Mittlerweile bin ich ja schon recht fleißig dabei, Bücher für die Bachelorarbeit zu lesen. Damit ich meine Stichpunkte hinterher noch lesen kann, schreibe ich sie auf dem Computer. Da geht das alles sehr ordentlich und man kann auch übersichtlicher einzelne Abschnitte markieren. Da ich keine Lust habe, immer auf die gleiche Tapete zu starren, gehe ich manchmal in den Arbeitsraum in der Unibibliothek. Da bin ich ein wenig unter Menschen und kann, wenn ich eine Pause brauche, den Unterhaltungen um mich herum zuhören oder in den Zeitschriftenlesesaal gehen und zur Entspannung etwas anderes lesen.

Also saß ich heute nach der Physiotherapie in der Bib. Gegen Mittag, als ich Hunger bekam, war ich zu faul, extra nach Hause zu gehen und zu kochen. Ich ging zum Asia-Imbiss-Laden und aß ein paar leckere gebratene Nudeln mit Frühlingsrollen. Als ich wieder in der Unibibliothek ankam, fuhr ich wie immer erstmal den Laptop hoch. Der Bildschirm blieb lange schwarz, wurde dann weiß und blieb weiß. Das Geräusch ertönte, welches normalerweise anzeigt, dass der Anmeldebildschirm bereit ist. Alles war weiß. Etwas beunruhigt schaltete ich den Computer aus und wieder an. Weiß. Ein drittes Mal. Weiß. OK, jetzt fing ich an zu beten.

Das kann doch wohl nicht wahr sein, Papa! Da sind alle meine Notizen drauf. Aus DREI Büchern, die ich schon gelesen habe. (Meine anderen Sachen, wie alle Fotos, sind zum Glück auf einer externen Festplatte als Sicherungskopie.) Und ja, ich merke auch grade, dass es eine dumme Idee war, mit den Sicherungskopien der Sachen für die Bachelorarbeit noch zu warten. Bitte bitte las das jetzt nicht alles Pfutsch sein.

Ich fahre noch ein paarmal hoch und wieder runter. Weiß. Also gehe ich nach Hause. Erstmal duschen. Unter der Dusche mache ich mir Gedanken, ob und in wieweit man von Gott zu einem Wunder bewegen kann. Wie war das mit „Wenn dein Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn…“? Wie misst man Glauben? Ab wann ist groß genug?

Nach der Dusche schalte ich den Rechner wieder ein. Weiß. Frustriert (und zugegebenermaßen etwas sauer auf Gott, hier geht es immerhin nicht nur um einen defekten PC, sondern auch um meine Bacherlorarbeit und viel vergebliche Mühe) klappe ich den Laptop zu und überlege, ob mein Bruder wohl eine Ferndiagnose via Telefon hinkriegen würde. Vermutlich nicht, zumindest kann man ja nicht viel sagen. Bildschirm weiß, könnte jetzt vieles sein. Ich klappe den Laptop wieder auf, um ihn auszuschalten, und sehe – den Anmeldebildschirm. OK, schnell anmelden und bevor irgendetwas passiert die Daten für die Bachelorarbeit sichern. Klappt alles, ich bin SO erleichtert. Dann fahre ich den Laptop probehalber runter und wieder hoch. Alles funktioniert.

Papa ist doch der beste. Und er sieht jede Not, auch die vergleichsweise kleine.

Und zum Glück scheint er auch was von IT zu verstehen. 🙂

 

Update:

Heute hat der Computer doch wieder angefangen zu zicken. Mein Bruder meinte via Ferndiagnose, das klänge nach einem Wackelkontakt. Also bin ich heute abend noch nach Köln zum Saturn (der zum Glück bis 22 Uhr offen hat) und habe den Laptop zur Reparatur einschicken lassen. Das würde so zwei Wochen, meinten die. Wenigstens habe ich alle Sachen für die Bachelorarbeit auf einem USB-Stick gesichert. Und zum Glück hatte ich meinen alten Laptop noch nicht verkauft. Ich wollte schon die ganze Zeit eine Anzeige gemacht haben, war aber einfach nicht dazu gekommen. Und es ist gut, dass das ganze nicht im Semester passiert ist, wo ich wirklich ständig an den PC muss.

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