Jesus, mein Bruder

Mein „leiblicher Bruder“ K. hat mir nie zugehört. Für ihn war ich nur die kleine Nervensäge.Jesus hört mir immer zu und liebt es, wenn ich mit ihm rede.

K. ist in sein Zimmer geflüchtet, wenn Mama mal wieder einen Tobsuchtanfall hatte (meist auf mich gerichtet, weil ich ja die „Vorlaute“ war). Wenn ich dann weinend an seine Tür geklopft habe, weil Mama mich nur anschrie, war die einzige Reaktion das Drehen des Schlüssels im Schloss.
Jesus ist mein Fürsprecher, mein Verteidiger, der für mich eintritt und für mich kämpft.

Gott, mein Vater

Papa hat sich immer herausgehalten oder war auf der Seite von Mama. Höchstens mal ein lascher Widerspruch. Oft genug war er aber mit wütend, weil Mama ihn aufgestachelt hat oder wenn er von der Arbeit nach Hause kam natürlich sofort „ihre Version“ erzählt hat, was ich jetzt wieder Unmögliches angestellt hätte. Er musste meist ran, wenn es hieß, uns zu bestrafen (an den Armen oder Beinen durch die Wohnung schleifen, vor die Haustür setzen und abschließen – dafür war Mama nicht stark genug, und ich zumindest hab mich auch schon früh gewehrt, wenn sie mich Ohrfeigen wollte, da hat sie sich nichtmehr getraut und Papa dafür vorgeschickt). Er hat nie gefragt, war immer auf der Seite von Mama, die hatte Recht. Dabei habe ich bei so vielen meiner „Vergehen“ gar nicht verstanden, was daran jetzt wieder so falsch war. (Die Regeln haben auch oft genug gewechselt, bzw. es galten eh anderen Regeln für K., Mama und Papa.)
Gott ist der gerechte Richter. Er lässt weder Unrecht zu, noch ungerechtfertigte Strafe, noch glaubt er einer falschen Zeugenaussage. Er steht hinter mir und verteidigt mich. Er nennt das Unrecht beim Namen, und hasst zweierlei Maß. Er würde mir nie wehtun.

Der heilige Geist, meine Mutter

(Der hlg. Geist ist im Griechischen weiblich.)

Mama hat immer gesagt, ihr Leben sei so einfach gewesen und dann sei ich gekommen.
Gott hat mich durch seinen Schöpfergeist geschaffen, weil er mich wollte.

Mama hat mir immer nur gesagt, was ich besser machen muss. Selbst wenn sie mal sowas wie „toll gemacht“ oder „da hast du ja ein Talent für“ gesagt hat, war das immer verbunden mit der Aufforderung, noch mehr dran zu Arbeiten, mehr zu tun, noch bessere Noten etc.Gott liebt mich ohne Vorbedingung. Der heilige Geist in mir will mir helfen, mich aufbauen. Nicht immer nur fordern, sondern er will mich unterstützen und mit mir zusammen den Weg gehen.

Mama hat mich immer nur kritisiert, die Fehler gesehen, nichts war gut genug. (Es sei denn, etwas war ihr egal, aber dann kamen meist die Sprüche, dass ich mit sowas keine Zeit verplempern soll.)
Gott sagt mir, ich bin wunderbar geschaffen.

Für Mama muss ich immer nur arbeiten und das auch nur, damit SIE es sich unter den Nagel reißen und mit ihrer Tochter angeben kann.
Gott geht es um mich, nicht um sich selbst. Der heilige Geist ist als Trost und Hilfe für mich da, er braucht keine eigene Ego-Show.

Advertisements