Ich liebe dieses Wetter! Soooooo schöner blauer Himmel, sooooooo schön warm, sooooooooo schöne Sonne und ich zwinge mich dazu, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn mein Vater renoviert und nicht will, dass ich helfe oder wenn ich es tun würde auch Stress machen würde und ich das „Bau Putzen“ lieber auf später verlege damit ich es in Ruhe machen kann. Dafür nehm ich mir n Buch und setz mich raus.

Gut, dass ne Bekannte, deren Namen ich hier nicht schreiben sollte, (wer genaueres wissen will: Fragen kostet nichts) mir neulich ein Sonnenspray geschenkt hat, das sie nicht verträgt. Macht mir die Tatsache, dass sie es, wie sie sagt, in Sünde erworben hat auch wenig, dadurch verliert es ja nicht seine Wirkung.

Irgendwie hab ich im letzten Jahr einige interessante Leute kennen gelernt…

Also das Sternchen, von der ich schon geschrieben hab (ihr geht’s glaub ich allgemein etwas besser, keine Selbstmordgefahr mehr), ein paar sehr interessante Leute im Straßencafe, die Mädchen beim Mädchenklub ❤ und jetzt diese Person. Und die ist wirklich von allen die interessanteste… aber ich glaub, auf dem Blog sollte ich nicht so viel über sie schreiben. Wer mag kann aber sehr gerne für sie und ihre Gesundheit beten und für mich, dass ich mit ihr richtig umgehe.    

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Jesus, mein Bruder

Mein „leiblicher Bruder“ K. hat mir nie zugehört. Für ihn war ich nur die kleine Nervensäge.Jesus hört mir immer zu und liebt es, wenn ich mit ihm rede.

K. ist in sein Zimmer geflüchtet, wenn Mama mal wieder einen Tobsuchtanfall hatte (meist auf mich gerichtet, weil ich ja die „Vorlaute“ war). Wenn ich dann weinend an seine Tür geklopft habe, weil Mama mich nur anschrie, war die einzige Reaktion das Drehen des Schlüssels im Schloss.
Jesus ist mein Fürsprecher, mein Verteidiger, der für mich eintritt und für mich kämpft.

Gott, mein Vater

Papa hat sich immer herausgehalten oder war auf der Seite von Mama. Höchstens mal ein lascher Widerspruch. Oft genug war er aber mit wütend, weil Mama ihn aufgestachelt hat oder wenn er von der Arbeit nach Hause kam natürlich sofort „ihre Version“ erzählt hat, was ich jetzt wieder Unmögliches angestellt hätte. Er musste meist ran, wenn es hieß, uns zu bestrafen (an den Armen oder Beinen durch die Wohnung schleifen, vor die Haustür setzen und abschließen – dafür war Mama nicht stark genug, und ich zumindest hab mich auch schon früh gewehrt, wenn sie mich Ohrfeigen wollte, da hat sie sich nichtmehr getraut und Papa dafür vorgeschickt). Er hat nie gefragt, war immer auf der Seite von Mama, die hatte Recht. Dabei habe ich bei so vielen meiner „Vergehen“ gar nicht verstanden, was daran jetzt wieder so falsch war. (Die Regeln haben auch oft genug gewechselt, bzw. es galten eh anderen Regeln für K., Mama und Papa.)
Gott ist der gerechte Richter. Er lässt weder Unrecht zu, noch ungerechtfertigte Strafe, noch glaubt er einer falschen Zeugenaussage. Er steht hinter mir und verteidigt mich. Er nennt das Unrecht beim Namen, und hasst zweierlei Maß. Er würde mir nie wehtun.

Der heilige Geist, meine Mutter

(Der hlg. Geist ist im Griechischen weiblich.)

Mama hat immer gesagt, ihr Leben sei so einfach gewesen und dann sei ich gekommen.
Gott hat mich durch seinen Schöpfergeist geschaffen, weil er mich wollte.

Mama hat mir immer nur gesagt, was ich besser machen muss. Selbst wenn sie mal sowas wie „toll gemacht“ oder „da hast du ja ein Talent für“ gesagt hat, war das immer verbunden mit der Aufforderung, noch mehr dran zu Arbeiten, mehr zu tun, noch bessere Noten etc.Gott liebt mich ohne Vorbedingung. Der heilige Geist in mir will mir helfen, mich aufbauen. Nicht immer nur fordern, sondern er will mich unterstützen und mit mir zusammen den Weg gehen.

Mama hat mich immer nur kritisiert, die Fehler gesehen, nichts war gut genug. (Es sei denn, etwas war ihr egal, aber dann kamen meist die Sprüche, dass ich mit sowas keine Zeit verplempern soll.)
Gott sagt mir, ich bin wunderbar geschaffen.

Für Mama muss ich immer nur arbeiten und das auch nur, damit SIE es sich unter den Nagel reißen und mit ihrer Tochter angeben kann.
Gott geht es um mich, nicht um sich selbst. Der heilige Geist ist als Trost und Hilfe für mich da, er braucht keine eigene Ego-Show.

