Heute war ich probearbeiten bei REWE. Von einer Freundin wusste ich, dass die dort suchen und da ich ihr auch erzählt hatte, was bei Edeka passiert ist, hat sie mir gleich versichert, dass die alle sehr freundlich seien.
Also war ich heute mittag da. Mal wieder Regale einräumen, nur diesmal nicht die Milchprodukte, sondern Müslis, Schokoladen und Chips und so. Ich hatte ja schon geschrieben, wie ich im Edeka von der einen Frau immer angemotzt worden bin. „Das kommt keine zwei Packungen hoch, sondern drei, siehst du das nicht!!“ „Fang nicht einfach irgendwo an, ich sag dir, was du zu tun hast.“ „Schieb nicht einfach selbstständig die Karren aus dem Weg, da ist ein System drin, wie die stehen!!“ Mit anderen Worten, ich sollte nur das tun, was mir gesagt wurde. Das trotzdem ständig gemotzt wurde, hatte ich ja schon geschrieben.
Heute mittag dann Probearbeiten. Ich war entsprechend nervös. Ob das wieder so wird? Die Frau war erst sehr nett. „Räumen Sie mal das ein. Danach das.“ Am Anfang hat sie mir auch immer gesagt, was ich zu tun habe. Als ich mit etwas fertig war, fragte ich vorsichtshalber „Soll ich einfach irgenwas vom Wagen nehmen?“ „Ja natürlich! Ich dachte, Sie hätten das schonmal gemacht.“ Naja, meinte ich, beim Edeka kriegte man das gesagt und selber einfach was nehmen und einräumen war nicht so… Außerdem weiß ich ja nicht, ob die irgendeine Ordnung und Reihenfolge darin haben und überhaupt, wie hoch das gestapelt wird, geht da noch mehr ins Regal, soll ich etwas quetschen oder lieber sein lassen? Bis zum Rand vollmachen, so weit es geht, oder (wie beim Edeka) möglichst noch Platz lassen, dass es hübsch aussieht? Den voll aussehenden Müllkarren wegbringen oder einfach noch mal kräftig drauftreten, dass noch was reingeht?

Ich war total verunsichert. Ich hatte solche Angst, etwas falsch zu machen, weil die Frau beim Edeka mich dann immer total runtergemacht hat. Also habe ich ständig gefragt, wo soll das jetzt hin, ist das OK so, werden die Sachen hier auch eingeräumt?

Nach 2 Stunden meinte dann die Frau zu mir: „Hören Sie mal, das hat hier keinen Sinn mit Ihnen. Sie sind ja total unselbstständig. Die anderen Aushilfen, die machen das schon nach einer Stunde alles alleine. Und Sie kommen hier ständig an und stellen Fragen. Das ist doch nun wirklich keine komplizierte Tätigkeit.“ Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich einfach nichts falsch machen wollte. Dass ich, als ich beim Edeka gearbeitet habe, auch immer fragen musste und angemotzt wurde, wenn ich etwas falsch gemacht habe oder einfach gemacht habe, wie ich denke, ohne zu fragen. Aber das interessierte sie nicht. „Wir sind hier nicht im Edeka, hier läuft das anders. Und Sie sind anscheinend zu unselbstständig für diese Arbeit.“, sagte sie, und schickte mich nach Hause.

Dabei wollte ich doch nur nichts falsch machen. Wie man’s macht, es ist nicht richtig.

 

Jetzt rufe ich mal bei einer Firma zuhause an, wo ich in den Schulferien gearbeitet habe. Vielleicht kann ich da arbeiten.

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