Heute morgen habe ich endlich mal wieder den Tag mit einem Text aus dem Andachtsbuch angefangen. Ich habe in letzter Zeit einfach zu sehr die Probleme gesehen, die vor mir lagen, als dass ich mich morgens auf Gott und die Bibel konzentrieren könnte. (Oder mittags. Oder abends.) Deshalb war ich auch sehr stolz auf mich, es heute morgen geschafft zu haben.

In dem Text ging es vor allem um das Fasten. Obwohl ich mir schonmal überlegt habe, „es auszuprobieren“, hat es für mich eher so ein Gefühl von Bestechung: Ich versuche, eine Gebetserfüllung zu erkaufen, indem ich etwas dafür tue. Oder nicht tue, also nicht essen. Aus dem gleichen Grund bin ich kein großer Freund von Rosenkränzen, zumindest wenn es darum geht, einen Marathon daraus zu machen. (Wer betet die meisten? Und bei der 100. Runde erfüllt Gott deinen Wunsch?)

Dann las ich heute morgen folgendes:
„Braucht Gott unser Fasten als Selbstkasteiung, um zu handeln? Liegt es dann doch an uns und unseren geistlichen Leistungen, ob unsere Gebete erhört werden? […] Fasten hilft uns selbst und es unterstützt uns dabei, uns auf ein bestimmtes Gebetsanliegen besser konzentrieren zu können. Eine Bitte darf uns ruhig einmal etwas kosten und darf auch uns selber zeigen, wie ernst wir es meinen.“

Fasten, weil man ein ernstes Problem hat, ist durchaus biblisch. Auch wenn mir die Stellen jetzt nicht einfallen. Und als ich das las, habe ich mir gedacht, eigentlich könnte ich für meine Familie fasten und beten. Aber im Nachhinein denke ich auch, ob ich da nicht bloß einen Knopf suche, den ich drücken kann, damit das passiert, was ich mir wünsche. Ob ich nicht doch Gott erpressen will: ich faste jetzt dafür, dann will ich aber auch Resultate sehen! Ich weiß nicht, was das Richtige ist.
Bithja, was denkst du?

Bithja meint:

Probier es doch einfach aus, hab ich auch schon gemacht. Kann dir natürlich nur nicht sagen, was passiert, aber das ist ja klar, dass es kein „himmlischer Bestellservice“ ist. Ich glaube, dass deine Unsicherheit und Zweifel sicher NICHT von Gott kommen. Vielleicht will dich ja auch einfach irgendein Viech davon abhalten. (Ich glaub, du kennst mich gut genug um zu wissen, dass ich nicht überall Dämonen wittere.)

Übrigends: Als ich mal gefastet hab, hab ich eigentlich den ganzen Tag nichts anderes gemacht als sonst auch, hatte da aber schon das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Da fiel mir beim Schmökern Jesaja 58 ins Auge und da hat mich Gott auf meinen Fehler aufmerksam gemacht. (Klingt jetzt ein bisschen so, als würde ich ständig fasten, tu ich aber nur ganz selten.)

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