Auf vielfachen Wunsch von einer Person einen kurzen Bericht von dem, was ich am Sonntag abend gemacht hab:
Was mir sehr fehlt ist eine feste Gruppe, wo es keinen frontalen „Bibelunterricht“ gibt wie im Gottesdienst sondern man sich austauscht und für einander betet und schonmal etwas zusammen unternimmt.
Dann hat ne Freundin im Internet von einem JEK gelesen in der Urchristlichen Gemeinde. Da war ich vor ein paar Jahren schon, bevor ich nach Marburg gezogen bin. Ich war da in einem Kurs über Kommunikation und Gottesbeziehung – hach Bithja, sprichs doch einfach aus, es ging um Prophetie. Fasziniert mich total.
Egal, zurück zum JEK. Sandra hat kurz vorher doch abgesagt, leider. Dabei traue ich mich sowas eigentlich nicht alleine, also irgendwo hin zu gehen wo ich nicht weiß, was mich erwartet und wo ich keinen kenne. Aber die Alternative wäre Business as usual, und ich wollte unbedingt mal was anderes, raus aus dem immer gleichen Trott. Also bin ich doch alleine hin. War ziemlich nervös und hab mich noch 10 Meter vor dem Ziel gefragt ob ich nicht lieber umdrehen soll. Aber dann hab ich gedacht, die Entscheidung ist doch schon längst gefallen, das hätte ich mir vorher überlegen sollen, jetzt bin ich schonmal hier.
Also bin ich rein. Und hab den ersten, den ich gesehen hab (Gott sei dank direkt im Flur) nach dem JEK gefragt, der war wohl eine Art Leiter des Vereins und hat sich gefreut, dass ich einfach mal so gekommen bin. Hat sich als Emmi vorgestellt. Hat mich gefragt, wie es kommt, dass ich da bin und ich hab ihn ein bisschen was nach dem JEK gefragt (Sie nennen ihn den Stützpunkt…) und nach und nach kamen die anderen. Auch so in meinem Alter, vielleicht ein bisschen jünger, aber nicht viel. Und einfach WAHNSINNIG! Es wurde drinnen Federball gespielt und man hat sich gegenseitig mit Tischtennisbällen beworfen und nur Quatsch gemacht… wobei, später haben wir noch Lobpreis gemacht und ganz spontan Abendmahl, und da kein Brot und Wein da war mussten Wasser und Kuchen herhalten. (Jetzt, in diesem Moment würde ich gern dein Gesicht sehen, lieber Leser :-D)
Also auf gut deutsch, ich glaub, die sind so blöd wie ich. Passt.
Nächste Woche ist ne Veranstaltung von der Gemeinde, also kein Stützpunkt-JEK, aber ich freu mich schon auf übernächste Woche.

Beruflich:

Vorgestern habe ich eine SMS gekriegt, die Leiterin von einem Nachhilfeinstitut, bei dem ich vor ich weiß nicht wann mal gefragt hab, ob sie noch Mitarbeiter brauchen. Habs eigentlich schon längst vergessen. Abgekackt. Aber jetzt hat sie mich gefragt, ob ich als freie Mitarbeiterin einsteigen will. Gestern war ich das erste mal da, hab erst eine Gruppe und eine als Vertretung, aber eine andere von ihnen will diesen Sommer wahrscheinlich aufhören und sie brauchen Leute, die die Gruppen weiter führen. Also werde ich wahrscheinlich mehr bekommen. Also, Nachhilfe habe ich schon oft gegeben und das kann ich mit Sicherheit. Also, auch wenn es jetzt noch nicht reicht ist es ein guter Anfang.

In der Familie:

Ich hab schon vor ein paar Wochen gemerkt, dass die Zeit, wo ich jeden Kontakt zu Mama soweit es geht vermieden habe vorbei ist. Ich hatte Zeit, mir über meine Grenzen klar zu werden und was ich mir von Mama sagen lassen will und was nicht. Und dass ich diese Grenzen verteidigen werde. Und ich glaube, so langsam ist wieder die Zeit, es nochmal zu versuchen. Sie hat neulich das erste mal seit ich weiß nicht wann über fb mir (wenn auch verschlüsselt) mitgeteilt, dass sie mich liebt. Ich saß eine halbe Stunde vor dem PC und hab geheult. Ich hab nur gedacht, meine Mama liebt mich! Aber meine Grenzen trotzdem zu akseptieren wird sie lernen müssen. Wenn ich nein sage heißt das schließlich nicht, dass ich sie als Person ablehne.

Geistlich:

Da hab ich auch endlich wieder ne Möglichkeit gefunden, wieder etwas Regelmäßigkeit reinzubekommen. Mir ist es in den letzten bestimmt mindestens 5 Jahren so auf den Wecker gegangen, dass ich mich tagelang kaum um Jesus geschert habe. Teilweise bin ich darüber halb wahnsinnig geworden, hab so gedacht, ich wär gar kein Christ mehr und so. Kann gar nicht so genau sagen, ob es einen Punkt gegeben hat, wo Gott geredet hat oder gewirkt oder so. Ich weiß nur, dass ich in den letzten Wochen immer wieder Gedanken hatte, was ich ändern sollte, damit das besser wird. Zum Bespiel habe ich ganz früher immer vor dem Schlafen gehen Bibel gelesen und das irgendwann aufgegeben, ich weiß nicht warum. Aber daran hab ich jetzt gedacht und dass es gut geklappt hat. Deswegen hab ich damit jetzt wieder angefangen und es klappt wirklich gut. Vielleicht weil es so zum „Einschlafritual“ gehört und ich es deswegen nicht vergesse. Oder dass ich mir die eine oder andere Angewohnheit angewöhnt habe, mit der Gott wohl nicht so glücklich ist und ich mehr als vorher das reflektiere, was ich sage und denke. Und noch das Eine oder Andere mehr, aber auf jeden Fall läuft das jetzt auch wieder besser.

