben in der gleichen Stadt.
Und jeden Tag taten die Wemmicks die gleichen Dinge: Sie gaben einander Aufkleber. Jeder Wemmick hat eine Schachtel mit goldenen Stern-Aufklebern und eine Schachtel mit grauen Punkt-Aufklebern. Durch die Straßen, rauf und runter, in der ganzen Stadt, verbrachten die Wemmicks die ganzen Tage damit, sich einander Sterne oder Punkte aufzukleben. Die Schönen, aus weichem Holz und guter Farbe, bekamen immer Sterne. Aber wenn das Holz spröde war und die Farbe abblätterte, verteilten die Wemmicks Punkte. Auch die Talentierten bekamen Sterne. Manche konnten große Stöcke hoch über ihre Köpfe heben oder über große Schachteln springen. Andere kannten große Worte oder konnten schöne Lieder singen. Jeder gab ihnen Sterne. Manche Wemmicks waren überall mit Sternen beklebt! Jedes Mal wenn sie einen neuen Stern bekamen, fühlten sie sich ganz gut! Was sie dazu veranlasste, etwas Neues zu tun, um einen weiteren Stern zu bekommen. Andere konnten nur kleine Dinge tun – Sie bekamen Punkte.
Punchinello war einer von jenen. Er versuchte hoch zu springen wie die anderen, aber er fiel immer hin. Und wenn er fiel, sammelten sich die anderen um ihn herum und gaben ihm Punkte. Manchmal wenn er fiel, bekam sein Holz Kratzer; dafür gaben die Leute ihm noch mehr Punkte. Nach einer Weile hatte er so viele Punkte, dass er sich nicht mehr traute nach draußen zu gehen. Er hatte Angst, er würde etwas Dummes tun, wie zum Beispiel seinen Hut vergessen oder ins Wasser treten, und dann würden die Leute ihm einen weiteren Punkt geben. Er hatte so viel graue Punkte, dass manche Leute auf ihn zukamen und ihm grundlos einen weiteren gaben. „Er verdient viele graue Punkte“, damit waren sich die hölzernen Leute sicher, „er ist keine gute hölzerne Person.“ Nach einer Weile glaubte Punchinello ihnen. „Ich bin kein guter Wemmick“, sagte er. In der wenigen Zeit, in der er sich nach draußen wagte, traf er sich mit anderen Wemmicks, die auch viele Punkte hatten. Er fühlte sich mit ihnen besser.
Eines Tages traf er einen Wemmick, der ganz anders war als die, die er je getroffen hatte. Sie hatte keine Punkte und Sterne. Sie war einfach aus Holz. Ihr Name war Lucia. Es war nicht so, dass die Leute nicht versuchten ihr Aufkleber zu geben; die Aufkleber blieben nur einfach nicht kleben. Manche der Wemmicks bewunderten Lucia dafür, dass sie keine Punkte hatte. Sie liefen zu ihr hin und klebten ihr einen Stern auf. Aber er fiel wieder ab. Andere sahen auf sie herab, weil sie keine Sterne hatte, und wollten ihr einen Punkt aufkleben. Aber er blieb auch nicht kleben.
So möchte ich auch sein, dachte sich Punchinello. Ich möchte von niemandem benotet werden. Deshalb fragte er Lucia, wie sie das denn mache. „Es ist leicht“, antwortete Lucia. Jeden Tag gehe ich zu Eli, dem Schreiner. Ich sitze in seiner Schreinerei mit ihm. „Warum?“ wollte Punchinello wissen. „Warum findest du es nicht selbst heraus? Geh den Hügel hinauf. Er ist da.“ Und damit drehte sich der Wemmick, der keine Aufkleber hatte, um und lief weg. „Aber will er mich überhaupt sehen?“, schrie Punchinello. Lucia hörte ihn aber nicht mehr. Punchinello ging heim. Er setzte sich in die Nähe eines Fensters und beobachtete die hölzernen Leute, wie sie herumhuschten und sich gegenseitig Sterne und Punkte gaben. „Das ist nicht richtig“, murmelte er vor sich hin. Und er entschloss sich, zu Eli zu gehen.
Er lief den engen Pfad, der auf den Berg hinaufführte, entlang und trat in die riesige Schreinerei. Seine hölzernen Augen staunten über die Größe von allem. Der Hocker war so groß wie er selbst. Er musste sich auf seine Zehenspitzen stellen, um auf die Werkbank zu sehen. Ein Hammer war so lang wie sein Arm. Punchinello schluckte schwer. „Hier bleibe ich nicht!“ Er drehte sich um, um zu gehen. Dann hörte er seinen Namen. „Punchinello?“ Die Stimme war tief und stark. Punchinello blieb stehen. „Punchinello, es ist so schön dich zu sehen. Komm her und lass dich einmal ansehen.“ Punchinello drehte sich langsam um und schaute den großen bärtigen Handwerker an. „Du kennst meinen Namen?“, fragte der kleine Wemmick. „Sicherlich weiß ich ihn. Ich habe dich doch gemacht.“ Eli bückte sich nach unten, hob ihn auf und setzte ihn auf die Werkbank. „Hmm“, sagte der Erschaffer gedankenvoll, als er sich die grauen Punkte ansah. „Sieht so aus, als hättest du ein paar schlechte Bewertungen bekommen.“ „Ich wollte das nicht Eli, ich habe mich wirklich bemüht, besser zu sein.“ „Oh, du brauchst dich nicht vor mir zu verteidigen, mein Kind. Es kümmert mich nicht, was die anderen Wemmicks denken.“ „Tust du nicht?“ „Nein und das solltest du auch nicht. Wer sind sie, dass sie sich erlauben, Sterne und Punkte zu verteilen? Sie sind Wemmicks genau wie du. Was sie denken, ist nicht wichtig, Punchinello. Was wichtig ist, ist das was ich denke. Und ich denke, du bist etwas ganz Besonderes.“
Punchinello lachte. „Ich besonders? Warum? Ich kann nicht schnell laufen. Ich kann nicht springen. Meine Farbe blättert ab. Warum bin ich für dich wichtig?“ Eli sah Punchinello an, legte seine Hände auf die schmalen hölzernen Schultern und sagte ganz langsam: „Weil du mir gehörst. Darum bist du so wichtig für mich.“ Punchinello wurde noch nie von jemandem so angesehen. Er wusste nicht, was er sagen sollte. „ Jeden Tag habe ich gehofft, du würdest kommen“, erklärte Eli. „Ich kam, weil ich jemanden traf, der keine Aufkleber hat“, sagte Punchinello. „ Ich weiß, sie hat mir von dir erzählt.“ „Warum kleben die Aufkleber nicht an ihr?“ Der Erschaffer sprach sanft: „Weil sie sich entschlossen hat, dass das, was ich denke, wichtiger ist als das, was die anderen denken. Die Aufkleber bleiben nur kleben, wenn sie für dich wichtig sind. Um so mehr du meiner Liebe vertraust, um so weniger kümmerst du dich um ihre Aufkleber.“ „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das verstanden habe“, sagte Punchinello. Eli lächelte. „Du wirst es noch verstehen, aber es wird Zeit brauchen. Du hast viele Aufkleber. Von nun an kommst du einfach jeden Tag zu mir und lässt dich daran erinnern, wie sehr ich mich um dich sorge.“ Eli hob Punchinello von der Werkbank und setzte ihn auf den Boden. „Erinnere dich daran“, sagte Eli, als der Wemmick aus dem Haus lief. „Du bist etwas Besonderes, weil ich dich gemacht habe. Und ich mache keine Fehler.“ Punchinello blieb nicht stehen, aber in seinem Herzen dachte er darüber nach. „Ich denke, er meint es wirklich ernst.“
 
