Heute war mal so ein richtig mieser Tag auf der Arbeit. Zum einen war Samstag, das heißt Einkauf Aktuell. Das heißt nicht nur, die Tour dauert ewig, weil man an jedes Haus muss, sondern man schleppt sich auch ganz schön einen ab.
Zuerst wollten die mich alleine losschicken, weil einer krank war. Da sollte dann der Kollege, der eigentlich für meine Einweisung zuständig ist, den Bezirk vom Kranken übernehmen, und ich alleine losgehen. Samstags. Nach nur zwei Tagen schon. Da habe ich natürlich gesagt (und mein Einweiser auch), da komme ich ja nie nach Hause zurück. Zum Glück durfte er dann netterweise mitgehen.

Eigentlich bin ich noch etwas krank, erkältet, und huste auch noch ab und zu. Aber da ich die Zustände bei der Post ja kenne, komme ich trotzdem zur Arbeit. Außerdem war das heute meine letzte Chance auf Einweisung und da ich den Bezirk vorher erst zweimal gelaufen bin, wollte ich die nicht verpassen.

Als wir gerade unterwegs waren, kam dann ein Anruf vom Büro: sie hatten vergessen, dem neuen Fahrer für die Ablagekästen die Schlüssel zu geben. Jetzt stünden die Briefe alle noch im Zustellstützpunkt. Wir müssten also, wenn unsere erste Ladung weg ist, ganz zurück, um die nächsten zu holen.
Das ist so typisch! Die Zusteller kriegen für jeden kleinen Mist direkt Ermahnungen und Beschwerdebriefe, Anrufe von der Personalabteilung etc. Und natürlich haben die Leute, die sich beschweren immer recht, was der Zusteller sagt, zählt nicht. Nein, es gibt keine viel zu kleinen Briefkästen. Da müssen sie einfach die Post etwas aufrollen, dann geht das schon. Und die Fernsehzeitung, die nicht angekommen ist, kann natürlich nicht irgendwo auf dem Weg vom Verlag, über die Druckerei, Transport bis zur Post verlorengegangen sein: das ist doch völlig offensichtlich, dass dafür der Postbote verantwortlich zu machen ist.
Aber wenn die Herren im Büro dann selber mal einen Fehler machen, dann heißt es plötzlich „Kann ja mal passieren. Macht doch nichts. Sie müssen einfach eben während der Tour mehrmals die 10 Minuten zum Postamt zurückfahren, um dort die nächste Ladung Briefe abzuholen.“

Dass solche Fehler mal passieren, ist ja eine Sache. Aber dass die Postboten das ausbaden, während man ihren Fehlern mit Unnachgiebigkeit begegnet, das ist einfach nur unfair.
Genauso unfair, nebenbei bemerkt, wie die Tatsache, dass die Leute im Büro der Deutschen Post ein Stockwerk über uns Getränke auf dem Konferenztisch stehen haben, während die, die tatsächlich körperlich arbeiten(=wir), nur einen Automaten haben, an dem man bezahlen muss. Wieso kriegen wir nicht kostenlose Getränke vom Konzern? Immerhin sind wir bei jedem Wetter, sogar in der Hitze, draußen am laufen. Ich kann mir die Antwort schon denken – Kosten niedrig halten, um möglichst viel Gewinn zu machen. Trotzdem finde ich es ziemlich unfair.

Manchmal würde ich mich echt gerne auf einen Job weiter oben bei der Post bewerben, einfach nur, um ein paar Dinge für die Postboten zum besseren zu ändern. Aber ich bezweifel, dass ich alleine da viel machen kann.

Für Fil:

„Gott möchte, dass wir glücklich und zufrieden sind und dass unser Herz voll Freude ist.
Auch wenn einiges nicht so läuft, wie wir wollen, sollen wir nicht gleich den Mut verlieren.
Das ist das wichtigste: dem Leben immer versuchen, ein Lächeln abzuringen.
In jedem Stein, in jedem Baum und in jeder Blume kannst du die Freude finden, selbst dort, wo es keine Freude zu geben scheint. Selbst, in der absoluten Stille ruft sie nach dir. Du mußt nur hinhören.
Such die Freude!“
(aus der Anime: Wunderbare Pollyanna)

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