Wohnlich:

Opa ist vor einem Monat gestorben. War abzusehen, deswegen gehts mir glaub ich auch wieder ganz gut. Klar war ich traurig, aber nicht so lang wie es bei Oma war. Seine Pflegerin ist also auch wieder weg. Im Moment wohne ich alleine hier im Haus, aber das wird sich auch bald ändern. Mein Bruder will mit einziehen, wir haben uns geeinigt, dass er in meine Noch-Wohnung zieht und ich runter ziehe. 1. weil es mich nicht so stört wie ihn, wenn über mir jemand wohnt (höhöhö, das klingt vielleicht: Er will nicht, dass jemand über ihm ist xD) und 2. weil ich die Wohnung unten schöner finde. Sie ist zwar kleiner, aber so hab ich weniger zu putzen :-D. Übrigennds besteht mein Papa darauf, dass alles grunderneuert wird. Ich wollte das eigentlich erst gar nicht, aber er hat so darauf bestanden, also ok… bitte, wenn er SOOOO darauf besteht xDDDD

Klingt doch eigentlich im Großen und Ganzen ganz gut. Ach ja, was vergessen:

Ehrenamtlich:

Ungefär 20 Minuten von hier ist ein sozialer Brennpunkt, wo meine Gemeinde ein Mädchenklub (Jungschar) betreibt, die haben nach ner neuen Mitarbeiterin gesucht und ich hab mich gemeldet. Ich muss dazu sagen, wegen den blöden Erfahrungen in den letzten Jahren bin ich sehr vorsichtig geworden was Sympatie und so angeht. Ich wollte einfach nicht, dass mich wieder jemand verletzt. Deswegen hab ich auch keinen wirklich emotional an mich rangelassen und hatte eigentlich dasselbe mit diesen Mädchen vor. Ich wollte da mitarbeiten, Gruppenstunden mit durchführen, aber wollte nicht, dass mir jemand zu nahe kommt. Hehehe, Fehlanzeige! Weil die Mädchen mich einfach im Sturm erobert haben! Ich wurde vorgewarnt, dass es sehr komplizierte Mädchen sind, zum Teil aus völlig zerrüttelten Familien, vernachlässigt, keine Grenzen und so, oder aus muslimischem Hintergrund, die eigentlich keine christlichen Geschichten hören dürfen. (Wir machen es natürlich trotzdem, die Mädchen und ihre Eltern wissen das und sie sind trotzdem jede Woche da!) Ich wusste zwar, dass ich etwas schwierige Kinder mag, aber die sind soooooooooooooooooooo toll! Also nichts mehr mit emotionalem Panzer. Na, wenn das mal gut geht. Aber hier glaub ich schon.

Heute war ich auf dem Kreuzberg, hab mir die Kapelle angeschaut, dort gebetet. Also, beim Spazieren im Wald, nicht in der Kapelle. Ich hab ein bisschen durch die Traktate geblättert und fand eins über einen Mann, der gesund wurde, nachdem er zu einem Pastor gebetet hatte, der irgendwann in den 90ern gestorben war. Wie groß die heilende Kraft dieses Pastors sei und dass er nun immer zu ihm beten werde. Also, ich halt ja schon in den besten Fällen nichts von Heiligenverehrung oder beten zu Maria oder so. Sowas macht mich so traurig, wir können zu unserem Vater kommen, zum allmächtigen Gott, und ihm alles alles sagen, und dann reden Leute lieber mit toten Menschen? Und wenn es einfach nur ein Pastor war, das hat finde ich nochmal eine ganz andere Dimension als bei den „Heiligen“. Da redet man also einfach zu irgendeinem toten Menschen. Und dann hat der Mann auch noch geschrieben, wie er dem toten Pastor dankt und kein Wort des Dankes ging an Gott.

Es hat mich also ganz schön aufgerieben und ich hab zu Jesus gesagt: Ich will ja nicht immer an meinen Glaubensgeschwistern herumstänkern, aber geht sowas nicht irgendwo zu weit? Und dann noch nichtmal dir dafür danken, sondern einem Menschen? Auf einer DINA4-Seite noch nichtmal ein Wort verlieren von Gott, der ihn geheilt hat, sondern nur von diesem Pastor schreiben?? Das ist doch sowas von unverschämt!

Mir war dann auch klar, dass es mir nichts bringt, mich darüber aufzuregen und mir nur mein schönes Gespräch mit Jesus kaputt macht durch meine Wut. Sich ab und an mit solchen Dingen auseinander zu setzen kann manchmal wichtig sein, um klar zu sehen, wo Grenzen sind, bringt aber wenn man’s zu viel macht nichts und hält einen nur davon ab, mit Gott zu reden. Und irgendwie ist mir dann ein Licht aufgegangen, warum Gott im AT immer verlangt, Leute auszustoßen, die Wahrsagerei oder ähnliches machen. Ich dachte ja früher immer: Voll grausam. Aber heute dachte ich: Die missachten klar Gott, wollen lieber ihr eigenes Ding drehen. Anstatt mit solchen Leute eine Gemeinschaft zu bilden und dann immer den ewigen Diskussionen ausgesetzt zu sein, warum man jetzt grad nicht mal eben die Toten beschwören kann, sagt man halt „Mach dein Ding, aber mach es woanders.“ Das spart sicher Zeit und Nerven und ich denke mal auch, wenn sie zu Gott zurückgekommen sind, hat man sie auch wieder aufgenommen.

Irgendwie habe ich diese Stellen früher immer als drakonische Säuberungsmaßnahme gesehen, ganz schön übertrieben. Aber es sparte sicher Endlosdiskussionen mit Leuten, die partout Gott missachten wollen. Und man hat Zeit für die wichtigen Dinge.