Und als er dies dachte, fiel ein Punkt auf den Boden.

Hab neulich ein Buch gefunden, das von den verschiedenen Namen Gottes handelt. Ich fands interessant, weil die Namen in biblischen Zeiten mehr waren als eine Anhäufung von Lauten, mit der man eine bestimmte Person anspricht. Sie sollte den Charakter der Person wiederspiegeln. Also kann man aus den Namen auch auf die Eigenschaften und den Charakter Gottes schließen.

Dann habe ich in einem Forum noch mehr Namen gefunden. Ich habe so gedacht, ey, is mal bald gut? (lol)

Also:

– Elohim (mächtiger Schöpfer)

– El Roi (der Gott, der mich sieht)

– El Shaddaj (Gott, der Allmächtige)

– El Olam (Der ewige Gott)

– Jahwe Jireh (Der Herr wird vorsehen)

– Jahwe

– Adonaj (Herr, Meister)

– Jahwe Ropheh (Der Herr, der heilt)

– Jahwe Nissi (Der Herr, mein Banner)

– Esch Ochlah (Verzehrendes Feuer)

– El Qannah (eifersüchtiger Gott)

– Qedosch Jisrael (Der Heilige Israels)

– Jahwe Schalom (Der Herr ist Frieden)

– Jahwe Zebaoth (Der Herr der Heerscharen)

