Es ist eigentlich normal. Weil ich es jedes mal habe, wenn ich die Leute verlassen muss, mit denen ich eine Weile gearbeitet habe. Also, in dem Anerkennungsjahr in der Schule hab ich meine Förderkids wirklich gemocht und als ich sie dannv erlassen musste ging es mir echt mies. Und dann hab ich Kat, also mein ehemaliges Tageskind, doch gemocht, obwohl sie mir wirklich auf die Nerven gegangen ist und es ging mir mies, als ich mich verabschieden wollte. (Ich glaub aber, bei ihr war es nicht so schlimm weil ich mich auf die neue Stelle so gefreut hab) Tja, und jetzt das hier

1. sind es hier mehr Leute, von denen ich mich verabschieden muss,

2. ist die Begründung für sie absolut nicht nachvollziehbar,

3. ist der Abschied nicht nur an einem Tag sondern auf über eine Woche verteilt gewesen, wo ich mich teilweise fast täglich von tollen Leuten verabschieden und meine Situation erklären und sie teilweise auffangen musste,

4. kam es für mich doch relativ überraschend weil ich wirklich nicht damit gerechnet hab,

5. hätte ich noch soooooooooo viel gern gemacht und installiert und ihnen mitgegeben und was-weiß-ich-noch-alles und frag mcih jetzt, was es eigentlich gebracht hat, dass ich hier gearbeitet hab und

6. hab ich mich von Anfang an nicht nur fachlich sondern auch emotional mehr auf sie eingestellt als auf irgendjemand Anderer, mit dem ich mal gearbeitet habe.

Hab den ganzen Tag gedacht, bin sooooooo traurig.

Dabei bin ich eigentlich froh, dass ich traurig bin. Das klingt komisch, aber

1. ist es mir lieber als wenn ichs (wie es manchmal passiert) in Agression ersticke, unbewusst natürlich und

2. ist es für mich irgendwo eine Bestätigung, dass ich meine Arbeit eigentlich gut mache, trotz der Fehler die ich mache. Zumindest kann ich mcih auf die Leute einlassen.

An der Uni hat meine Supervisiorin das Liebeskummer genannt, weil man sagt zwar immer, man DARF die Leute nicht lieben, aber es passiert eben doch automatisch, wenn man mit ihnen arbeitet und sie meint, das wäre in Ordnung und ich muss lernen, damit umzugehen.

Hier die Leute, die mir Liebeskummer machen:

letzten Mittwoch: Die Mitarbeiter der Kinderfreizeit. (Naja, hier ist wirklich nur ein bisschen Liebeskummer, weil ich weiß, dass die andere Hauptamtliche mit den Ehrenamtlichen hinter meinem Rücken über mich geredet hat und sowas kann ich nicht leiden.)

letzten Donnerstag: Die Mitarbeiter des CVJM, die meiner Meinung nach große Hoffnung der Stadt, in der ich meistens gearbeitet hab

letzten Samstag: Die Mitarbeiter eines Jugendteams, die die unglaublichsten Projekte auf die Beine stellen. Hier bin ich echt am traurigsten :-(((( Weil hier ist wirklich was innovatives und unkonventionelles.

letzten Montag: Die Jungschar

heute: Der Kindertreff mit der ehrenamtlichen Heldin. Heldin mein ich ernst, wenn man bedenkt, was sie mit ihren knappen 13 Jahren macht!

Hmmmm. Und dabei soll man noch nen Nachmieter suchen und sich um dieses und jenes kümmern…

Ich weiß, ich werds überleben. Hab schließlich schon Anderes überlebt. Also nach vorne gucken und Selbstmitleid hilft niemandem. Jesus ist bei mir.

Advertisements