Letzte Woche: Drei Klausuren an drei direkt aufeinanderfolgenden Tagen. Das kann ja nur schief gehen. Hallo Schlafdefizit. Und es wäre alles nicht so schlimm gewesen, wenn diese Klausuren nicht so dermaßen beschissen gewesen waren.

Erster Tag (Dienstag): SprachwissenschaftenOk, die Klausur war ganz OK. Außer dass ich mich geärgert habe, soviel gelernt zu haben. Das Verhältnis von gelerntem Stoff und abgefragtem war in etwa so, wie wenn man Kurvendiskussion büffelt und dann nur das kleine Einmaleins drankommt. Beim Übersetzungsteil habe ich ein Fachwort falsch verstanden und deshalb eine Aufgabe falsch, aber das sind auch nur so 3,4 Punkte.

Zweiter Tag: Mediensprache (Übersetzen)
Schon nicht mehr ganz so fit wegen dem vielen Lernen am Tag davor, direkt nach der ersten Klausur, trete ich an und denke mir: Naja, übersetzen halt, was will man dafür groß lernen? Beim Text Japanisch-> Deutsch kam ein Text aus dem Unterricht dran, das war OK. Dann ging es weiter mit Deutsch->Japanisch…. es war grauenvoll. Es fing dabei an, da ss ich eine Stunde hatte für einen Text von einer Seite. Bei den Hausaufgaben brauche ich für eine Seite D->J mal mindestens dreimal so lang. Dann kamen in diesem Text so schöne Begriffe vor wie „Europäische Kommission für Mehrsprachigkeit“. Natürlich findet man sowas nicht im Wörterbuch. Die Klausur hat mir echt frustriert.

Letzter Tag: Sprachkompetenz
Der nächste Tag brachte dann die letzte Klausur. In dem Kurs hatten wir viel Geschäftsbriefe und Etiquette im Geschäftsbereich gelernt. Am Mittwoch habe ich also nach der Klausur angefangen, zu versuchen, möglichst viele Floskeln für Geschäftsbriefe und geschäftliche E-Mails in meinen Kopf zu kriegen. Ich konnte zwei ganze Geschäftsbriefe wörtlich auswendig. Und was wurde abgefragt? Es gab eine kleine Aufgabe, in der wir aus einem Brief 8 umgangssprachliche Sätze in schönes, hochgestochenens Geschäftsjapanisch umschreiben mussten. Eine ganze Aufgabe, in der es um ein Poster ging mit so Sachen wie „Zielgruppe der Veranstaltung“ oder „Bitte senden Sie ihre Anmeldung schriftlich an:“ Hatte ich natürlich nicht geübt, weil wir das nur in den ersten 2,3 Stunden nebenbei besprochen hatten, nie wirklich ausführlich. Ich konnte mir dann was aus den Fingern saugen. Mal schaun, ob die da wirklich genau die Formulierung hören wollten, die wir im Unterricht hatten.
Aber am „schönsten“ war, als ich dann in der letzten halben Stunde zum Leseteil kam. Einmal flüchtig draufgeschaut: Ich verstehe kein Wort. Also jedes einzelne Wort nachgeschaut. Bei „Bluthirnschranke“ hatte ich schon keinen Bock mehr, bei „Insulinspiegel“ habe ich aufgegeben und bin lieber gleich zu den Fragen gegangen. Es war Multiple-Choice und ich habe sie nach folgendem Schema beantwortet: Garnicht erst mit Bedeutungen aufhalten. Nachschaun, wo Schlagwörter im Text sind. Versuchen, die Beziehung zwischen Verb und Nomen zu ergründen, unabhängig von der Bedeutung: Tut x ….  oder ist …. verneint, also tut x das nicht? Auf der Grundlage habe ich dann die Multiple Choice Fragen „gelöst“. (Je nachdem, wie die Antwortmöglichkeiten sind, geht das durchaus.) Naja, ein paar Wörter habe ich dann noch nachgeschlagen und war dann immerhin so weit, dass es um den Einfluss von Insulin auf das Gedächtnis ging. Mehr Insulin bedeutete eine schlechtere Gedächtnisleistung. Deshalb waren Mäuse, die nichts gegessen haben, besser in Übungen als solche, die satt waren. Und dann noch irgendwas mit Fliegen und ekligem Geruch…. den Teil hab ich nicht verstanden.

Also, alles in allem waren die Klausuren der blanke Horror und ich hoffe, dass mein Schnitt nicht ganz im Keller landet.
(Wir haben übrigens auch zwei Japanisch-Überflieger, die sich hinterher laut wunderten, warum das denn alle so leicht gewesen sei. Ja… das wollte ich da nicht hören.)

Ergebnis
13.02.: Die Note von der letzten Klausur ist da – 2,0. In Anbetracht meines geistigen Zustandes während der Klausur (übermüdet und zuviel Cola) kann ich nicht einen einzigen Punkt davon mir zuschreiben. Gott ist groß :).

O MEIN GOTT O MEIN GOTT O MEIN GOTT: Ich hab in Sprachwissenschaften eine 1,0!!!! Meine allererste 1,0!!!!

01.03: In der letzten Klausur hab ich eine 1,7. So kann der Master ruhig weitergehen! (Danke, Papa!)

