Am Wochenende war die Regiokon. Das heißt, das Treffen der SMD-Gruppen aus der Region NRW Süd. Das bedeutete nicht nur ein enormes Schlafdefizit, sondern auch viele andere nette SMDler, leckeres Essen und ein ganzes Wochenende über den Glauben diskutieren, singen….
Ein interessantes Thema war: Wie rede ich über den Glauben. Es gab dazu auch einen Workshop.

Dabei ging es darum, dass wir uns auf die Seite der anderen Person stellen sollen. Also anstatt zu diskutieren und uns zu rechtfertigen, sollen wir erstmal versuchen, ihn zu verstehen. Dann kann man versuchen, aufzuzeigen (natürlich immer mit Liebe, siehe Paulus :)), wo die Weltanschauung des anderen widersprüchlich ist. Ein Beispiel war jemand, der sagt, alle Religionen haben irgendwie recht und jeder hat ein Stück der Wahrheit. Dann kann man sich erstmal „zu ihm stellen“ und sagen, dass die Idee ja in vielen Punkten stimmt. Jeder Mensch hat einen anderen Zugang zu Gott. Und jeder nimmt Gott anders wahr. So weit stimmt das also. Dann sollte man aber auch aufzeigen, wo diese Theorie nicht funktioniert: Wenn es nämlich Gott gibt, dann hat er auch bestimmte Eigenschaften. Auch wenn ich sage, jede Religion sieht nur ein Stück des Puzzles, gibt es ja trotzdem ein Bild, das der Wahrheit entspricht. Und das kann ich dann auch herausfinden. Beziehungsweise, wenn Gott sich uns offenbart und zeigt, brauche ich garnicht zu raten.

(Es wurde dann noch unterschieden in Widersprüche innerhalb des Weltbildes und Widersprüche zur Realtität, wie wir sie wahrnehmen.)

Das war alles sehr spannend und in der Theorie dachte ich „Super, klingt nach einem guten Werkzeug, um besser mit anderen über den Glauben zu reden.“ Bis ich dann die E-Mail eines – nun ja – E-Mailfreundes bekam. (Ich bin auf einer Internetseite für Internationale Brieffreundschaften. Er ist Franzose und hat mich angeschrieben, weil ich in meinem Profil geschrieben habe, dass ich Christin bin. Ihn interessiert das Thema Religion.) Ich hatte halt etwas beschrieben, wieso ich Christin bin und wieso ich daran glaube. Er antwortete, er fände das interessant, glaube ich, dass es einen Gott gebe, aber er glaube nicht, dass man ihn als Mensch verstehen kann. Und sowieso sei er zu weit weg und interessiere sich nicht. Außerdem, selbst wenn, er könnte niemals in einem von Menschen geschriebenen Buch beschrieben sein. Denn Menschen irren sich und bringen ihre eigenen Gedanken ein. Und menschliche Worte reichen eh nicht aus, um ihn zu beschreiben.

Und schon beim ersten Versuch, das gelernte in die Praxis umzusetzen, weiß ich nicht weiter. (Könnte natürlich auch am Schlafdefizit liegen.) Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll, ohne ihn zu vergraulen oder zu sehr von meinem Standpunkt abzurücken. Klar, wir können Gott nicht verstehen und jeder erfährt ihn anders. Das Argument aus dem Beispiel ist natürlich gut: Es muss eine Wahrheit geben, es kann nicht jede Religion gleichzeitig recht haben. Aber weiter? Ich habe keine Ahnung, was ich in die Antwort-E-Mail schreiben soll. Zum Glück muss ich sie nicht gleich heute schreiben. Für Ideen, was ich schreiben könnte, bin ich immer dankbar!

Eigentlich wollte ich noch ein/zwei Fotos der Regiokon einfügen, aber wordpress weigert sich gerade, sie hochzuladen. Überhaupt scheint mir diese neue Oberfläche zum erstellen von Artikeln etwas suboptimal…

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