Wie ja allgemein bekannt ist, ist der Montag Dank des straffen Stundenplanes von morgens bis abends alles andere als mein Lieblingstag. Trotzdem sind heute ein paar gute Sachen passiert:

Als erstes saßen wir morgens in Japanisch und ein Mädchen am Tisch meinte so „Ich habe ja übrhaupt nichts gemacht in den Ferien.“ Ich sagte „Ich auch“ und sie darauf ganz erleichtert „Echt? Danke, dass du das sagst, ich hatte schon so ein schlechtes Gewissen.“ Es ist doch schön, zu wissen, dass die anderen genauso faul sind wie man selber :D.

Vor dem Unterricht wollte ich noch schnell zur Bank, was einzahlen. Ich hatte nicht allzuviel Zeit und dachte die ganze Zeit „Das schaffe ich nicht mehr, so ein Mist“. Dann war da auch noch eine Schlange und ich überlegte hin und her zwischen gehen und warten. Da kam einer der Bankangestellten und fragte in meine Richtung: „Will hier jemand nur einzahlen oder überweisen?“ Obwohl ich das Geld noch in der Tasche hatte und er nicht sehen konnte, dass ich nur einzahlen will. Dann durfte ich vorgehen, hinter den Schalterbereich kommen und schnell das Geld abgeben, sodass ich rechtzeitig in der Vorlesung war.

Nach der letzten Vorlesung, also um 20h, wollte ich noch eine Paketmarke kaufen. Da ich einen 50% Gutschein für den Onlinekauf hatte, habe ich die Marke online gekauft. Ich dachte, ich könnte sie als .pdf speichern und dann woanders drucken. Das ging nur leider nicht, ich habe etwas gesucht und die Seite nur als html speichern können, wobei ich mir nicht sicher war, ob das jetzt wirklich die Marke ist oder eine andere Seite. Ich bin dann spät abends noch zur Bibliothek, um zu drucken (ich brauche dringend einen eigenen Drucker). Aber der Computer hatte kein flash und aus irgendeinem Grund brauchte er das, um die Marke zu öffnen. Ich dachte schon: Mist, umsonst gekauft. Da läuft Yoko aus meinem Koreanischkurs an mir vorbei, fragt was ich mache und bietet mir spontan an, bei ihr zu drucken. Das ging leider auch nicht so leicht, weil ihr Computer die Datei erst nicht öffnen wollte, aber sie hat sehr geduldig mit mir daran herumgefummelt, bis ich zum Schluss meine Marke in der Hand hielt. Ich war sooo glücklich. Und, um meinen Tag perfekt zu machen, bin ich am öffentlichen Bücherschrank vorbeigegangen und was lag drin? Ein ganzer Stapel Bücher auf Japanisch. (Nicht, dass ich sowas schon verstehen könnte, aber ich horte sie mal im Schrank für später.)

Ach ja, und gestern, also am Sonntag, war ich in Köln im Gottesdienst der Japanischen Gemeinde. Ich muss schon sagen, auf Japanisch sieht die Bibel viel besser aus. Das hat irgendwie was, mit den Schriftzeichen und dann von oben nach unten und von hinten nach vorne….Das wirkt so edel. Irgendwann kaufe ich mir mal eine Bibel auf Japanisch. Die Leute waren sehr nett. Meine Sitznachbarin hat mir ihre deutsche Bibel geliehen und mir immer auf Deutsch gesagt, was dran wäre. Also, singen oder beten, oder welcher Bibeltext. Die Lieder waren garnicht so schwer, die konnte ich sogar größtenteils verstehen. Nur von der Predigt habe ich kein Wort mitbekommen. Nach dem Gottesdienst haben die Leute noch zusammengesessen. Viele waren es nicht, vielleicht 15. Sie haben sich sehr gefreut, dass ich Japanisch kann, und mich die ganze Zeit auf Japanisch angesprochen. (Wir Deutschen freuen uns glaube ich auch immer, wenn jemand im Ausland mal Deutsch kann.) Zum Glück hatte ich mein Wörterbuch dabei. Aber sie konnten natürlich auch alle Deutsch. Nur waren sie wohl der Meinung, ich sei zum Japanisch üben da. Stimmt ja auch irgendwie. Außerdem gab es grünen Tee und rote Bohnenpaste (sehr lecker).

Und für die, die schon immer die Bibel auf Japanisch lesen wollten: http://www.biblica.com/bibles/japanese/

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