 

 

SUPER SUPER SUPER! GOTT IST DOCH TOLL! UND MIT IHM SCHAFFST DU DAS!!!!!!!!!!!!!!!
Du bist schließlich schlau 🙂

Ist schon ein paar Wochen her, aber ich schreibs trotzdem. Ich meine, ich schreibe ja öfter mit ein paar Wochen Verzug…

Vor fast einem Monat konnten sich an einem der Mittwoch-Abend-Gebetstreffen von meiner Gemeinde die melden, die sich speziell Gebet für (körperliche) Heilung wünschen. Ich hatte da immer nachts und besonders morgens nach dem Aufstehen bis in den Mittag rein, Rückenschmerzen. Deswegen wollte ich schon gerne aufstehen. Aber dann sind schon so viele vor mir aufgestanden, da hab ich gedacht, so wichtig sind meine popeligen Rückenschmerzen doch nicht und wenn ich jetzt auch noch aufstehe… irgendwann stehen mehr als sitzen. Also bin ich sitzen geblieben.

Wir Sitzer sollten uns dann zu den Stehenden stellen, ihnen vielleicht die Hände auflegen und für sie beten. Hab ich dann auch gemacht. Hab gehofft, wir könnten später noch für mich beten, hat sich aber dann doch nicht mehr ergeben.

Stattdessen hab ich auf dem Weg zum Parkplatz den anderen von meinem Psychostress im Moment erzählt und da stellte sich heraus, dass andere ganz ähnliche Erfahrungen haben. Ich weiß nicht, ob das was damit zu tun hat, aber wär möglich… eben pschosomatisch.

Auf jeden Fall, ohne dass da jemand speziell für gebetet hätte, ab dem nächsten Morgen waren die Rückenschmerzen komplett weg.

Toll, ne???

„Wut hilft uns, zu erkennen, wo persönliche Grenzen überschritten werden. Die wichtige Frage dahinter lautet: ‚Welcher Wert, der mir wichtig ist, wird hier missachtet?‘ (…) Wenn man respektlos mit uns umgeht, wenn wir in einer Beziehung zu viele Zugeständnisse machen müssen, wenn man mehr von uns verlangt, als wir zu geben bereit sind oder wenn wir zu Dingen ja sagen, zu denen wir lieber nein sagen würden – in all diesen Situationen werden unsere Werte und Überzeugungen missachtet und verletzt. Dann ist es an der Zeit, mal in Ruhe nachzudenken.

Man sagt, Wut sei ein Sekundärgefühl. Häufig geht sie einher mit Empfindungen wie Schmerz, Trauer, Angst, Enttäuschung und Scham. Will man also Wut richtig verarbeiten, muss man sich sehr genau mit diesen tieferen, heiklen Emotionen auseinandersetzen. Wenn Sie wütend sind, sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Wovor hab ich Angst? Bin ich verletzt? traurig? enttäuscht? Was steckt tatsächlich hinter dieser Wut? Ich werde wütend, wenn mich jemand kritisiert. Instinktiv gehe ich in die Defensive. Bei genauerer Betrachtung der Wut merke ich aber, dass dahinter die Angst vor Unzulänglichkeit steckt. Ich fürchte, nicht gut genug zu sein. (…) Die meisten Menschen denken, sie seien weniger verletzlich, wenn sie ihre Wut zum Ausdruck bringen als wenn sie Angst oder Verletztsein eingestehen. Ich kann mich darüber ärgern, dass meine Freundin meinen Geburtstag vergessen hat, aber eigentlich bin ich eher verletzt als wütend. Ich kann mich darüber aufregen, dass meine Gemeinde nicht genug für Singels über 30 anbietet, nur um dann zu entdecken, dass hinter meiner Wut die Angst vor dem Alleinsein steht.

Wenn Sie das nächste mal wütend werden, fragen Sie sich auch: Was hatte ich erwartet? Unerfüllte und unklare Erwartungen in Beziehungen, ob in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, in Freundschaften, Partnerschaften oder auch in der Gemeinde, sind häufig Auslöser für Wut. Wir erwarten von anderen, dass sie wissen, was wir wollen, bevor wir es wissen oder es ausgesprochen haben. Wie fühlen Sie sich, wenn jemand aufgrund unerfüllter Erwartungen wütend auf Sie ist, diese Erwartungen aber nie ausgesprochen hat? Der andere ist einfach davon ausgegangen, dass Sie sie kennen. Das Problem ist, häufig sind unsere Erwartungen

  • uns nicht bewusst (wir wissen gar nicht, dass wir sie haben)
  • unrealistisch (wir geben uns einer Illusion hin)
  • unausgesprochen (wir behalten sie für uns) oder
  • nicht abgestimmt ( der oder die andere hat nie ja dazu gesagt.)

Vielleicht sind Sie wütend darüber, dass Ihr Hauskreis sich außerhalb der Gruppentreffen nie privat trifft. Sie hatten eine Erwartung, mit der Sie aber nie mit den anderen gesprochen haben. Sie sind wütend darüber, dass Ihr Mann Sie nicht täglich von der Arbeit aus anruft. Diesen Wunsch müsste er doch ‚erspüren‘. Offen ausgesprochen haben Sie ihn aber nie. (…) Wenn Sie verstehen, dass viele Erwartungen unerfüllt bleiben werden, weil sie weder ausgesprochen noch abgestimmt wurden, werden Sie feststellen, dass Sie viel seltener wütend werden.