– Jahwe Zurih (Der Herr ist mein Fels)

– Jahwe Roi (Der Herr ist mein Hirte)

– HaSchem (Der Name)

– Melech (König)

– Isch (Ehemann)

– El Chaj (Lebendiger Gott)

– Maon (Wohnort)

– Machseh (Zuflucht)

– Magen (Schild)

– Metsuda (Burg)

– Migdal-Os (starker Turm)

– Schophet (Richter)

– Miqweh Jisrael (Hoffnung Israels)

– Jahwe Zidqenu (Der Herr, unsere Gerechtigkeit)

– El Eljon (Höchster Gott)

– Jahwe Schammah (Hier ist der Herr)

– Ab, Abba, Pater (Vater)

– El (Gott: stark, mächtig, herausragend)

– Yahweh-M’Kaddesh (Gott, der heiligt: ganz macht, absondert zur Heiligung)

– Palet (Befreier)

– Yesha, Y’shua (Retter)

– Gaol (Erlöser, vom Sklavenhändler loskaufen)

– El Berith (Gott des Bundes)

– Yahweh Elohim (Gott der Herr)

– Abhir (Der Mächtige)

– Kadosh (Der Heilige) oder wird es Kaddosh geschrieben?

– Eyaluth (Stärke)

– El Gibhor (Mächtiger Gott)

– Tsaddiq (Der Gerechte)

Noch ein paar Namen Jesu:

– heller Morgenstern

– Friedefürst/König des Friedens

– mächtiger Gott

– Immanuel (Gott mit uns)

– ewiger Vater

– Messias (der von Gott Gesalbte)

– Christus (=Messias), Gottes Sohn

– König Israels

– der Weg, die Wahrheit, das Leben, die Auferstehung

– Licht der Welt, Licht des Lebens

– Brot des Lebens

– wahrer Weinstock (ein Weinstock hält die Trauben am Leben und durch ihn bekommen sie Wasser und Nahrung)

– guter Hirte

– die Tür (zu den Schafen = uns)

– Anfänger und Vollender unseres Glaubens

– Hirt unserer Seelen

– unser Fels

– Eckstein (ohne den alles zusammenbricht)

– Bräutigam

– Menschensohn

– Hohepriester

– König aller Könige, Herr aller Herren

– Wort (Logos) Gottes

– Herrscher aller Mächte und Gewalten

– Löwe aus dem Stamm Judas

– Wurzel Davids

– das Alpha und das Omega, Beginn und Ende, der Erste und der Letzte

So, das waren die, die ich bis jetzt im Buch und Forum gefunden habe. Für Übersetzung und Rechtschreibung übernehme ich keine Haftung, ich habs einfach abgeschrieben *g*. Aber meine Güte, wie viele Namen kann Gott denn  haben?! Und jede Wette, das waren längst nicht alle. (Wer noch mehr hat, ich fänds echt interessant)

Zum Vergleich: Laut Google ist der längste menschliche Name (Meiner Meinung nach unglaublich albern): „Musikstudent George Garrett fand seinen Namen zu langweilig und änderte ihn in ein 82-Buchstaben-Ungetüm: Captain Fantastic Faster Than Superman Spiderman Batman Wolverine Hulk And The Flash Combined.“

Übrigens Fil, kannst du mir was ins verständliche Deutsche übersetzen? Auf meine Frage, ob „im“ die Pluralendung im Hebräischen ist hat man mir geantwortet: „Richtig, -im ist die maskuline Pluralendung. Der Plural von „adon“ ist „adonim“. Bei „adonai“ ist aber noch ein Suffix der 1. Perrson Singular dran und heißt also wörtlich „meine Herren“. Der Plural ist Plural majestatis und heißt dann so viel wie „mein sehr verehrter Herr“.“ Was heißt das?
Also, das heißt: „-im“ ist der Plural bei männlichen Worten (so wie „Herr“), also adon = der Herr/adonim = die Herren. Der Plural wird hier aber nicht verwendet weil es tatsächlich mehrere sind, sondern weil es sich um eine Person handelt, der man Ehrerbietung gegenüberbringt. So wie im Deutschen „Sie machen“ höflich gegenüber der Person ist (du machst), aber eigentlich ja vom Wort her Plural bedeutet (Sie (mehrere Personen) machen). Das nennt sich Pluralis majestatis: der Plural zeigt nicht mehrere Personen an, sondern die „Majestät“ einer Person
Wenn ich das richtig verstehe, ist adonai (meine Herren) zusammengesetzt aus adon- (Herr) und -ai (Plural+von mir), also „die Herren von mir“. Das ist im Deutschen etwas komisch, weil wir das Wort verändern, dem etwas gehört (mir/mein). Im Hebräisch wird aber das Wort verändert, dass den Besitz anzeigt, also „adon“ – der Herr, „adon-i“ – der Herr von [….]. „adon-im“ – die Herren, „adon-ai“ – die Herren von […] (mir, dir, uns).

