Wer hatte zuletzt einen 14-Stunden-Tag? Puh, bin ich kaputt! 😀 Bin um 6 Uhr los und eben um 20:30 wieder gekommen. Aber war auch viel los.

1. Ich musste der Mutter von meinem Tageskind beichten, dass ich bald aufhöre. Wir wussten alle, dass es früher oder später dazu kommen würde, das Wissen hing wie ein Damoklesschwert im Raum. Also, ich hatte schon ein bischen Angst, es ihr jetzt definitiv zu sagen, jetzt gibt es kein Zurück mehr und ich kann nur beten, dass wirklich alles gut geht mit der neuen Stelle. (Übrigends liegt mein „Zweifeln“, wenn man es so nennen will nicht daran, dass ich chronisch ängstlich wäre, sondern daran, dass man mich bei der letzten Stelle, wo ich nah dran war, sie zu bekommen, derb abserviert hatte. Aber das heißt ja nicht, dass es immer so sein müsste.) Sie hat eigentlich ganz gut reagiert. Da war ich echt erleichtert und ich dachte, hach, es wird doch alles nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird.

2. hatte ich einen dieser Marathontage auf der (Noch-)Arbeit mit fast 10 Stunden und einem überdrehten Kind. Ich mag sie, klar, auf jeden Fall, sie ist echt cool und man hat immer Spaß mit ihr. Aber anstrengend ist es trotzdem. Aber wie gesagt auch komisch. Wenn sie der schlafenden Katze ein Playmobilhut aufsetzt und sich dann darüber schlapplacht, oder wenn sie einfach nen Tupperdeckel nimmt, der auf der Straße liegt und damit Frisbee spielen will. Da denk ich manchmal, warum kann man nicht einfach mal auch als Erwachsene so albern sein wie ein kind, schließlich macht es doch Spaß. („Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“, ich finde, in dem Zitat von Jesus steckt ne ganze Menge drin, mehr als wir so herkömmlich daraus interpretieren…)

3. Nach dem Marathon-Tag bei der Kat hatten wir eine neue Veranstaltung von der Jugendkirche. (Ach, die werd ich in Marburg echt vermissen…) Nachdem wir neulich an Jesus-House teilgenommen haben und das soooo gut ankam, dass fast 2000 Jugendliche erreicht wurden (ich kanns immernoch kaum glauben!), mussten wir ein Angebot für die machen, die den persönlichen Glauben weiter denken wollten und vielleicht überlegen, mit Gott mehr ganze Sache zu machen als nur bei der eigenen Konfi zu erscheinen. Also gibt es jetzt einmal im Monat einen Jugendabend mit Musik, Impuls und Kleingruppen! Das hatten wir in der Form noch nie, dass in einem Setting, das im ersten Moment an einen Gottesdienst erinnert, die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt werden und dann das Gehörte im Gespräch vertieft und weiter gedacht wird. Ich wusste erst nicht, was mich erwartet, ich dachte, wenn jetzt 50 Jugendliche oder mehr kommen, wie will man mit denen mit so wenig Mitarbeitern Kleingruppen machen? Aber ganz so viele waren dann doch nicht gekommen. Es war eigentlich eine schöne Gruppengröße. Und das Reden war auch gut, jedenfalls in meiner Gruppe und ich glaub auch in den anderen. Was ich auch gut fand war, dass ich doch nicht alleine eine Gruppe hatte. Es gab Zeiten, da hätte es mich angepisst, wenn ich noch einen dabei gekriegt hätte, weil ich gedacht hatte, hey, traut ihr mir das nicht zu oder was?! und: Ich bin doch Sozialpädagogin, ich muss das gefälligst können. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das echt arrogant. Heute war ich jedenfalls wirklich froh, dass ich noch einen erfahreneren Mitarbeiter dabei hatte, weil ich a) ziemlich müde war von dem langen Tag und b) diese Form von Kleingruppenarbeit noch nie gemacht habe. Da ging es zu zweit echt besser. Und wie gesagt, die Jugendlichen haben es auch nach anfänglichem Zögern gut angenommen.
Ein Bild, das ein Mädchen in der Gruppe beschrieben hat, hat mich ziemlich angesprochen. Sie hat den Weg mit Gott mit einer Autobahn verglichen. Eine Autobahn hat mehrere Spuren, so wie es auch nicht unbedingt nur DEN einen Weg für eine Person gibt. Manchmal hört man ja, man kann nur 100% in Gottes Willen sein oder 100% falsch liegen. Aber was ist, wenn die Hauptsache eine Freundschaft mit Gott ist und daraus der individuelle Lebendweg resultiert? Dann kann man auch schonmal ganz rechts mit 80 km/h fahren oder in der Mitte mit 120 km/h oder links mit 160. Die Hauptsache ist, dass man mit Jesus unterwegs ist. Und selbst wenn man mal die falsche Ausfahrt nimmt, oder auf dem Autobahnkreuz falsch abbiegt, kann man immer wieder auf die Autobahn drauf und seinen Weg weiter gehen.

Naja, jetzt werd ich bald schlafen gehen. Ich bin nämlich echt geschafft. War ein anstrengender Tag, aber ich hab was gelernt: 1. Oft ist die Angst vor etwas schlimmer als die Sache selbst, 2. Ich möchte manchmal versuchen, einfach mal albern zu sein, wenn es nicht völlig unangemessen ist, 3. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten und ich habe es gelernt.

Soooo, gute Nacht 🙂

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