Gerade kam eine E-Mail herein über die Mailingliste unseres Studienganges. Es geht um ein Jobangebot. Gesucht: Studenten.“Ihr Profil“ (klingt immer komisch, find ich):
– großes Interesse an internationalen wirschaftlichen Zusammenhängen (Studium der BWL von Vorteil)
– hervoragende Japanischkenntnisse, die sie befähigen, telefonische Expertengespräche zu führen, Informationen zu recherchieren und die Ergebnisse professionell zu dokumentieren
Wir bieten:
– freie Mitarbeit auf flexibler Basis mit Perspektive auf Übernahme

Also, darf ich zusammenfassen: Ihr sucht einen Studenten, der neben dem Studium der BWL/VWL mal noch eben Japanisch lernt (oder umgekehrt) und das bereits soweit perfektioniert hat, dass er fließend am Telefon über fachliche Dinge diskutieren kann (ohne aber zu wissen, von welchem Fach genau man jetzt die ganzen Vokabeln kennen sollte). Dafür wollt ihr dann wahrscheinlich einen Minimallohn zahlen (ist ja nur ein Studentenjob), weil ihr vermutlich keinen Bock habt, soviel Geld für eine entsprechend ausgebildete Fachkraft auszugeben.

Also, wenn man schon Studentenjobs ausschreibt, dann sollte man nicht solche Anforderungen stellen.
Ist doch klar, dass ein Student noch nicht alles kann. Das nervt mich eh immer, wenn Jobangebote so geschrieben werden, als müsste man am besten gleich alles können und wissen und als gäbe es sowas wie „am Arbeitsplatz einlernen“ nicht.

Das zweite, was mich im Moment wahnsinnig macht, ist die Uni. Ich habe immernoch keine Note für die BA-Arbeit. Am 27.07. habe ich abgegeben. Ich weiß, dass der Prof noch 3 oder 4 Masterarbeiten betreut und kann mir denken, dass er die zuerst korrigiert, weil diese Leute ja jetzt von der Uni gehen. Außerdem weiß ich, dass er im September zwei oder drei Wochen im Urlaub war. Trotzdem, es macht mich so nervös. Dann sollen wir uns angeblich ab heute für die Kurse anmelden können, die nächste Woche starten. Geht bei mir aber nicht, da wird mir gesagt, ich erfülle die Zugangsvoraussetzungen nicht. Aber das ist 1. Semester, da gibt es keine Voraussetzungen! Die Anmeldephase geht dieses Semester nur 3 Tage (heute bis Mittwoch). Ich hab jetzt eine E-Mail an den entsprechenden Prof geschrieben und hoffe, dass ich das bis Mittwoch hinkriege. Man, die Uni macht mich noch komplett wahnsinnig.

Und zuguterletzt habe ich auch noch ein paar positive Dinge. Gestern im Gottesdienst war die Predigt über Jesaja 9,1-6. Es ging vor allem um die Namen des Messias: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Es gibt ja manche (unter anderem Juden und Muslime, aber auch manche Christen) die sagen, Jesus bzw der Messias könne nicht Gott selbst sein, sondern er sei einfach nur ein von Gott gesandter Mensch. Aber hier steht eindeutig: der Messias wird „starker Gott“ genannt werden. Auch die anderen Titel sind eigentlich Namen, die normalerweise auf Gott bezogen werden (Vater der Ewigkeit, wunderbarer Ratgeber/Helfer, wobei „wunderbar“ hier im Sinne von übernatürlich zu verstehen ist). Das ist mir nie so bewusst geworden, wie eindeutig schon im Alten Testament steht, dass der Retter, Jesus, Gott selbst ist!

An dieser Stelle ist mir dann aber eine große Schwachstelle der Guten Nachricht-Übersetzung aufgefallen, von der ich das AT habe. Mir ist ja klar, dass die nicht wörtlich ist, an manchen Stellen stark überträgt, was ja oft hilfreich ist für das Verständnis. Aber das fand ich dann doch zuviel, denn hier wird „starker Gott“ mit „mächtiger Held“ übersetzt. Klar kann ich mir denken, was die sich gedacht haben: „Zu Zeiten des AT wurde der Messias noch nicht so verstanden, dass Gott Mensch wird, das wissen wir erst so seit Jesus dann tatsächlich gekommen ist, also wird „Gott“ hier als eine Metapher für einen großen, angebeteten Helden gemeint sein.“ Aber wir gehen doch davon aus, dass dies eine Prophezeiung ist, von Gott so eingegeben, und letztendlich war „Gott“ in diesem Fall eben doch wörtlich gemeint, wie wir ein paar Jahrhunderte später gesehen haben. Das finde ich dann wirklich zuviel des Guten, wenn so etwas wichtiges derart frei übertragen wird.

Aber zurück zur Predigt, denn die hat mich sehr berührt. Es ging um eben diese Attribute: Jesus ist Gott, allmächtig, ewig, er hat einfach die Herrschaft über ALLES. Gleichzeitig ist er aber auch wie ein Vater, also er liebt uns unendlich. Was wäre das für ein Gott, der zwar allmächtig ist, aber nicht allwissend, also kein perfekter Ratgeber? Der unser Ratgeber wäre und allmächtig, aber Streit statt Frieden bringen wollte? Was wäre das für ein Gott, der für Frieden und Gerechtigkeit sorgt, mit seiner Allmacht und seinem Allwissen, aber dem wir egal wären? Der nur seine (gerechten) Regeln befolgt sehen wollte?

Aber Jesus ist alldies in einer Person: allwissend, allmächtig, ewig und bei alledem liebt er uns so unendlich wie ein Vater seine Kinder.

Ich will versuchen, darauf zu vertrauen, dass Jesus allmächtig ist und auch die Situation an der Uni in der Hand hat und mich dabei liebt und nur das beste für mich will.

EDIT, 09.10. 17:22

Ich hätt’s mir ja denken können, dass alles gut geht. Jesus hat eben doch alles in der Hand. Ich war heute beim Prüfungsamt und konnte dort quasi von Hand für die Kurse angemeldet werden. Außerdem hat der Mitarbeiter nachgeschaut und konnte sehen, dass die Note von meiner Zweitkorrektorin schon längst da ist. (1,7, juhu ;)) Was fehlt, ist die Note von meinem Betreuer. Der Mitarbeiter meinte, eigentlich hätte er nur bis Anfang September Zeit gehabt, die Note einzureichen. Deshalb werden sie ihm jetzt eine Nachricht schreiben und ihm Druck machen. Ein bisschen unfair finde ich das schon: Ein Student ist durchgefallen, wenn er die Arbeit auch nur einen Tag zu spät abgibt, aber der Professor kann die Frist verstreichen lassen und kriegt nur einen Brief vom Prüfungsamt, dass er mal in die Puschen kommen soll.

EDIT, 10.10. 11:30

Mein Professor hat auf meine E-Mail geantwortet, dass er die Note schon längst, Anfang September, eingereicht hätte. Zusammen mit der Zweitkorrektorin. Er kann sich auch nicht erklären, warum sie noch nicht da ist.
Leider kann ich jetzt doch nicht den Politik/Wirtschafts-Kurs machen, den ich als Nebenfach machen wollte, weil der sich zeitlich mit dem Übersetzungskurs überschneidet, der Pflicht ist. Schade.

EDIT, 11.10. 13:40

Wirtschaftskurs geht auch klar. Der wird zeitlich verlegt.

OUR GOD IS AN AWESOME GOD.

Advertisements