Hinter Wut kann auch Kleinlichkeit stehen, Arroganz, Hass, Neid oder der Wunsch, einen anderen zu verletzen. Achten Sie mal darauf, ob Ihre Bemerkungen sarkastisch oder schnippisch sind oder ob Sie jemandem aus dem Weg gehen. Vielleicht sind Sie neidisch auf die Beförderung eines Arbeitskollegen. Ursache Ihrer Wut kann Angst oder Projektion sein. Die Wut wird zur Sünde, wenn Sie sie an jemandem auslassen, der damit überhaupt nichts zu tun hat. Gerade weil Wut eine so komplexe Emotion ist stelle ich mir – bevor ich aus der Wut heraus reagiere – folgende Fragen, die sich als sehr hilfreich erwiesen haben: Steht dahinter eine Schuld, für die ich die Verantwortung übernehmen muss? Ist meine Wut gerechtfertigt oder entspringt sie einer meiner dunklen Seiten? Habe ich jemanden in meiner Wut verletzt, den ich dafür um Vergebung bitten muss? Aristoteles hat einmal ganz richtig gesagt: ‚Wütend werden kann jeder, das ist einfach. Aber wütend sein auf den Richtigen, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.‘ Wütend zu sein, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen, ist leicht. Wut anzunehmen, um sie dann angemessen zu verarbeiten und sie nicht auf andere projizieren zeugt von großer spiritueller und emotionaler Reife.“

(Geri Scazzero in einem Buch, das ich grade lese. Ich überlege, ob ich dazu auch mal ein Training anbiete…)

Das hab ich Weihnachten jetzt tatsächlich gemacht:

Am Wochenende vor Weihnachten war Fil bei mir. War (natürlich) voll lustig, wir haben Tee gekocht und den in Siegen an Obdachlose und Bettler in der Fußgängerzone verteilt. War aber auch so ein bisschen, um Kraft zu sammeln, weil ich gar nicht wusste, was mich Weihnachten erwarten würde. Bis dahin hab ich nämlich immer Weihnachten komplett, das heißt, vom 24. bis mindestens 26. komplett bei meinen Eltern „gefeiert“.

Aber in 2012 ist einfach einiges gewesen, was mich befähigt hat, zu sagen, dass ich das nicht mehr will und auch danach zu handeln. Ich hatte vorher mehr oder weniger vor ich hingelitten, gedacht, dass es mir nicht gut damit geht, aber ich nicht das Recht hab, zu sagen, ich wolle es anders oder dass ich undankbar sei, oder anormal oder so. Aber hey, warum eigentlich? Bei der Fortbildung hab ich gelernt, meine Grenzen wahrzunehmen und zu verteidigen, in Gesprächen mit anderen Betroffenen hab ich gelernt, wie diese Gedanken in meinem Kopf zustande kamen und wo sie ihren Ursprung haben und ich hab angefangen, das Ganze, was ich denke mal objektiv zu sehen: Was ist daran undankbar, wenn ich sage, ich möchte nicht 3 Tage bei meiner Familie leben und damit wahrscheinlich nicht nur mich quälen sondern vielleicht auch andere? Und warum bin ich deswegen anormal, immerhin ist auch Mama nicht die ganze Zeit bei Oma und davon abgesehen ist unsere Familie da wirklich nicht ein Musterbeispiel, wie es sein sollte. Viel zu eng und gleichzeitig gleichgültig und erdrückend. Eine komische Mischung. Und meine anderen Freunde sind auch nicht die ganze Zeit bei der Familie. (Eine alte Freundin hat sogar mal gesagt, dass sie nicht Muttertag feiern!)

Aber genug Emo 😀

Ich hatte ein bisschen Angst, es meiner Familie zu sagen. Gott sei Dank kam mir meine Oma zur Hilfe. Ich hab ihr mein Dilemma geschildert und sie hat mir den Rat gegeben, Heilig Abend auf Einladung zu kommen, einen Feiertag bei ihr, also Oma zu verbringen und einen Feiertag bei Opa (immerhin könnte das sein letztes Weihnachten gewesen sein). War erst unsicher, aber dann fand ich die Idee doch gut. Als Papa mich dann ich glaub am Donnerstag oder Freitag vorher gefragt hat, hab ich ihm das so gesagt. Also war ich Heilig Abend bei Mama und Papa. Allerdings war ich nicht mit Mama zusammen im Gottesdienst, sie und Oma waren in der Kirche und ich in der Gemeinde. War auch das erste mal, dass ich selber entschieden habe, in welchen Weihnachtsgottesdienst ich gehe. Klingt komisch für ne erwachsene Frau, merk ich grade 😀 Erst danach bin ich zu meiner Familie gegangen. Als ich angekommen bin, war Mama noch im Gottesdienst und ich saß ein bisschen auf Kohlen, weil ich nicht wusste, was mich erwartete: Haß? Verachtung? übertriebene Liebe? Spott? Aber ich hab mir immer wieder gesagt, dass mir gar nichts passieren kann, wenn sie mir tatsächlich zu dumm kommen würde, konnte ich einfach gehen. Und ich glaube, ich hätte es wirklich gekonnt. Ich bin nicht auf die Gnade meiner Mutter angewiesen. Ich bin mehr wert als das, was sie manchmal in mir sieht. Und das Wissen hat mir dann geholfen, ruhig zu bleiben.

Als sie gekommen ist, war sie tatsächlich not amused. Ich weiß nicht genau, was sie hatte, aber als sie behauptet hat, es sei doch gar nichts konnte ich es tatsächlich auch dabei bewenden lassen und diese Bemerkung als „Ich will nicht darüber reden“ verstehen und nicht als „Ich will bestimmen, was du fühlst.“ Es hat mich nicht runter gezogen. Und als wir dann gegessen haben, hat sie ihre Weihnachtsmiene sehr gut aufgesetzt, so dass man kaum noch merkte, dass sie eigentlich scheiße drauf war und man konnte es gut aushalten. Ich bin glaub ich bis so sieben oder halb acht da geblieben und hab mich dann verabschiedet und ich glaube, es war soweit auch für sie ok.