War das annähernd verständlich?

Ja, ich glaub schon, danke. Wenn das sowas ist wie das Sie im deutschen hab ichs verstanden 🙂

Bei Menschen mit Persönlichkeitsstörung kommt es schonmal vor, dass sie andere verletzen, scheinbar aus keinem anderen Grund als aus Spaß an der Freude. Aber was würde wohl passieren, denk ich jetzt, wenn dieses verletzende Verhalten gute Auswirkungen hat? Wenn man andere aus Spaß an der Freude verletzt und die Person mit der Situation umgeht und zeigt, dass sie ihr gar nichts ausmacht und scheinbar gut damit zurecht kommt?

Als ich erfahren habe, dass ich eine polnische Mitbewohnerin bekommen soll, in einer Nachtschicht auf einmal ein Zimmer frei machen musste und weder gefragt wurde, was ich dazu sage noch wie es mir dabei geht (von um Erlaubnis fragen will ich gar nicht erst anfangen) war ich erstmal total fertig. Ich wollte diese Person weder kennen lernen noch irgend etwas mit ihr zu tun haben. Obwohl sie überhaupt nichts dafür kann. Hab geheult wie sonstwas. (Und nein, ich will deswegen nicht in ein Frauenhaus xD) Aber ich denke, man kann sich vorstellen, dass es mir dabei erstmal so scheiße ging. Und fast alle außerhalb meiner Familie, mit denen ich darüber geredet habe, fanden es verständlich. (Bis auf die Frau, die diese Person an meine Eltern vermittelt hat. Es ist eine Freundin von ihr.)

Aber ich habe gemerkt, dass, wenn ich zeige, wie mies es mir geht, ist das für eine bestimmte Person in meiner Familie eher ein Erfolgserlebnis und es wird genau in dieser Richtung weiter gemacht. Ich glaube, früher oder später werde ich in eine Wohnung ziehen, von der sie nicht weiß, wo es ist, aber das sehen wir, wenn es so weit ist. (Und nein, es wird kein Frauenhaus xD) Jedenfalls hat sich dann irgendwann die Idee in meinen Kopf geschlichen, was denn wäre, wenn ich die Frau ganz lieb aufnehmen würde und wir uns vielleicht sehr gut verstehen? Der Wind würde einer bestimmten Person völlig aus den Segeln genommen werden. Erst hab ich mich gegen den Gedanken gesträubt aber hey, schon alleine um die dummen Gesichter zu sehen! Außerdem, auch wenn ich immernoch stinkwütend und enttäuscht bin, vielleicht ist es ja ein beeindruckenderes Zeugnis als wenn ich verbissen um meine Rechte kämpfe und das Ganze vielleicht in der totalen Eskalation enden würde.

Bis jetzt ist die Person noch nicht da. Erst hieß es, sie solle schon letztes Wochenende eingezogen sein, dann hieß es, mitte dieser Woche und aktuell ist jetzt der Freitag. Meine Eltern haben das Zimmer notdürftig vorbereitet und als ich gestern reingeschaut habe, dachte ich, das könnte man, so, wie es jetz ist, jemandem grade mal für ein oder zwei Übernachtungen zumuten. Hab ich mich dann eben drum gekümmert und versucht, es ein bisschen einladendet aussehen zu lassen. Und ein kleines Willkommensgeschenk, ich finde, das gehört sich einfach so. Wenn die gute Frau schon diesen miesen Job zu diesen miesen Bedingungen annimmt kann wenigstens so freundlich sein, wie es geht. Sie kann ja wirklich nichts dafür.

Davon abgesehen, meine Güte, ich steh schon genug unter Druck im Moment, dann muss ich ihn mir doch nicht noch größer machen, indem ich unbedingt ein schlechtes Verhältnis zu meiner neuen Mitbewohnerin haben muss, nur weil meine Mutter das so will. Also bitte! Ich entscheide doch, worüber ich mich aufrege, wer zwingt mich dazu, sauer zu sein? Und wie war das nochmal mit der Frucht des Geistes? Gehörte da nicht sowas zu wie Liebe und Freude? Na also! Dann schreib ich in diesem miesen Schauspiel mein eigenes Drehbuch.