Übrigends gab es den ganzen Abend soweit ich mich erinnern kann, außer dem „Es ist gar nichts“ keine weiteren verbalen Attacken. Sehr gut, Mama!

Ich glaub, den nächsten Tag war ich bei Oma, aber nicht den ganzen Tag, nur zum Mittagessen, weil nachmittags Mama zu Oma kommen wollte. War richtig schön, aber das ist es bei ihr meistens.

Die restliche Zeit war ich zu Hause. Ich war zwischendurch bei Opa, Papa und Jens waren auch mal da und wir haben zusammen Kaffee getrunken. Alina war auch dabei und ihre Tochter, die zu Besuch war, auch. Die studiert Germanistik und spricht sehr gut deutsch. War echt schön. Die war auch zwischendurch mal bei mir, wir haben Spiele gemacht und einen Film gesehen. Ich hab ihr Kalaha beigebracht, sie war echt gut. Richtig entspannt, so kannte ich Weihnachten noch gar nicht. Und ich hab immer gedacht, dass man einsam wäre, wenn man Weihnachten zu Hause wäre. Weil manche sagen, das wären alles arme Würstchen, die Weihnachten nicht bei der Familie sind. Aber das war ich doch, nur nicht die ganze Zeit. Und ich hab gemerkt, dass es einfach schön sein kann. Die Version von Weihnachten, die ich vorher kannte, die angeblich besinnliche, familiäre, das war für mich die Einsame und Traurige, weil wir zusammen waren, uns aber nicht wirklich viel zu sagen hatten. So konnte ich es endlich mal genießen und ich hab gedacht, es war unnötig, dass ich in den letzten Jahren in so eine Anti-Weihnachts-Stimmung gekommen bin.

Vor nicht mal 2 Wochen hatte Mama Geburtstag. Ich wurde am Tag vorher von Papa eingeladen, auf meine Nachfrage, was denn an Mamas Geburtstag wäre. Ich will nämlich nicht mehr einfach selbstverständlich kommen, weil ich glaube, dann wird es als selbstverständlich genommen, dass alles immer so weiter geht wie bisher. Also bin ich auf Einladung da hin Und da hab ich gemerkt, dass ich mir Mamas diskrimminierende Art tatsächlich nicht einbilde. Nicht, dass sie an dem Tag gegen mich gewettert hat oder mich beleidigt hat. Sie hatte Papa im Visier. Sie hat mich an eine frühere Klassenkameradin erinnert, die mich gemobbt hat. Derselbe Tonfall, derselbe Spott, derselbe geschickte Versuch, Anwesende auf ihre Seite zu ziehen, um gemeinsam gegen einen Schwächeren vorzugehen. Papa hat mir voll leid getan, sie hat ihn mit einem Hund verglichen, wollte ihn an die Leine nehmen, damit er sich nicht verläuft oder wenn er Sport machen wollte, hat sie ihn zum Hamster gemacht, den man in ein Laufrad setzen konnte. Dann könnte man damit wenigstens noch Strom produzieren und damit was verdienen anstatt teure Sportgeräte anzuschaffen. Klingt lustig und wenn man unreflektiert dabei wäre, wäre es das sicher auch. Aber ich hab nur gedacht, armer Papa!

Das hat mir 2 Dinge gezeigt:

1. Es war richtig von mir, anzufangen, da auszubrechen. Was in meiner Familie passiert ist wirklich nicht gesund, und wenn ich ihnen schon nicht helfen kann, muss ich mich selbst schützen. Es ist nicht böse und ich bin auch nicht undankbar deswegen oder eine Nestbeschmutzerin. Wenn es eine Nestbeschmutzerin gibt ist es die Person, die die Familie in einem schlechten Licht dastehen lässt weil sie sich schlecht verhält und nicht die Person, die es beim Namen nennt oder das nicht mehr mitmachen will. Schließlich ist auch derjenige der Umweltverschmutzer, der Giftmüll im Wald abladet und nicht derjenige, der sich daran stört und die Behörden alamiert.

2. Ich kann nicht mit Papas Hilfe rechnen, jedenfalls nicht mit der Hilfe meines irdischen Papas. Er ist zwar richtig lieb und in praktischen, handwerklichen Dingen auch echt hilfsbereit. Aber wenn es darum geht, sich gegen Mama durchzusetzen, Grenzen zu verteidigen und ich selbst zu sein wird er mir nicht helfen. Er ist schwach und das meine ich jetzt nicht abwertend oder so. Einfach, dass er nicht gegen Mama ankommt. Deswegen konnte er mich als Kind auch nie vor ihr schützen. Ich hab mich immer gefragt, warum ich, wenn es um Gott geht, eine tolle Beziehung zu Jesus habe und mit dem heiligen Geist auch prima klar komme, aber Gott als Vater war immer so, ja, den gibts auch noch, aber mehr auch nicht. Seit ich das hier mit Papa kapiert hab, ist auch Gott als Vater viel präsenter, also gefühlt präsenter. Hm…

Ich habe vor einer Weile schon einmal davon berichtet, dass ich mir sehr gut vorstellen könnte, in den Bereich Entwicklungszusammenarbeit/Internationale Arbeit zu gehen. Sehr konkret waren diese Pläne bis jetzt noch nicht. Letztens traf ich bei uns in der FeG im Gottestdienst eine Chinesin, die auch Japanisch lernt. Sie möchte dieses Jahr in die Region Touhoku gehen, wo 2011 der Tsunami war, und dort helfen. Die sind ja immer noch nicht fertig mit dem Wiederaufbau und das wird auch noch eine Weile dauern. Naja, dachte ich, wär ja cool. Nach Japan kommen und was Gutes tun, aber die Kosten und überhaupt, wie und wann…

Dieses Semester dürfen wir, die Masterstudenten, den Übersetzungswettbewerb Japanisch mitorganisieren. OK, dürfen ist das falsche Wort, wir müssen. Poster machen, E-Mails schreiben und vor allem: Spenden für die Preise sammeln. Also mussten wir uns japanische Geschäftsleute in der Umgebung suchen und die Anschreiben. Bei der Suche fiel mir ein, dass es ja in Köln eine japanische christliche Gemeinde gab und ich schrieb sie auf, weil… naja, wir mussten halt fünf Adressen haben. Wir haben auch alle fünf Adressen angeschrieben und die Lehrerin fragte noch „Was denkst du denn, was für einen Preis eine Kirche geben könnte?“ Keine Ahnung, vielleicht bieten sie ja an, für den Gewinner ein tolles Essen zu kochen?

Ich hätte nicht gedacht, dass der Pastor überhaupt antwortet auf den Brief. Aber er hat es. Und er hat uns eingeladen. Heute mittag also saßen wir im Gottesdienst – ich mit meiner deutschen Bibel, meine Gruppenpartnerin mit offen kundgetaner Unlust darüber, schon zum zweiten Mal innert zwei Monaten in eine Kirche gehen zu müssen. Die Predigt war richtig gut – zumindest das, was ich davon verstanden habe. Es ging um den Teil, ich weiß grad nichtmehr wo, dass wir Gefäße für Gott sind. Was ich verstanden habe, ist dass er erzählt hat, dass es hier um Tongefäße geht und die waren damals für die einfachen Leute, der Adel in Rom benutzte Glas. Also scheinen wir zwar äußerlich „nichts besonderes“ zu sein, nur die dummen kleinen Tonkrüge die jeder arme Bauer im Schrank hat, und doch sind dies die Gefäße, in die Gott seinen Geist geben will. Dann hat er davon geredet, dass Tonkrüge auch mal brechen und es dann Sache des Töpfers ist, sie zu flicken. In Japan früher waren Tonwaren sehr beliebt und weit verbreitet. Und wenn so ein Krug brach, dann brachte man ihn zum Töpfer und ließ ihn flicken. Und womit flickte er ihn zusammen? Mit flüssigem Gold oder Silber. Im Ergebnis war der Krug hinterher wertvoller als vorher. Ist das nicht ein cooles Bild?
Nach der Predigt hat uns der Pastor dann eingeladen mit ihm Tee zu trinken. Er war sehr nett und freundschaftlich, garnicht steif. Er sagte, die Gemeinde wolle uns eine Bibel auf Japanisch spenden, die könnten wir als Preis verwenden. Dann meinte er, er würde sie per Post schicken, weil sie so schwer sei, dann müssten wir nicht schleppen. Scheint also nicht gerade eine Taschenbuchausgabe zu sein.

Schließlich kamen die obligatorischen Fragen nach „Warum studiert ihr Japanisch.“ und „Was wollt ihr später machen.“ Ich erzählte also ein bisschen davon, dass ich in den Bereich Entwicklungshilfe oder internationale Zusammenarbeit im Allgemeinen gehen wolle. Von der Chinesin, die nach Tohoku geht, und dass ich sowas auch gerne machen würde.
Und jetzt haltet euch fest: Da sagt der Pastor, dass er bis vor einem Jahr in Japan in der Katastrophenhilfe gearbeitet habe. Und zwar nicht irgendwo, sondern er war bis dahin Hauptverantwortlicher für die Koordination der Freiwilligenarbeit direkt nach dem Erdbeben 2011 gewesen. Er kam sogar ursprünglich direkt aus Fukushima. Mir ist echt die Kinnlade runtergeklappt! Ich habe gebetet, dass ich vielleicht mal irgendwann irgendwie so in die grobe Richtung….. Und was macht Gott? Stellt mir mal eben so ein ehemals hohen Typen auf den Weg, an einem Ort, wo ich NIE mit gerechnet hätte, der dann auch noch super freundlich ist und fröhlich erklärt, wenn ich dahin wolle, kein Problem, er kenne die Leute alle, er könne da was machen. Ich antwortete natürlich erstmal ganz geflasht „JAAAA BITTTEEEE!!!! ICH WILL DAHIN!!!!!!!!“ (oder so), im zweiten Moment fiel mir dann ein, dass freiwillige Helfer Flug und Unterbringung selbst finanzieren müssen, also schob ich ein „….wenn mein Geld reicht.“ nach. Da meinte er nur „Ach, mach dir darum kein Problem, ich kenne da die Organisationen, das geht schon mit der Finanzierung. Notfalls können wir dich auch offiziell von der Kirche aus unterstützen. Das ist das geringste Problem!“

Ich kann’s noch gar nicht richtig glauben. Wenn das klappt, das wäre so dermaßen genial!!! Und wie Gott das mal wieder hingekriegt hat, ich meine, ich fang so nichtsahnend ein Gespräch mit einem Pastor an und es stellt sich raus, dass der mal eben überall Kontakte hat genau in dem Bereich, wo ich reinwill!

Gott ist einfach nur TOLL!